Ein Stützpunkt für Wasserburg - Mittel der Markgrafschaft: Geld, Mittel und Planung Teil 2

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12. TRA 1042, Schloss Perringrund, Markgräflich Perrinmarsch

Dara hatte ihre Kapitänsuniform an, eine dunkelblaue Kapitänsjacke mit goldenen Akzenten, weißes Hemd und dunkelblauer Hose, ebenfalls mit goldenen Einschüben. Die schwarzen Stulpenstiefel waren auf Hochglanz poliert. An ihrer Seite hing ihr Säbel in einer weißen Lederscheide. Ihre blonden Haare hatte sie zu einem strengen Zopf geflochten. Sie saß auf einem schön gearbeiteten und gepolsterten Stuhl. Vor ihr stand ein kleiner mit gold verzierter Tisch aus Edelholz auf dem ihr Kapitänshut lag.
Neben ihr, am Fenster, lehnte ein Mann in einfacheren Gewändern. Er hatte seinen Hut unter den linken Arm geklemmt, seine rechte Hand war in seinen Gürtel gesteckt und er blickte hinaus, Ubertus Perainestig Hauptbootsmann im II. Darpatschwadron. Er sollte Dara unterstützen bei diesem Treffen, denn die Kommandantin hatte zeitgleich ein anderes wichtiges Treffen, welches sie persönlich wahrnehmen musste.
Eine große Flügeltür, gearbeitet aus feinstem Edelholz, verziert mit vergoldeten Schnitzereien, schwang auf und ein Diener bat die Wartenden hinein.

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Der Raum hatte große Fenster, welche fast vom Boden bis zur Decke gingen, eine hohe Decke, welche mit Stuckarbeiten verziert war und an der mehrere Kronleuchter hingen, einen großen, wuchtigen Tisch, welcher aus dunkelbraunen Edelholz bestand, der mit aufwändigen Schnitzereien verziert wurde. Zwischen den Fenstern, in den Ecken und seitlich der Türen standen ziervolle Rüstungen, an den Wänden hingen hübsche Gemälde, Landschaftsbilder und Portraits, dieser Raum war sehr garetisch eingerichtet, offensichtlich wurde hier gerne zwischen Stilen variiert, Perricumer Stil traf auf garetischen und seltener tulamdische Ecken.
An dem Tisch saßen bereits mehrere Personen, Dara erkannte unter anderem Lefke von Bregelsaum, die Vorsteherin des markgräflichen Skriptoriums, Ramanion von Zillingen, der zweite Schreiber, Aldessia von Zackenberg, die Kämmerin am markgräflichen Hof, Salia von Altmark aber auch einen Mann, den Dara nicht zuordnen konnte.
Er hatte braunes Haar, welches er ebenfalls zu einem strengen Zopf nach hinten gebunden hatte und wodurch die Geheimratsecken noch mehr hervor stachen. Seine Gesichtszüge hatten etwas exotisches, fast unnahbares, was für Dara schwer zu fassen war.

"Ihre Wohlgeboren Dara von Hardenstatt, Kapitänin der Sonderflottille Flußwacht!", donnerte der Diener, welcher sie in den Raum hinein geführt hatte.
Die anwesenden Personen nickten Dara anerkennend zu und der Mann am oberen Ende des Tischs bedeutete der Gesandtschaft der Sonderflottille sich zu setzen.
Als sich Dara gesetzt hatte, begann der Mann mit säuselnder Stimme zu sprechen:
"Eure Wohlgeboren, Ihr seid hergekommen um für den Stützpunkt der Sonderflottille in Wasserburg zu werben. Was könnt Ihr uns dazu sagen?"
Dara war etwas überrumpelt fasste sich aber schnell wieder.

"Der Stützpunkt in Wasserburg war - seit er gegründet wurde - eine wichtige Stütze für den Schutz des Darpats. Das Fehlen dieser Stütze wiegt schwer und öffnet Tür und Angel für Schmuggler und anderlei zwielichtiges Gesindel, desweiteren ist er unabdingbar für eine effektive Wehrkette entlang des Darpats."
Die junge Frau ließ diese Worte kurz sacken. Sie erzielten bei den meisten der Anwesenden ihre Wirkung, nur der Mann am Kopfende blickte kritisch.
"Wir möchten den Stützpunkt nun ausbauen um so die Präsenz der Flottille zu stärken. Wir sind im Gespräch mit der Flottenakademie und werden wohl einen eigenen Ausbildungszug der Akademie bei uns aufnehmen um die Kadetten praxisorientiert ausbilden zu können."

