Eine Hochzeit kommt selten allein - Ein Bündnis?

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Herrschaft Zweifels, Wehrturm Zweifels, Mitte Boron 1035 BF:

Es war ein unwirkliches Gefühl, Yalagunde von Zweifelfels stand an einem der kleinen Schießscharten artigen Fenster des Wehrturmes und spähte hinaus. Draußen blies Rondra zum stürmischen Tanz und es war empfindlich kalt, was die nahezu Menschenleere Gegend hier, wo die drei Grafschaften Waldstein, Hartsteen und Greifenfurt zusammen trafen, noch ungemütlicher machte. Dieser nördlichste Vorposten der Barone von Zweiflingen schien wahrlich von allen Göttern verlassen zu sein, dachte sich Yalagunde im Stillen. So wunderte es sie nicht, dass der hiesige Ritter Gisbert von Zweifelfels, ein Recke von altem Schrot und Korn, sich hier hauptsächlich mit Schmugglern rumschlagen musste, denn auf Händler oder andere Reisende wartete man hier wohl vergebens. Die Familien Schallenberg und Zweifelfels hatten sich auf diesen abgelegenen Ort zur Besiegelung des Vertrages geeinigt, da gerade die Schallenberger viel Wert auf Verschwiegenheit in dieser Sache legten. So verpflichteten sich beide Seiten zu borongefälligen Schweigen über dieses Treffen.

Die Landrichterin Waldsteins machte ein sorgenvolles Gesicht, würden die Schallenberger Wort halten und kommen? Oder würden sie den Vertrag doch noch platzen lassen? Yalagunde erinnerte sich noch gut an die harten Verhandlungen mit Baron Felan, stundenlang hatten sie um jedes noch so kleine Detail gefeilscht. Die Verletzung des Barons von Puleth die er sich beim Alriksturnier zugezogen hatte machte ihn noch unnachgiebiger, als wollte er seine körperliche Schwäche mit Härte in der Verhandlung wett machen. Nach anfänglichen Misstrauen auf beiden Seiten hatte man aber ein gutes Zueinander gefunden, so befand Yalagunde.

„Die werden nicht kommen“, knurrte Gisbert, „Hartsteenern kann man einfach nicht trauen.“

Genau in diesem Augenblick wendete sich Yalagunde vom Fenster ab und klatschte in die Hände. „Auf auf“, rief sie, „sie kommen... eine Hand voll Reiter ist auf dem Weg zu uns.“ Augenblicklich machte sich Hektik in dem kleinen, aber äußerst wehrhaften Grenzturm breit und auch Baron Debrek schien nun sichtlich erfreut, dass das Warten nun ein Ende haben würde.

Am Fuße des Wehrturmes erwarteten die Zweifelfelser die nun eintreffenden Gäste. Baron Debrek war dabei flankiert von Landritterin Yalagunde, Ritter Gisbert und Ritterin Lorinte von Zweifelfels. Baron Felans Gefolge bestand aus seinen Vettern Junker Wulfger und Ritter Leuward von Schallenberg sowie den Rittern Ulfwin von Schallenberg-Zoltheim und Herbald von Wertesteg. Dem Pulether Baron musste ob seines verletzten Beines vom Pferd geholfen werden und er war auch weiterhin auf einen Gehstock als Stütze angewiesen.

„Rondra zum Gruße“, Debrek legte seine rechte Faust auf seine Brust, „es freut mich, das ihr das Wagnis dieser beschwerlichen Reise auf euch genommen habt und heiße euch und euer Gefolge in den Stammlanden der Familie Zweifelfels willkommen.“

„Habt Dank, Hochgeboren, auch euch Rondra zum Gruße“, Felan nickte dem Baron höflich zu, „meine verehrte Gemahlin wähnt mich auf einer Jagdgesellschaft, auch wenn sie mit aller Kraft versucht hatte es mir auszureden, als ob sie wüsste wohin mich mein Weg in Wahrheit führen würde.“ Felan versuchte die Stimmung ein wenig aufzulockern und hatte damit auch Erfolg, rang er doch zumindest Yalagunde ein Lächeln ab.

„Laut meinem Gefolge inspiziere ich die nördlichen Grenzposten“, ein leichtes Lächeln huschte über das Gesicht des Barons von Zweiflingen, „wir sollten also die unsrigen nicht zu lange warten lassen...“ Felan nickte zustimmend.

Landritterin Yalagunde von Zweifelfels nahm Baron Felan von Schallenberg zur Seite und machte ihn mit dem nun kommenden Prozedere vertraut und wahrlich, der Schallenberger schien ein wenig überrascht. Unweit des Wehrturms Zweifels befand sich eine steinerne Brücke die sich breit über die Zweifel spannte. Der Fluss hatte sich hier tief in Sumus Leib gegraben. Auf der anderen Seite der Brücke, unweit der Stelle wo die Zweifel und die Quaste sich zum Olku vereinigten, ragten zwei Zwillingsfelsen hoch empor – die seit alters her die Zwiefelsen oder auch Zweifels genannt wurden. Seit Jahrhunderten trafen sich die Edlen der angrenzenden Grafschaften an den beiden markanten Felsen um Rat zu halten wenn es um Grenzstreitigkeiten ging oder Schmuggleraktivitäten aus dem Ruder liefen. Seit vielen Götterläufen sollte hier nun wieder ein Abkommen geschlossen werden.

Baron Debrek und Baron Felan sollten nun gemeinsam die Zweifel überqueren um damit symbolisch ihre Zweifel hinter sich zu lassen, um so ihren beiden Familien eine neue Ära des Vertrauens ermöglichen zu können. Das Gefolge der beiden Hochadligen blieb dabei auf der zum Turm hin gewandten Flussseite zurück. Einzig Schwertschwester Leuwyna von Zweifelfels wartete bereits auf der anderen Seite. Rondras Atem blies unaufhörlich als Debrek und Felan fest entschlossen die Brücke überquerten. Auf der anderen Seite angekommen legten sie ihre rechte Hand zum Schwur auf einen der Felsen und Schwertschwester Leowyna sprach den Segen der göttlichen Leuin. Just als sie ihre Worte gesprochen hatte, riss die Wolkendecke auf und Rondras Atem legte sich ein wenig. Dies werteten die beiden Barone als wohlwollendes Zeichen der stürmischen Göttin und half Felan seine Gewissensbisse zumindest für den Moment zu vergessen. Die hohen Herrschaften begaben sich nun zurück in den Wehrturm um den Vertrag nun zu unterzeichnen und zu siegeln...

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16. Bor 1035 BF zur abendlichen Boronstunde
Ein Bündnis?
Vertragsverhandlungen

Kapitel 4

Der Vertrag von Zweifels
Autor: Lichtbote, Bega