Ehre dem Ritterlichen – Feierliche Zeremonie

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Burg Aldengrund, 30.Rondra 1035 BF:

Feierlich ist nicht nur der Anlaß, sondern feierlich ist auch die ganze Atmosphäre. Der Hauptsaal Burg Aldengrunds ist festlich geschmückt und vermutlich das erste Mal seit mehr als hundert Götterläufen ist die eigentlich recht finstere Halle, die nur wenige Fenster besitzt, durch viele Kerzen hell erleuchtet. Banner in allen Farben der anwesenden Alriksritter und Gäste schmücken die Säulen im Saal, während an der Stirnseite die Banner von Mittelreich, Garetien und Alriksritterbund hängen. Die Gäste haben ein Spalier gebildet, das von der großen Eingangspforte bis zum Podium reicht. Leise unterhalten sich einige, während gewartet wird, als ein Herold in den Hausfarben der Baronie Puleth mit dem lauten Aufschlagen seines Heroldsstabes für Ruhe sorgt. Sogleich öffnet sich das Eingangsportal und eine Prozession betritt den Saal. An der Spitze betreten Schwertvater der Alriksritter Gerobald Leuhold von Ruchin und sein Schildträger und Gastgeber des heutigen Tages, Baron Felan Rondrik von Schallenberg-Streitzig, den Raum, beide ebenso wie die anderen Alriksritter mit prachtvollen Bundeshalsketten aus Silber geschmückt. Während der Schallenberger den symbolischen Schild mit dem Wappen des Bundes trägt, hat Gerobald ein Samtkissen in den Händen, auf dem ein stählerner Handschuh liegt: der Panzerhandschuh Kaiser Alriks!

Begleitet werden beide von den ehrwürdigen Geweihten der Herrin Rondra, Gilrand vom Berg, und des Herren Praios, Arrius von Wulffen, die ihre Kirchen in seltener Eintracht nebeneinander schreitend repräsentieren, angetan in den würdevollsten Trachten ihrer verehrten Götter.

Gleich danach folgen die Repräsentanten ihrer kaiserlichen Majestät Rohaja von Gareth, Kaiserin des Raulschen Reiches und Königin Garetiens: seine Hochwohlgeboren Barnhelm von Rabenmund, der Markvogt der Kaisermark Gareth, Horbald von Schroeckh, Erster Königlicher Rat Garetiens, sowie, als Vertreter der Familie von Gareth, Alrik von Gareth, Baron von Rabensbrück. Deutlich ist dieser Männerriege anzusehen, dass sie das Hiersein mehr als Pflicht denn als angenehm betrachten. Während jedoch Barnhelm sein eloquentes Lächeln zeigt und der "Schneck", mehr nach dem reichhaltigen Buffet schielt, zeigt der Rabensbrücker eher eine mißmutig, gelangweilte Miene. Dennoch nehmen sie in einer Reihe mit den anderen vor dem Podium ihre Positionen ein, als die beiden Geweihten vortreten.

Einige Diener haben an der Stirnseite des Saales zwei Türen eines kleineren Portals geöffnet, wodurch ein Raum, einer Kapelle gleich, offenbart wird. Vorsichtig geht Gerobald von Ruchin vor, um in der Mitte des Raumes das Samtkissen auf einer Säule aus Hartsteener Sandstein abzustellen und anschließend zur Seite zu treten. Nun eröffnet sich auch anderen der Blick in den fensterlosen Raum: Auch hier schmückt an der Stirnseite des Raumes ein Reichsbanner die Wand, doch in den zwei weiteren Seiten sind Nischen in der Wand zu sehen, die durch Altäre aus Eichenholz mit einfachen, aber durchaus kunstvollen Schnitzereien besetzt sind. Während ein bernsteinerner Greif zur Linken den Altar königlich bewacht, ist eine springende Löwin aus Rosenquarz auf der Rechten zu sehen.

Die Geweihten schreiten vor und ehrfurchtsvoll ist die Stille, als die die Priester zu sprechen beginnen.

"Im Namen der Donnernden!", ruft Gilrand vom Berg.

"Und im Namen des Allsehenden.", fährt Arrius von Wulffen in gemessener Stimmlage fort.

"Dieser Ort sei geweiht den Streitern der ritterlichen Tugend und Ehre."

"Und sein gerechtes Auge ruhe auf diesem Ort."

"In Gedenken an den Ersten der Ritter des Reiches ..."

"...und an seine gnadenvolle Herrschaft."

"So, wie er mit dem Schwert die Schwachen beschützte und seinem Reich den Frieden schenkte ..."

"...so, wie er die Schlechten strafte und über das Böse urteilte..."

"...so soll an diesem Ort ewig seiner Taten gedacht werden..."

"...und seine stählerne Faust uns allen ein Zeichen sein, unser Leben in Ehrfurcht vor den Göttern zu leben!"

