Eine Knappin für einen Knappen – Rashia'Hal

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Rashia'Hal, Markgrafschaft Perricum, Ende Rahja 1041 BF:

Die schwarze Kutsche, auf deren Seiten der roter Aranische Malmer auf Weiß prangerte, kam mit einer Handvoll Reitern vor dem Tempel der lieblichen Rahja zum stehen. Reto Eorcaïdos von Aimar-Gor, sein Sekretär Romelio und seine beiden Knappen Salix und Tolmario schälten sich sichtlich erleichtert aus dem Gefährt. Hinter ihnen stiegen die beiden Ritter Tawil und Ramin von ihren Pferden. Die junge Pagin Irisa, die sich natürlich nicht nehmen lassen hatte mit den Rittern und Gardisten zu reiten, tat es ihnen gleich. Dabei lag etwas Wehmut in den Augen des jungen Mädchens, denn früher hatte sie all die Späße mit Xanjida zusammen erleben können. Doch diese verweilte nun am Markgrafenhof und es würde eine Ewigkeit dauern, bis sich die beiden wieder sehen würden. Mit diesem einfältigen Etilian konnte sie nichts anfangen.

Vor dem Tempel wartete bereits die Geweihte Rashane von Waraqis mit der Novizin Canyreith auf die Ankommenden. Freudig schloss Reto seine Nichte in seine Arme. Ihr letztes Aufeinandertreffen war schon etwas länger her.

„Lass dich ansehen, mein liebes Kind, was bist du groß geworden“, staunte Reto.

„Den starken Willen hat sie auch immer noch“, lächelte Rashane.

'Ganz die Mutter', dachte sich Romelio im Stillen.

„Es freut mich euch hier in Rahjas Garten begrüßen zu dürfen.Tretet herein und lasst eure Sorgen draußen.“ Mit einem Augenzwinkern für Rashane fort. „Ach, bevor ich es vergesse, ihr werdet schon sehnsüchtig erwartet.“

„Onkel Reto“, brabbelte Canyreith aufgeregt drauf los, „Sharbana ist dir aus Wasserburg extra entgegen gereist.“

„Ach Liebes, jetzt hast du die Überraschung verdorben.“ Rashane lächelte das junge Mädchen an. Ihr konnte man einfach nicht böse sein. „Aber, Sharbana steht seit kurzem dem heiligen Haus der Rahja in Drosselau vor.“

„Welch freudige Überraschung“, erwiderte Reto erfreut.

„Da ist sie auch schon … und sie ist nicht alleine.“

Aus einem Nebengang trat ein älterer Herr, der sich bei der bildschönen Rahja-Geweihten und einem jungen, nicht weniger schönen Mann eingehakt hatte.

Mishan!“, platzte es aus Reto heraus. „Du hier? Wobei, das hätte ich mir eigentlich denken können.“

Der Angesprochenen erwiderte ebenso erfreut. „Mein Junge, es war mir als wäre es gestern, als ich just hier deine liebe Mutter traf.“ Der junge Mann stellte sich als Shahîn von Waraqis vor und war der Enkel des Araniers. Ramin und Romelio gleichermaßen waren sogleich Feuer und Flamme für den Geweihten, dessen muskulöser Körper sich in deinem engen, seidenen Gewandt abzeichnete, während Reto Sharbana mit einer innigen Umarmung begrüßte.

„Lasst uns nun die Bäder aufsuchen und uns an den Segnungen der lieblichen Rahja erfreuen.“ Mit diesen Worten schritt Sharbana voran. „Es gibt so viele Neuigkeiten die ich dir unbedingt erzählen muss.“

„Meine Lieben, entspannt und kostet von den Gaben der Schönen!“ Rashane lächelte vielsagend. „Später dann, wenn Körper und Geist wieder eins sind, wird die holde Yarasha sich unserer heiteren Runde anschließen. Anschließend erwartet euch Mutter Ayalind zum Mahle.“

„Hab Dank für die Gastfreundschaft im Namen der lieblichen Schwestern!“ Reto deutete eine Verbeugung an.

Ramin hatte diese Worte schon gar nicht mehr vernommen. Wie gebannt ruhte sein Blick aus Shahîn. Er würde die Zeit hier in vollen Zügen genießen, markierte sie doch das Ende der gemeinsamen Reise. Reto und die Seinen würden in den nächsten Tage zurück in die Kaisermark aufbrechen und er wurde wieder in Dürsten-Darrenfurt erwartet. Er freute sich darauf, auf seinen Dienstherren, den er auch seinen Freund nannte und natürlich auf Hamedan. Aber etwas Wehmut schlich sich in seine Gedanken. Er genoss die Ausflüge auf das große politische Parkett immer sehr. Darüber war er Reto sehr dankbar und hoffte inständig, dass dieser ihn bald wieder mitnehmen würde. Hatte er nicht von irgendwelchen Feierlichkeiten in Punin gesprochen?“