Ein neuer Staatsrat - Schäferstündchen auf Gut Hohenlinden

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Arinya saß mit übergeschlagenen Beinen auf dem Bett und sah Gerion zu wie er im Raum auf und ab ging. Er machte sich in letzter Zeit häufig Gedanken über Politik.

»Was ist denn überhaupt so wichtig an diesem Staatsrat?«, fragte sie schließlich. Ohne im Schritt inne zu halten antwortete Gerion. "Der Staatsrat ist der Kanzler dieser Provinz. Er bestimmt die Richtlinien der Politik, erledigt das Tagesgeschäft für die Königin und tritt an ihrer Statt bei Versammlungen auf. Und er berät die Königin in politischen Belangen.«

»Du sagtest doch, dass bereits mehrere im Gespräch sind?«, sagte Arinya geduldig. »Was sind das denn für Leute?«

»Nun, Malepartus von Helburg ist irgendein Baron aus Eslamsgrund, über Junkobald von Hirschfurten weiß ich nicht viel, und Ederlinde von Luring ist die Tochter des Grafen vom Reichsforst. Diese wurde von Luidor von Hartsteen vorgeschlagen.«

Diese Namen sagten Arynia nichts, bis auf Junkobald. »Dieser Junkobald von Hirschfurten war, so weit ich weiß, Kanzler der Grafschaft Ochsenwasser. Ich glaube, er mußte wegen einer Affäre die Grafschaft verlassen.«

»War Kanzler von Ochsenwasser? Interessant«, murmelte Gerion.

»Dieser Luidor beansprucht doch den Grafenthron von Hartsteen, nicht wahr?« Gerion nickte und Arinya fuhr fort. »Was hat er denn davon, wenn diese Ederlinde Staatsrat wird?«

»Was seine genauen Beweggründe sind, kann ich leider nicht sagen. Aber es könnte sein, dass zwischen den beiden Häusern ein Bündnis besteht.« Mit einem vielsagenden Blick schaute er Arinya an. »Und falls sie Staatsrätin wird, dann kann er mit ihrer Unterstützung bezüglich der Natterdorner Fehde rechnen, da sie ja von ihm vorgeschlagen wurde.« Er zuckte die Schultern. »Vielleicht erhofft er sich somit sogar Einfluss auf Rohaja

»Wer wäre denn deiner Meinung ein guter Staatsrat?«, fragte Arinya schließlich.

»Er müsste ein fähiger Politiker sein. Und meiner Meinung nach sollte er die Fehden beenden, die im Reich herrschen. Diese ständigen Streitereien und Gefechte schwächen nur das Reich.« Gerion hielt im Schritt inne und überlegte. »Ich könnte mir vielleicht auch Alarich Ruhmrath von Gareth-Sighelmsmark ganz gut als Staatsrat vorstellen. Aber das spielt alles keine Rolle. Rohaja hat bereits jemanden ausgewählt. Er wird Anfang nächsten Jahres ernannt.« Gerion nahm seinen Schritt wieder auf.

Das war ja ganz was neues! Das wusste sie ja noch nicht. »Woher weißt du denn, dass die Kaiserin bereits jemandem im Sinn hat?«

Gerion zwinkerte ihr zu. »Tja, ich habe meine Quellen.«

»So, du hast also deine Quellen? Du bist ja schon fast wie Cordovan«, lachte sie und ergriff Gerions Arm und zog ihn mit auf das Bett. »Du brauchst dringend etwas Abwechslung«, sagte sie und ließ eines ihrer unwiderstehlichen Lächeln auf das Gesicht zaubern. Und diese Abwechslung bekam er auch. Und in den nächsten Stunden machten sie sich vorerst keine Gedanken mehr über Politik.