Eine Baronie zu ordnen - Eine Stadt zu besuchen

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Der Mann am Stadttor schaute sie misstrauisch an, als sie sich zu Pferde in die kurze Reihe der Wartenden einreihte. Langsam kontrollierte er die vor Ihr Stehenden, warf ihr aber immer wieder prüfende Blicke zu.
“Name?“, fragte er unhöflich, als Escalia neben ihm stand.
“Escalia von Hahnentritt, Baronin von Fremmelsfelde.“, antwortete sie kühl vom Pferd herab.
Dem Mann klappte der Kiefer hinunter.
“Darf ich in die Stadt?“, fragte die Baronin.
Der Mann räusperte sich, gewann seine Fassung zurück. Er straffte sich, “Natürlich.“

Escalia hatte bei ihrem letzten Besuch in Hahnendorf kaum auf die Stadt geachtet. Nur der wundervolle Tempel der Peraine war ihr in Erinnerung. So ritt sie nun durch die Stadt und schaute sich um.
Den Bürgern schien es gut zu gehen. Die meisten Häuser waren aus Stein errichtet, viele hatten sogar ein Obergeschoss. In der Mitte der Stadt gab es einen kleinen Markt, auf dem Lebensmittel und allerlei Tand verkauft wurde. Der Holzmarkt, auf dem der Wohlstand der Stadt gründete, lag ob der Feuergefahr am Rande, so wusste sie.
“Wo finde ich den Stadtmeister?“, fragte Escalia einen der Händler.
Dieser zeigte wortlos auf einen dicklichen Glatzkopf, der in der Nähe mit einem anderen Händler diskutierte. Escalia nickte dankend.
Sie stieg vom Pferd und ging zu den Beiden.
“Ihr seid der Stadtmeister?“, unterbrach sie das Gespräch.
Der glatzköpfige Mann drehte sich um. Die Entrüstung über die Unterbrechung war ihm ins Gesicht geschrieben.
“Ich bin Escalia von Hahnentritt, Baronin von Fremmelsfelde“, kam sie ihm zuvor.
Der Mann schluckte, lief tiefrot an. Escalia hatte für einen Moment Sorge, dass er vor ihr tot umfallen würde. Doch dann fing er sich wieder.
“Bitte folgte mir, Baronin“, schlug er vor und wies auf ein großes Haus am Rande des Marktes.

Wenig später sassen beide in der Amtsstube des Stadtmeisters. Gilborn Welzelin knetete nervös seine Finger.
“Keine Sorge, Stadtmeister“, begann Escalia. “Ich bin nicht hier, um Euch irgendetwas zu nehmen.“
Der Mann atmete hörbar auf.
“Wie ihr vielleicht gehört habt, war ich lange nicht hier und versuche mir nun ein Bild von meinem Land zu machen.“
Der Stadtmeister nickte vorsichtig.
“Leider hat mein Vorgänger, Baron Darulf, mir zu wenige Akten hinterlassen, als dass ich auf die Schnelle sehen könnte, in welchen Beziehungen diese Stadt mit meiner Baronie steht. Ich würde Euch deshalb bitten, mich in den nächsten Tagen auf Burg Hahnenfels aufzusuchen. Wir werden dann zusammen schauen, wie unsere Beziehungen in der Zukunft aussehen werden.“
Der Stadtmeister schien offensichtlich von ihrer Anfrage überrascht, denn er brauchte einen Moment um zu antworten.
“Ich werde Eurer Einladung gern Nachkommen, Baronin.“
Escalia nickte, “Dann danke ich Euch für Eure Gastfreundschaft.“