Eine neue Baronin zu begrüßen - Eine Junkerin reist an

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Lêiane von Corish und von Praill schauderte erneut, als sie zu den steinernen Dämonen von Mor’Tres emporschaute. Es mussten Dämonen sein, so widerlich, wie diese Figuren aussahen. Wie konnte sich ein zwölfgöttergläubiger Mann nur solche Dinger auf seiner Burg dulden?
Langsam ritt sie auf das Tor der Burg zu, vor dem zwei Wachen standen und sie neugierig in Augenschein nahmen. Unwillkürlich fasste sie nach dem Dolch der unter ihrem Umhang verborgen war. Ihr Bruder Olfwyll war zwar nicht fern, aber sie bezweifelte, dass er ihr bis hierher gefolgt war. Zudem hatten beide Brüder sie vor den Zuständen auf Mor’tres gewarnt. Der gallsteiner Baron sollte ein merkwürdiger Zeitgenosse sein. Doch sie hatte sich nicht verunsichern lassen. Mit dem Tode Onkel Darulfs war ihre Zukunft zerbrochen, nun galt es eine neue zu schaffen.
Erhobenen Hauptes ritt sie auf das Tor zu.
„Lêiane von Corish und von Praill, Junkerin zu Hahnenfels, Nichte des ehemaligen Barons von Fremmelsfelde.“, stellte sie sich vor und versuchte, ihre Stimme möglichst kräftig klingen zu lassen.
Einer der Wachleute nickte, der andere schob das schwere Tor für sie auf. Sie nickte den beiden zu und ritt dann in den Burghof. Ein Knecht nahm ihr das Pferd ab. Lêiane schaute sich im Burghof um und staunte. Von außen war Mor`Tres wirklich ein abstoßender Ort. Hier im Burghof hatte man sich Mühe gegeben, dieses Erscheinungsbild zu ändern. Die Wände waren weiß verputzt, die Fensterrahmen und Türen in einem warmen Rotton gestrichen. Einzig der Bergfried schien sich diesen Bemühungen widersetzt zu haben. Sein schwarzer Stein war von Blutblatt bewachsen...
Unschlüssig schaute sie sich um. Doch außer ein paar Wachen und einem Zwerg, der in einer dunklen Ecke stand, war niemand hier, der sich um sie kümmerte. Lêiane überlegte, wen sie ansprechen sollte, als sich schließlich eine Magd ihrer annahm und sie in das für sie vorgesehene Gemach führte.