Eine Baronie zu ordnen - Ein neuer Junker

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Diesen Teil der Geschichte kannst du hier aus Hartors Sicht erleben.


Als Escalia wenige Tage später Burg Hahnenfels verließ, war sie unsicher.
Sie war dabei, die Baronie neu aufzuteilen, neue Junker zu ernennen. Von allen Entscheidungen die sie bislang als Baronin getroffen hatte, schien dies die weitgehendste zu sein. Der Lehnseid zwischen Baronin und Junker war etwas, dass von keiner der beiden Seite einfach zu lösen war. Die Menschen, mit denen sie heute den Eid sprach, waren für lange Zeit an sie gebunden – und umgekehrt.
Gestern hatte sie sich mit Irean von Gippelstein, Alabrecht Giselhold von Eychgras und Geppert Groterian im Hahnendorfer Peraine-Tempel verabredet. Sie wollte dort zur Göttin beten, bevor sie die wichtigen Eide sprach.

Danach brachen die Vier auf. Sie folgten der Strasse gen Norden. Schon eine Weile, bevor sie den markanten Strassenbiegung am Rande des kleinen Weihers erreichten, sahen sie die vielen Menschen. Escalia musste um Fassung ringen, als sie beim Näherkommen die Menschen erkannte. Viel zu lange hatte sie sich nicht um diese, ihre Untertanen gekümmert.
Nun standen sie hier, schauten voller Erwartung und Hoffnung auf sie.
Hartor Sesemurm eilte zu ihr, als er sie kommen sah.
„Euer Hochgeboren, wir sind hier, wie Ihr befohlen habt. Einige fehlen noch, aber wir zweifeln nicht daran, dass auch diese noch herkommen werden.“
Escalia nickte, blickte noch kurz in die Runde, dann stieg sie vom Pferd.
Nervös schaute sie in die Runde.
„Ihr lieben Fremmelshofer. Lange habt ihr euch gedulden müssen, bevor ich euer Leid wahrnahm. Verzeiht mir dies.“, sprach sie mit zitternder Stimme.
„Doch ab heute soll es euch besser ergehen.“
Sie zeigte zu ihrer Linken: „Dies sind Ihro Gnaden Geppert Groterian, Diener der Göttin Peraine, Ihro Gnaden Alabrecht Giselhold von Eychgras, Diener der Travia und dies“, sie deutete zu ihrer Rechten, „ist Ihro Gnaden Irean Gippelstein, Diener Kors. Diese Drei sollen heute Zeugen im Namen der Götter sein.“
Sie trat einen Schritt auf Hartor zu. Der schaute sie unsicher an.
„Im Namen der Zwölfgötter, Praios voran, dem das Recht und die Ordnung lieb sind. Ich habe mich versichert, daß Ihr frei und von edler Gesinnung seid und daß Euch durch eure Fähigkeiten das zusteht, was ich Euch geben will. So frage ich Euch: Begehrt Ihr Euch durch Euren Schwur der Gemeinschaft des über die garetischen Lande in Praios Namen herrschenden Adels anzuschließen?“
Hartors Augen starrten sie an. Sie konnte seine Verwirrung nur allzu deutlich darin sehen.
„Sag ja“, flüsterte sie ihm zu.
„Ja“, kam es langsam aus Hartors Mund.
„Ihr begehrt, was groß ist, aber kennt Ihr auch die Pflichten, die Ihr als Lehensmann erfüllen müßt? Seid Ihr bereit, Eurer Lehensherrin, immer mit Eurem Rat zu helfen, wenn sie dessen bedarf? Seid Ihr bereit, ihrem Ruf mit Euren Bewaffneten zu folgen, wie es die Lehnspflicht gebietet? Werdet Ihr all Eure Fähigkeiten und Euer Leben in ihren Dienst stellen, wie es recht und billig ist?“
In Hartors Gesicht zeichnete sich langsames Verstehen ab. Sein Körper straffte sich, dann kniete er nieder.
„Bei Praios und seinen Geschwistern, das bin ich.“
„Ihr habt Eurer Lehensherrin bei den heiligen und ewigen Zwölfen die Treue geschworen und Treue soll mit Treue vergolten werden.Und so schwöre ich Euch unter den Augen der unsterblichen Zwölfe, daß ich Euch ebenfalls die Treue halten werde, daß ich nichts von Euch verlangen werde, was ich nicht selbst zum Wohle des Landes zu geben bereit bin und daß ich Euch Schutz und Schirm vor den Feinden der zwölfgöttlichen Ordnung zusichere.
So ist ein heiliger Bund der Treue geschlossen worden zwischen mir und Euch, unter den Augen der Götter. Diesen Bund soll keiner brechen, doch so Ihr uns untreu werdet, werdet Ihr des Titels und Lehens verlustig gehen. Wir fordern Euch auf, götterfürchtig, gerecht und weise und eurer Verantwortung gemäß über das neue Junkertum Birkenweiler zu herrschen, daß wir Euch hiermit zum Lehen geben. Doch nun erhebt euch und seid willkommen in unserer Gemeinschaft Hartor Sesemurm, Junker von Birkenweiher.“

Es dauerte noch einen Moment, bis die Fremmelshofer begriffen hatten, was gerade geschehen war. Dann brandete Jubel auf. Die Menschen lagen sich in den Armen, lachten und weinten. Einige starrten weiter fassungslos auf Escalia, die lächelnd im Zentrum des Trubels stand.
Die Geweihten der Peraine und der Travia traten zu dem gerade ernannten Junker und segneten ihn.
Danach trat der Kor-Geweihte zu ihm und überreichte ihm ein Schwert.