Geschichten:Dreihügler Muttertag - Vom Mühlgewerbe

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Dreihügeln, 11 Peraine 1035 BF

Zu den Anmerkungen Yadvigas nickte die Junkerin zustimmend. Das mit dem Mühlstein hatte ihr der Müller schon im Herbst gesagt, nachdem die letzte Ernte verarbeitet war. Demzufolge hatten sowohl ihr Müller, als auch die Alte die gleiche Meinung. Der Vorschlag mit der zusätzlichen Walkmühle kam auch nicht sonderlich überraschend, denn bereits im vergangenen Winter hatte sie selbst darüber nachgedacht, Adran nach einer Erlaubnis zu fragen, es dann aber irgendwie wieder vergessen. Dass sie aber das Angebot bekäme, und das ausgerechnet von dieser mürrischen Frau, ein paar Gefallen einzufordern, kam für Gramhild aus heiterem Himmel. Aber sie war sich durchaus darüber im Klaren, dass, wenn sie das Angebot annähme, sie ihrer Ziehmutter ebenfalls mehr als nur einen Gefallen schuldig wäre. Aber sie schaffte es dennoch, ihre Verblüffung zu verbergen und dachte kurz darüber nach, bevor sie antwortete. „Eine Lohmühle wäre sicherlich eine gute Investition, ebenso wie eine Walkmühle. Aber ich müsste wohl erst den Baron fragen, ob wir die hier bauen dürfen. Außerdem müssten wir dann schauen, wer die Weberei übernimmt. Bisher wurde die Wolle immer nach dem Spinnen direkt als Rohstoff auf dem Markt verkauft, wenn sie nicht direkt als Garn verwendet wurde.“ Diesmal vermied sie vorerst, auf den Jungen weiter einzugehen. Nach den Striemen im Gesicht des Pagen zu urteilen, war sie sich nicht sicher, ob sie den Knaben des Mühlbauern wirklich mit auf die wacklige Kutsche steigen lassen wollte.

Die Alte nickte ein wenig abwesend, als bedenke sie die Antwort und spinne bereits wieder weitere Fäden: „Wenn Adran Schwierigkeiten macht, lass es mich wissen. Das wird der Familienrat geregelt kriegen. Und wo wir gerade dabei sind, wenn könnte ich den Knaben erst auf dem Rückweg mitnehmen. Ich will vorher noch nach Greifenfurt und einen Abstecher nach Kressenburg machen. Stoffe kaufen für adäquate Hochzeitsgewandung.“ Die Überraschungen des heutigen Tages schienen nicht abzureißen. Diesmal warf Gramhild tatsächlich einen halb erstaunten, halb misstrauischen Blick zu ihrer Ziehmutter hinüber. Die Hochzeit des Kressenburger Barons Ardo von Keilholtz war bereits vorüber, die konnte sie nicht meinen. „Wer heiratet denn?“

Der Blick, mit dem ihre Mutter sie ansah, versprach nichts Gutes: „Da fragst du noch? Du führst einen reinen Weiberhaushalt, hast zwei ausgewachsene Töchter, die schon lange über die Zeit drüber sind, zu der man sie unter die Haube bringt, und deine Trauerzeit dauert nun schon auch mehr denn ein dutzend Jahre an. Das sind drei gute Gründe, nach geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten. Für dich hatte ich ja den neuen Baron von Nebelstein im Auge, aber der hat dummerweise noch eine Frau und da die beiden jenseits der fruchtbaren Zeit sind, besteht auch wenig Hoffnung, dass die gute Helmtraut frühzeitig ins Gras beißt. Aber zum Glück haben die beiden ja Kinder, genau wie der neue Baron von Dunkelsfarn – wo hab ich noch mal seinen Namen… egal – der Knabe hat jedenfalls auch Geschwister, wie du ja an meinem tranfunzeligen Pagen sehen kannst. Da lässt sich sicherlich das Ein oder Andere arrangieren… Zu dumm, dass die Kinder der Greifin noch so jung sind. Gerade so einen Drittgeborenen in den Stammbaum zu bekommen wäre schon des Lavierens Wert. Aber vielleicht, wenn wir jetzt endlich zu Potte kommen und sich Rahjamunde oder Rondraja anstrengen, dann ergäbe sich vielleicht etwas in der nächsten Generation.“ So geschäftig plappernd hatte Yadviga die Mühle umrundet, als sie plötzlich verharrte und stocksteif stehen blieb: „Was soll denn das?!“ Augenscheinlich erregt starrte sie hinüber zum Mühlteich.



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11. Per 1035 BF
Vom Mühlgewerbe
Vom Mahlen


Kapitel 8

Vom Weiher
Autor: Wertlingen und Gramhild