Ein neuer Staatsrat - Eine Regel für alle Zeiten

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Burg Trollhammer, Baronie Hirschfurten

Nimmgalf von Hirschfurten saß an seinem schweren Eichentisch im Rittersaal von Burg Trollhammer und las das Schreiben des Grafen Luidor erneut, und seine Gedanken begannen zu rasen. "Ederlinde?" fragte er sich selbst. "Wieso schlägt der alte Fuchs Ederlinde zur neuen Staatsrätin vor?"

Er goss sich noch einen Schluck vom schweren roten Wein ein und trank.

"Der Hartsteener tut nichts ohne Hintergedanken, und eine von ihm protegierte Staatsrätin Ederlinde würde mit dem mächtigen Haus Luring im Rücken sowie der Pfortenritter und der Reichsforster Liga in Form von meiner Person durchaus in der Lage sein, Rohajas Entscheidung in der Hartsteener Grafenfrage zu seinen Gunsten zu bewegen." Nimmgalf blickte skeptisch.

"Aber was hieße das für mich? Will ich das wirklich? Ein Schattendasein im strahlenden Lichte meiner stolzen Gemahlin! Pah! Sie würden mich wie eine Garadan-Figur auf dem politischen Spielbrett Garetiens hin und her bewegen.

Ich habe in der letzten Zeit zu viel auf mich genommen und gleichzeitig zu viel erreicht, um diese Spielchen noch mitzumachen. Mag Ederlinde dereinst auch Gräfin und so Praios will auch meine Lehnsherrin sein - meinen Großvetter Praiodan kann und soll sie nicht ersetzen."

Er stand auf und rief seinen Pagen herein. "Hole mir den Schreiber Meinhard herein, Junge! Ich habe einen Auftrag für ihn!" Mit einem knappen Nicken entfernte sich der Page.

"Ich weiß schon, wer für diesen Posten besser geeignet wäre. Und Blut ist dicker als Wasser - diese Regel gilt in allen Zeiten."

Der Schreiber betrat den Rittersaal. Nimmgalf gebot ihm Platz zu nehmen und seine Unterlagen zum Diktat bereit zu machen. Der Baron begann mit einem kurzen Räuspern.

"An seine wohlgeborene Exzellenz Junkobald von Hirschfurten, Kanzler der Grafschaft Ochsenwasser a.D.

Werter Vetter,

Es ist schon lange her, dass wir...