Ein Stein im Nebel - Hundsgraber gen Greifenfurt

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Ende Phex in der Baronie Hundsgrab

Stadt Hundsgrab

Nydam von Kieselburg stand auf den Zinnen seiner Burg und blickte hinab auf die Stadt zu seinen Füßen. Er war in einen Plattenharnisch gerüstet und trug an Armen und Beinen Kettenzeug. Ein prunkvolles Kurzschwert war die einzige momentane Bewaffnung des Ritters. Kurz nachdem die Dergelsteiner Adligen ihn verlassen und seine Botschaft für Lohengrunde mitgenommen hatten, entsandte er Viburn Fuxfjell, seinen besten und verlässlichsten Kundschafter in den Rensforst, um seiner Tochter auszurichten, dass die Zeit des Handelns nun gekommen sei. Er wies sie an, zur Heerschau nach Peckackern zu kommen. Dort zu Fuße der ehrwürdigen Trutzburg sollte sich der Hundsgraber Heerbann sammeln. Dies, so trug der Baron dem Kundschafter auf, solle er ebenso der Junkerin von Pechackern ausrichten – am Besten bevor er weiter in den Wald reiten würde.

Der alte, aber kräftige Mann, ließ sich den kalten Wind, der aus dem Finsterkamm kam, um die Nase wehen. Dieser trug den Geruch von Schnee aber auch des Frühlings mit sich. Schon bald würde es wärmeres Wetter geben. Dies war gut für die Bauern aber schlecht, um Krieg zu führen. Die Wege würden beschwerlich sein. Nur zu deutlich spürte er den Schmerz in seinem Rücken – dies würde sein letzter Kriegszug sein – so oder so.

Im Burghof erwarteten ihn bereits zwei Waffenknechte, welche auch sein Pferd am Zügel hielten. Neben diesen befanden sich auch Quisira von Bugenbühl, die seinem Ruf gefolgt war. Ihre Landwehr hatte die letzten zwei Tage Quartier auf dem unteren Hof der Burg bezogen und wartete dort bereits auf den Abmarsch. Kurzerhand hatte Nydam ihr auch den direkten Befehl über die Landwehr der Stadt Hundsgrab übertragen, sodass er selbst sich nicht um Details kümmern musste. Einige der Männer und Frauen der Bürgerwehr Hundsgrabs hatte er jedoch unter dem Befehl des Hauptmanns in der Stadt gelassen, damit die Stadt nicht ungeschützt zurück blieb.

Kraftvoll stieg Nydam in den Sattel, „Nun gilt es Quisira. Niemals hätte ich gedacht gegen einen Märker ins Feld zu ziehen auch wenn schon mein Sohn eine herbe Enttäuschung war und ich düstere Wolken aufziehen sehe. Die Zwölfe haben uns viele Prüfungen auferlegt und mit dem Vertrauen an sie werden wir diese bestehen!“

Markt Pechackern

Khorena blickte zufrieden über die Landwehr und die ihr zur Verfügung stehenden Grenzreiter. Ihr war von dem Kundschafter Fuxfjell mitgeteilt worden, dass Pechackern als Ort der Heerschau der Hundsgraber Streitkräfte auserwählt worden war. Eine besondere Ehre aber auch der einzig logische Schritt, da es anschließend gen Greifenfurt gehen sollte. An ihrer Seite befand sich Rittmeister Rondrian Zornboldt und Markward von Hundsgrab-Keilholtz, der Vogt vom Markt Pechackern.

