Eine neue Baronin zu begrüßen - Duell

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Baronin Escalia von Hahnentritt kam sich vor wie ein kleines Mädchen. Der Gallsteiner Baron stand vor ihr, die Arme vor der Brust verschränkt und musterte sie streng.
„Ihr wolltet mich unter 4 Augen sprechen Baron?“, Escalia versuchte sich ihre Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. Aber sie ahnte zugleich, dass ihr dies nicht recht gelang.
„Ihr seid jung“, stellte der Baron fest. „Meint Ihr, Ihr seid der Aufgabe gewachsen, eine Baronie zu führen?“
Bevor Escalia antworten konnte, fuhr er fort. „Die Zeiten sind unsicher. Auch wenn es Euch anders erscheinen mag, da ihr direkt aus einem Kriegsgebiet zu uns gekommen seid.“
Sie nickte langsam, versuchte die Bilder der Schlacht um Fremmelshof zu verdrängen.
Der Baron ging einen Schritt auf sie zu, „Man hat mir geraten, Euch vorsichtig zu behandeln, Euch nicht zu verschrecken.“ Sein Mund lächelte leicht, seine Augen nicht.
„Seid Ihr jemand, den man leicht verschrecken kann?“
Escalia hatte sich gefasst, „Was wollt Ihr?“
Der Baron wurde wieder ernst. „Unter Baron Darulf galt Fremmelsfelde als Gebiet der Pulethaner. Auch wenn der Baron dies nie offiziell bestätigte, liess er dem Gippelsteiner in dieser Hinsicht freie Hand.“
„Ich habe nichts gegen Euren Bund, doch ich bin noch nicht lang genug in der heutigen Zeit um beurteilen zu können, ob euer Bund gut oder schlecht für meine Baronie ist.“
Der Gallsteiner nickte langsam, „Wir Pulethaner sind sicher keine einfachen Verbündeten. Doch schaut Euch um, wo wollt Ihr andere hernehmen?“
„Meine Familie….“, begann Escalia
Der Gallsteiner lachte dröhnend auf. „Meint Ihr die Familie derer von Eslamsgrund? Das „wilde Haus“, welches seit Jahren vergeblich versucht Stimmung gegen den Grafen zu machen? Glaubt mir. Diese Familie bringt Euch weitaus weniger, als dass Ihr denen bringen könnt.“
Escalia starrte zu Boden, „Kommt endlich zum Punkt Baron. Was wollt Ihr?“
„Ich bin kein Diplomat. Ich kann kein wankendes Fremmelsfelde an meiner Südgrenze gebrauchen. Entweder seid Ihr für mich oder Ihr seid gegen mich. Entscheidet Euch!“
Einige Augenblicke vergingen. Dann antwortete Escalia. „Was bietet Ihr mir an?“
Der Gallsteiner hob fragend eine Braue.
„Ihr habt mich sicher nicht herbestellt um mir einfach nur zu drohen. Ihr mögt die Macht haben, mir das Leben schwer zu machen. Doch dies würde Euch Kraft kosten die ihr an anderer Stelle dringender braucht. Was also ist Euer Vorschlag um Euch meine Herrschaft über Fremmelsfelde erträglicher zu machen?“
Für einen Moment hatte Escalia den Eindruck, als würden diese ernsten, kalten Augen lächeln.
Der Baron trat zurück zu seinem Schreibtisch.
„Bislang war die Fremmelsfelder Landwehr für die Pulethaner nutzbar…“
Escalia unterbrach ihn. „Schlagt Euch das aus dem Kopf. Meine Landwehr untersteht allein mir! Mein Vorgänger hat zu wenig für die Sicherheit der Baronie getan. Ich gedenke nicht, Fremmelsfelde ungeschützt zu lassen nur weil die Pulethaner zufällig meine Landwehr benötigen.“
Der Baron betrachtete sie kurz prüfend, „Gut. Dann erlaubt mir, dass ich Truppen auf Eurem Gebiet stationiere.“
Escalia runzelte die Stirn, „Fremde Truppen auf meinem Grund?“
„Ihr habt Angst, dass ich Euch mit diesen Truppen angreife?“
„Stellt die Truppen unter das Kommando von Irean von Gippelstein!“, forderte sie.
Der Baron schaute kurz zu Boden, dann nickte er.
„Wer wird für den Unterhalt aufkommen?“, fragte sie.
Der Baron ging hinter seinen Schreibtisch und setzte sich. „Euer Land, Eure Kosten.“
Sie schüttelte den Kopf.“Unmöglich. Ich habe nicht das Geld, dies zu bezahlen.“ Sie ging ein paar Schritte auf und ab. „Aber ich habe einen Vorschlag. Ich werde dem Gippelsteiner Junkertum mehr Land und mehr Leute zuschlagen. Daraus mag Irean die Truppe finanzieren. Wenn dies nicht reicht, mögt Ihr einspringen.“
Der Baron schaute sie wortlos an, dann nickte er.
„Gut, die Details können wir sicher morgen schriftlich festhalten. Wenn Ihr mich dann bitte entschuldigen wollt, ich bin müde.“
Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und ging.