Bei diesen Worten treten die Geweihten vor, jeder an den Schrein seines Gottes und seiner Göttin. Die Götterdiener halten segnend ihre Hand über die vor ihnen auf dem Altar stehenden Kerze, die eine strahlend weiß, die andere blutrot. Gemeinschaftlich sprechen sie den Feuersegen, um Einheit und Einigkeit zu demonstrieren und zugleich dem Herrn Ingerimm Dank am Gelingen Kapellenausbaus zukommen zu lassen. Mit dem Segensspruch entflammen die Kerzen.

Seine Gnaden Arrius von Wulfen vollführt die Geste der Sonnenscheibe, fasst an seinen Gürtel und ergreift ein güldenes Fläschchen. Er öffnet das Gefäß, und heraus tritt ein gleißender Lichtstrahl, der auf den Praios-Altar herniederstrahlt. Währenddessen lässt ein Tempeldiener einen goldenen Gong zwölfmal erklingen. Gebannt hält mancher der Anwesenden den Atem an, wohl wissend, dass dieser Funke des Ewigen Lichts eine schwindende Rarität nach der Entrückung des heiligen Artefaktes in Gareth ist.

Der Praios-Geweihte spricht hernach die Worte: "Herr der Ordnung, des Lichtes, der Gerechtigkeit, Fürst der Götter, erhöre mich. Erfülle diesen Altar, der zu deinem Gedenken errichtet wurde, mit deinem Licht. Segne diese Stätte in deinem Namen, o Herr, und erfülle sie so mit deinem Geiste. Lass dein Auge wachsam auf diesem Orte ruhen, lass deine Ordnung Einzug halten und gewähre uns Schutz vor Chaos und Dunkelsinn. Wir glauben an dich, güldener Herr Praios, und lassen uns leiten von deinem erhellenden Schein. Dein Licht erleuchte uns!" Die letzten Worte werden wiederholt von allen Anwesenden, während der Funke des Ewigen Lichtes flackernd erlischt. Dennoch erscheint die Nische, in welcher der Altar steht, erhellter zu sein als noch vor der Zeremonie. Ein Choral Gurvans wird angestimmt.

Sodann ergreift seine Hochwürden Gilrand vom Berg sein Weiheschwert mit beiden Händen am Heft und reckt es fordernd gen Alveran. "Himmlische Leuin, blicke herab zu uns. Hier steht dein bescheidener Diener, umringt von tapferen Streitern in deinem Namen. Sieh auf diese Stätte, an der wir dir Huld tun wollen, um deinen Namen zu ehren. Gewähre uns deinen Segen!" Nach diesen Worten legt der Praetor Gareths seine Waffe auf den Altar nieder, kniet nieder und berührt mit den Lippen das Holz des Schreines. Während er in Meditation versunken die Arme erhoben hält, trägt im Hintergrund ein Tempeldiener die zwölf Strophen des Chorales der Heiligen Ardare vor. Als die letzte Strophe verklingt, erhebt sich Gilrand, zückt seinen Opferdolch und ritzt sich zweimal in die linke Handfläche. Während er in einer ausholenden segnenden Geste sein Blut auf den Altar tropfen lässt, spricht er die überlieferten Worte: "Diesen Ort tränke das heilige Blut der Herrin Rondra und durchdringe der Geist der Himmelslöwin. Donner und Sturm beschirme jene heilige Stätte, auf dass sie Schutz und Zuflucht spende den Gläubigen und Rechtschaffenen. Kein Unbill soll hier Einzug halten, nicht Heimtücke und Missgunst herrschen. Schild und Wehr der Göttin sei hier all jenen, die Ehre und Mut achten und nicht zögern, ihr Leben dem Wohl der Gemeinschaft aller Gläubigen zu geben. Herrin Rondra, kehre ein in diesen Ort und beschirme uns. So sei es!" Erneut erfüllt das Echo aus den Mündern der Versammelten den Raum. Anschließend wenden sich die Geweihten in Richtung der Zusehenden und erheben gemeinsam die Arme zum Segen. Wie aus einem Mund sprechen sie: "Göttlicher Beistand allen versammelten Gläubigen. Ihr selbst seid nun Zeugen der Gnade und des Wohlwollens, welche uns die Himmlischen gewährt haben. Tretet heran und schauet die Pracht und den Ruhm, welche uns Serblichen zuteil wurde. Gebt nun Bekenntnis ab zu den Göttern."

Während die Glaubensgemeinschaft das zwölfgöttliche Glaubensbekenntnis spricht, schreiten die Götterdiener Seite an Seite aus der Kapelle, um den Wartenden nun die Möglichkeit zu geben, an die Schreine zu treten und den Göttern sowie dem Symbol des Ritterbundes ihre Ehre zu erbieten, bevor der Baron von Puleth mit lauten Worten, die Tafel eröffnete, um den Anlaß ausgelassen zu feiern.