Eine Baronie zu ordnen - Abends am Kamin

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Escalia ächzte ein wenig, als sie sich im Sessel nieder lies. Das Kaminzimmer des Herrenhauses der Familie Hommern konnte sich sehen lassen. Samia von Hommern, die sich ebenfalls setzte, hatte ihr das gesamte Junkertum gezeigt.
Natürlich hatte der erste Abend nicht gereicht, also hatten sie auch den nächsten Tag hier verbracht. Sie waren bei den Holzfällern gewesen, hatte die Köhler bei ihrem schmutzigen Handwerk beobachtet. Voller Stolz hatte Samia ihr das Sägewerk gezeigt. Escalia hatte nicht genau verstanden wie es funktionierte, aber irgendwie nutzte man die Kraft von Ochsen die im Kreis liefen, um die dicken Stämme der Länge nach zu zersägen.
So konnte Samia Holz in jeglicher Form liefern, ob Bauholz, Kohle, Brennholz oder fein gemasertes Holz für Beschläge oder Schnitzereien. Escalia erfuhr, dass das meiste Holz an die zahlreichen Händler in Hahnendorf ging.
Später waren sie auch in Beydendorf gewesen, einem kleinen Dorf südlich von Hommern. Dort wohnte ihr Bruder Samiel. Escalia erkannte gleich, dass der junge Mann das Zeug hatte, die Hommeraner Grenzen zu schützen. Irean schien der gleichen Meinung zu sein.
“Welche Vereinbarung hattet ihr mit Baron Darulf über die Sicherung der Baroniegrenzen?“, fragte Escalia.
Samia schaute sie überrascht an. “Wir hatten keine Vereinbarung. Es gilt der ganz normale Lehenseid, der uns verpflichtet Bewaffnete zu stellen, so Baron oder Kaiserin rufen.“
Escalia kniff die Lippen zusammen, “Dieser Eid ist recht vage. Ich habe vor dies zu ändern.“ Samia von Hommern schaute die neue Baronin ernst an.
“Was genau wollt ihr ändern?“
Escalia schaute in die Flammen des Kaminfeuers. “Ich komme aus einer Zeit, in der diese Baronie von fremden Truppen förmlich überrannt wurde. Mein Vater starb dabei...“ Sie schluckte. “Da ich nun die Verantwortung für dieses Land habe, will ich, dass dies nie wieder geschehen kann.“
Samia nickte langsam.
“Ich werde euren Bruder mit der Sicherung eurer der Grenzen beauftragen. Dazu wird er einige Männer an der Waffe ausbilden und unterbringen.“
Die Junkerin starrte ins Feuer, “Männer unter Waffen? Das gefällt mir nicht.“
Die Baronin schüttelte den Kopf, “Mein Entschluss steht fest!“
Samia von Hommern runzelte unwillig die Stirn.
Escalia schaute die Junkerin an, “Mein Vorgänger hat sein Amt mehr als nachlässig geführt. Er hat die Sicherheit der Menschen hier vernachlässigt. Ich werde dies auf keinen Fall fortsetzen. Wenn ihr nicht bereit seid, meinen Anweisungen zu folgen, so entlasse ich Euch gerne aus Eurem Lehnseid.“
Escalia merkte, dass ihre Wangen gerötet waren. Sie wollte die Junkerin keinesfalls verlieren. Hoffentlich hatte sie nicht zu hoch gespielt.