Eine Baronie zu ordnen - Übers Land gen Hommern

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Der Ritt nach Hommern dauerte lang. Der Weg durch den Forst schlug Escalia aufs Gemüt. Zu sehr erinnerte sie das trübe grüne Licht an jene Stelle im Wald, an der Vidan von Wertlingen ihr das vermeintliche Grab ihres Vaters gezeigt hatte.
Glücklicherweise wurden ihre trüben Gedanken immer wieder unterbrochen. Regelmässig kamen ihnen mit Holz beladene Fuhrwerke entgegen. Die Fuhrleute grüßten, hielten aber ihre schweren Ochsenkarren nicht an. Da Irean wie selbstverständlich Platz machte, schloß Escalia sich diesem Verhalten an.
Kurz vorm Untergang des Brayosrunds verliessen sie den Wald. Vor ihnen lag auf einer breiten Lichtung das Dorf Hommern. Escalia war erstaunt. Im Gegensatz zum eher ärmlichen Byderisch war dieses Dorf offensichtlich wohlhabend. Während in Byderisch meist ärmliche Katen standen, die aus schiefen Brettern errichtet waren, gab es hier bessere Häuser, auf dicken, festen Balken errichtet, mit aufwändigen Schnitzereien an den Giebeln. Am Rande des Dorfes gab es weite Plätze, auf denen Unmengen geschlagenes Holz gelagert wurde.
Langsam ritten die beiden in die Mitte des Dorfes. Die Hommeraner neigten ehrerbietig ihre Häupter, fuhren danach aber mit ihren Arbeiten fort.
Escalia war erstaunt, als sie in der Mitte des Dorfes einen gepflasterten Platz vorfand. Daneben stand ein steinernes Herrenhaus, das sicher größer war, als jenes, dass ihr Vater einst besessen hatte. Doch das Prunkstück des Platzes war ohne Zweifel ein kleiner Tempel. Auch wenn Escalia sich nocht nicht damit beschäftigt hatte, in welcher Form die Götter heute verehrt wurden, so war sie doch sicher einen Tempel der Travya vor sich zu sehen. Bewundernd musterte sie das Gebäude.
Irean hatte ihren Blick wohl bemerkt, “Hommern ist sehr wohlhabend. Der Holzhandel scheint sehr lukrativ zu sein.“
Escalia nickte langsam. Sie musste sich unbedingt mit den Unterlagen in Darulfs Schreibtisch beschäftigen. Wenn eine ihrer Junkerinnen sich solchen Reichtum leisten konnte, dann musste doch einiges davon bei ihm angekommen sein. Verdammt, nichts auf dem Hahnenfels sah nach so viel Geld aus.