Der Braunhaarige unterbrach die junge Kapitänin, während diese eine kurze Atempause brauchte und sprach in seinem charakteristisch hauchendem Ton:
"Das klingt ja schön und gut aber was soll das alles kosten? Und wie verhält sich der Ausbau des Stützpunkts mit der Fehde in Wasserburg? Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, dass die Markgrafschaft oder die Flotte sich einer Seite verschrieben hätte".

Dara nickte kurz, die direkte und unverblümte Art des Braunhaarigen warf sie immer wieder aus der Bahn, aber die Kapitänin versuchte sich schnell zu sammeln.
Was ihr glücklicherweise auch gelang und antwortete klar und deutlich:
"Die Admiralität hat beschlossen die Fehde abzuwarten, bis wir offiziell den Stützpunkt wieder in Betrieb nehmen. Zu den Kosten kann ich bislang nur sagen, dass wir an verschiedenen Stellen versuchen Geldmittel zu erhalten um die Markgrafschaft zu entlasten. So wird die Flottenakademie sicherlich ihren Teil dazu beitragen. Nach Ende der Fehde werden wir uns auch um ein Treffen mit dem Baron von Wasserburg bemühen und versuchen von diesem ebenfalls Mittel gestellt zu bekommen.
Und natürlich hoffen wir, dass die markgräfliche Administration unser Vorhaben auch mit Geldmitteln unterstützt. Die genaue Summe können wir aber erst beziffern, wenn wir eine Ortsbesichtigung abgeschlossen haben." Dara nickte zufrieden und fokussierte sich auf den Braunhaarigen.
Dieser schmunzelte etwas und rieb sich die Stirn ehe er ansetzte:
"Das sind viele wenns und abers, wenig festes und greifbares. Ich sehe auch bislang keinen Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl an zwielichtigem Gesindel und dem nicht in Betrieb stehenden Stützpunkt.
Oder sagen wir es anders, ich sehe noch nicht wie ein in Betrieb stehender Stützpunkt dieser Problematik Abhilfe leisten sollte. Ist es nicht auch möglich, dass die Schiffe der Sonderflottille aus den anderen Stützpunkten auslaufen und während der Manöver an den vorhanden Flusshäfen anlegen?"

Dara schwieg.
Darauf war sie nicht vorbereitet. Sie hatte, nach dem Treffen mit der Admiralität, erwartet Gegenwind zu bekommen aber ein solcher Orkan? Darauf war sie nicht vorbereitet, vorallem weil der Markgraf selbst einen Ausbau der Wehrhaftigkeit entlang des Darpats befürwortete, hieß es. Aber dieser Punkt wurde einfach ignoriert. Wieder diese Bürokraten.

Der erfahrene Hauptbootsmann ergriff das Wort, als er merkte, dass die Kapitänin ins Stocken geriet: "Es geht bei dem Ausbau vor allem darum Waren abzufangen, die ab Wasserburg auf dem Land weitertransportiert werden. Die anderen Stützpunkte fahren schon so viele Manöver wie möglich, aber ohne direkten Verdacht kann man kein Schiff einfach während der Fahrt anhalten. Abgesehen von den Genehmigungen, die dafür notwendig sind, ist der Darpat an vielen Stellen nicht breit genug für drei Schiffe. Das heißt während der Durchsuchung der Sonderflottille würde der ganze Schiffsverkehr aufgehalten. Da ist ein Zusammenstoß vorprogrammiert..."

So lief das Gespräch noch einige Zeit weiter, die anderen Teilnehmer brachten sich hin und wieder ein, doch der braunhaarige Zopfträger dominierte das Gespräch und ließ kein gutes Haar an dem Vorhaben.

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Dara müsste Yanda zum zweiten Mal eine Absage übermitteln.
Die beiden Vertreter der Sonderflottille stiegen, sichtlich zerknautscht, in die Kutsche.
"Hauptbootsmann, sagen Sie mal, kennen Sie diesen braunhaarigen Kerl? Ich habe ihn vorher noch nie gesehen.", wandte sich die Kapitänin nach kurzem Schweigen an ihren Stellvertreter.
"Nein. Er hat sich auch nicht vorgestellt, sehr unhöflicher Mann.", er stockte kurz und setzte dann nach, "Um ehrlich zu sein, verkehre ich aber auch nicht so oft in solchen Kreisen. Vielleicht fragen Sie einmal die Frau Kommandantin?"
Dara nickte während sie gedankenversunken aus dem Fenster blickte. Von dem braunhaarigen Zopfträger würde sie ihrer Kommandantin berichten. Vielleicht könnte von Gerben etwas Licht in diese Sache bringen.