Nach der ersten Abnahme der Grenzreiter und der Landwehr zog sie sich mit ihnen in die Burg zurück. „Ihr werdet den Befehl über die verbleibende Landwehr haben.“, erläuterte Korena ihrem Rittmeister. „Ich möchte, dass Ihr für diese Zeit ein Gemach in der Burg einnehmt und dafür Sorge tragt, dass die Burg als Schutz dient, sollte es dazu kommen, dass Orken oder Schlimmeres den Markt angreifen. In Kürze werden auch mein Schwager Answin von Hundsgrab-Bugenbühl nebst Gemahlin hierher kommen. Sie werden sich um die Pagen kümmern, sobald sie angekommen sind.“ Rondrian nickte, „Ich werde Markt und Burg Pechackern bewahren. Kein Ork, oder…“ er ließ die Bezeichnung der Gefolgsleute von Tilldan Greifentreu aus, „… wird die Schwelle der Burg übertreten solange ich hier bin und mein Schwert zu dessen Verteidigung heben kann.“

„Euch, Markwardt, fällt die Aufgabe zu, alle Vorräte zu sammeln und die Burg für eine etwaige Belagerung auszustatten.“, wandte sie sich an den Vogt. „Ich lasse bereits Vorräte sammeln. Sobald Ihr aufgebrochen seid, werde ich alles Weitere veranlassen. Die Versorgung befindet sich bei mir in guten Händen. Ihr könnt unbesorgt gen Greifenfurt ziehen“, versicherte dieser. Nur wenig Zeit verblieb, bis Lydia von Kieselburg und die unter ihrem Befehl stehenden Grenzreiter aus dem Rensforst eintrafen und einquartiert werden mussten. Nur einen Tag später kam die zahlenmäßig umfangreichere Hundsgraber Landwehr unter dem Befehl des Barons und der Lohengrunder Junkerin hinzu.

Am Abend, an dem sie alle auf Burg Pechackern versammelt waren, wurde noch einmal ein großes Mal angerichtet. Schon bald würden die Adligen, wie auch ihre Untergebenen auf jeglichen Komfort verzichten und von karger Kost leben müssen. Sie versicherten sich einander ihrer Treue und Gefolgschaft. Die Pagen des Pechackerner Junkers, Rahvena, Lisande und Brin, strengten sich an diesem Abend besonders an ihre Dienste zu verrichten und betäubten damit doch nur ihre Unsicherheit ob der Tage, die da kommen würden.

Der nächste Morgen war kalt und klar. Der Mond war noch zu sehen, als des Praios Rund am Horizont im Osten erschien. Während im Lager der Landwehr die Feuer nach dem morgendlichen Mal gelöscht wurden und die Grenzreiter im Stall der Burg Pechackern ihre Pferde bereit machten, legten sich die Adligen ihre Rüstungen mit Zuhilfenahme der Dienste der Pagen an. Die Nervosität, die sich kurz vor dem Aufbruch ausbreitete ebbte rasch ab, als Baron Nydam von Kieselburg den Befehl zum Aufbruch gen Greifenfurt gab, um sein Aufgebot dem der Greifin anzugliedern. Stolz wehten die Banner der Baronie Hundsgrab über den Köpfen der Frauen und Männer der Landwehr und der Grenzreiter als sie Peckackern gen Rahja verließen.

Hoch auf den Zinnen der Burg Pechackern standen drei junge Menschen, die sich eben noch aufrichtig von Junkerin Khorena verabschiedet hatten. Sie würden den Befehlen des Rittmeisters und des Vogtes folgen, bis die Eltern von Rahvena die Burg Pechackern erreichten, hatten sie Khorena versichert. Die Wind durchzwirbelte ihre Haare, ihre ernsten Blicke verfolgten die Kämpfer Hundsgrabs, bis sie in der Landschaft verschwunden waren. „Wir werden sie wiedersehen,“ sagte Brin, der jüngste unter ihnen mit fast fester Stimme. „Dafür werde ich jeden Tag den Herren Praios bitten“, erwiderte Lisande leise. „Und ich die Frau Rondra“, schloss Rahvena, „mögen sie alle den Weg nach Hause finden,“ sagte sie mit leicht zitternder Stimme und jeder von Ihnen wusste, als sie gegenseitig ihre Hände ergriffen, dass sie dabei besonders an Raslan, dem Knappen von Anselm Hilberan dachte, der mit diesem schon lange unterwegs war und von dem sie nur wussten, dass er die Gefangenschaft auf Burg Finster gut überstanden hatte.