Ein Stein im Nebel - Der fliegende Greif

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Finsterwald in Hexenhain, Ende Phex 1034 BF

Der Büttel am Tor des Ritterlichen Gutes hatte gerade erst seinen Kameraden abgelöst, als er auf der Reichslandstraße einen einzelnen Reiter in schnellem Trab auf das Gut zukommen sah. Er trat vor das offene Tor und hob gebieterisch die Hand. „Halt im Namen des Herrn Rodrik, , wer seid ihr und was ist Euer Begehr!?“

Der Mann auf dem Pferd, ein geschulter Reiter, dass konnte der Büttel zweifelsfrei erkennen, dessen Haare und Kaiser-Alrik-Schnauzbart ebenso rabenschwarz war, wie das seines Rappen, riss die Zügel an und das Tier kam einige Schritt vor dem Posten zum stehen. Der Reiter neigte das Haupt zum Gruße und griff in die Satteltasche. Er förderte eine kleinere Ledertasche zu Tage auf deren Deckel ein fliegender Greif eingebrannt war. „Wernher von Jungsalm, Mann, mit wichtigen Depeschen für seinen Herren Rodrik von Wildenhoffen. Und jetzt gebe er der Weg frei, ich muss heute noch weiter nach Hesindelburg“, blaffte der Reiter den Posten in einem Garethi mit leichtem almadanischem Akzent an.

Als der Büttel das Symbol erkannte, zuckte er kurz zusammen. Den fliegenden Greifen hatte schon lange nicht mehr gesehen, wusste aber, dass die Träger dieses Symbols Botschaften von außerordentlicher Wichtigkeit und Dringlichkeit transportierten und sich jedwede Unterstützung durch die märkischen Edlen sicher sein durften.

Mit einem halblauten „Rondra mit Euch!“, gab er den Weg frei.

Der Reiter trabte auf den Innenhof des Gutes, eines großen Vierseithofes, saß ab, warf einem wartenden Knecht die Zügel zu. „Kein Futter, etwas Wasser und besorgt eine Decke, damit er warm bleibt.“, wies den Bediensteten in gewohntem Befehlston an, der daraufhin des Pferd zu einem Unterstand führte, wo von Jungsalm einen weiteren Knecht und ein Pferd erkennen konnte.

Zügig trat Wernher zur Tür und öffnete schwungvoll einen Flügel. Drinnen umfing ihn das bekannte düstere Zwielicht, dass er aus den anderen Gemäuern kannte, wenn die Abenddämmerung einsetze. Vereinzelte Kerzen spendeten ein warmes flackerndes Licht. Eine Magd führte ihn auf seinen Wunsch sofort in den Essensraum, wo mehrere Personen beim Abendmahl saßen. An der der Tür abgewandten Stirnseite saß der Herr des Dorfes Ritter Rodrik von Wildenhoffen.

Wernher trat in den Raum und sprach den Ritter unumwunden an: “Hoher Herr Rodrik, Rondra zum Gruß, Wernher von Jungsalm, ich komme mit wichtiger Depesche aus Hexenhain und Rosskuppe!“ Er hob einen Umschlag hoch und wollte ihn dem Gutsherren reichen......