Dreihügeler Familienzusammenführung - Eine kleine Bitte

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Eine kleine Bitte

Auf der Kressenburg, Mitte Rahja 1035 BF

"Verzeiht die Störung, Euer Hochgeboren. Ein Bote aus Dreihügeln ist eingetroffen und wünscht Euch zu sprechen." Ugrimms kräftige Stimme war über das laute Hundegebell im Flur vor dem Zimmer fast nicht zu verstehen. Da Ardo annahm, dass es dem Zwerg bei einer mündlichen Antwort ähnlich gehen würde, nickte er nur und deutete mit einem Handzeichen an, das der Bote eingelassen würde. Der Angroscho verneigte sich kurz und kam kurz darauf mit einem Bauern in seinem Praiostagsgewand zurück. Dieser führte einen großen zottigen Hütehund an einem festen Seil mit sich, der wiederum für den ohrenbetäubenden Lärm verantwortlich war. Mit einiger Mühe gelang es dem unglücklich dreinschauenden Boten das Tier soweit zu beruhigen, dass aus dem lauten Gebell ein ergebenes Winseln wurde, dessen Lautsstärke es zuließ sich im normalen Ton zu unterhalten.

"Ich bitte um Verzeihung, Euer Hochgeboren. Raul ist noch sehr jung und der Widerhall der steinernen Gänge Eurer Burg hat ihn verwirrt." Er machte einen tiefen Diener, bevor er erschrocken aufsah und eilig ergänzend fortfuhr. "Henner ist mein Name und ich komme im Auftrag der Junkerin von Dreihügeln zu Euch."

"Was genau führt Euch zu mir, guter Mann? Welche Botschaft lässt Eure Herrin mir übermitteln?" Ardo war leicht ungeduldig ob des merkwürdigen Auftretens von Mann und Tier.

"Oh, natürlich Euer Hochgeboren, wie dumm von mir." Hastig zog der Bote einen gesiegelten Brief aus seinem Beutel hervor und reichte ihn demütig dem Baron. "Meine Herrin entbietet Euch die herzlichsten Grüße und dieses nachträgliche Geschenk zu eurer Vermählung als Zeichen ihrer Freundschaft."

Der junge Baron erbrach das Siegel nach kurzer Betrachtung und überflog die an ihn gerichteten Zeilen der Nardesfelder Junkerin.

An Seine Hochgeboren

Ardo von Keilholtz
Baron zu Kressenburg
 
 
 
 
Euer Hochgeboren, werter Vetter,

wie bereits am Tage Eurer Vermählung wünsche ich Euch noch einmal den Segen und Schutz aller Götter und Heiligen, auf dass sie Euer Heim behüten mögen. Damit diese guten Wünsche wahr werden mögen, übersende ich durch meinen Knecht Henner mit diesem Schreiben nachträglich mein Präsent an Euch, auf das Euer Haus und deren Einwohner durch den Ruf des Tieres aufmerksam werden mögen. Selbstverständlich erhaltet Ihr beiligend auch eine Urkunde, die Abstammung und besonders Zuchterfolge der letzten fünf Generationen nachweisen.

Das Tier hört auf den Namen „Raul“ und ist ausgebildeter Wach- und Schutzhund, kann aber auch zur Wache an Herden eingesetzt werden. Dann schlägt er überwiegend bei Annäherung geruchsfremder Menschen, aber auch bei Tieren wie Füchsen, Wölfen oder Bären an. Weitere Hinweise zu Fähigkeiten und erlernten Befehlen sind ebenfalls der Abstammungsurkunde beigelegt.

Nun zum eigentlichen Thema meines Schreibens: Auf der Feier Eurer Heirat konnten wir uns einen Moment über meine Tochter Rahjamunde unterhalten, falls ihr Euch entsinnen mögt. Sie hat ihre vereinbarte Lehrzeit von 5 Jahren bei ihrem Lehrmeister in Wandleth nun abgeleistet und möchte sich gern auf seinen Rat hin bei einem weiteren Lehrmeister noch eine Weile verdingen, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Ihr erwähntet, dass in Kressenburg ebenfalls zwergische Feinschmiede Interesse an einer vorgebildeten Gesellin haben könnten.

Noch einmal Euren Rat suchend möchte ich nun nachfragen, ob ein Umzug nach Kressenburg möglich ist und jemand Eures Hauses ihr dabei helfen könnte, oder ob ich meinen Knecht direkt nach Wandleth weitersenden soll, damit er ihr bei der Reise nach Dreihügeln zur Seite stehe. Selbstverständlich wird Henner sich auch bei einem Umzug nach Kressenburg nützlich machen, wenn Ihr wünscht.

Ihr könnt ihm eine Botschaft entsprechend Eurer Antwort mitgeben, sofern ihr ihn fortschicken mögt. Dann wird er sie – mit oder ohne meine Tochter – baldigst zu mir bringen.

Habt Dank und Travias Segen mit Euch,
 
 
 
 
Ihro Wohlgeboren
Edelgunde Gramhild Keilholtz von Schroffenstein
Perlvögtin und Junkerin zu Dreihügeln

Gesiegelt am 3. Rahja 1035 BF

Deutlich freundlicher als zuvor betrachtete Ardo nun den zottigen Hund und den Dreihügeler Boten. "Wohlan, Henner. Übermittle deiner Herrin meinen aufrichtigen Dank für Ihr Traviagefälliges Geschenk." Der Baron dachte kurz über Gramhilds Vorschlag zur Verwendung des Boten nach, bevor er fortfuhr. "Du wirst ein paar Tage hierbleiben, bis Raul sich an den Ort gewöhnt hat. Bis dahin werde ich entschieden haben, ob du gleich heimkehren kannst oder nach Wandleth weiterreisen musst." Henner verneigte sich tief und sah nun, da seine Aufgabe vorerst erfüllt war, deutlich erleichtert aus.

"Ugrimm", rief Ardo seinen Haushofmeister wieder herein, "geh mit Henner in den Burghof, und findet einen geeigneten Verschlag für den Hund. Danach führst du den Boten in die Küche, damit er sich stärken kann, und gibst ihm ein Quartier im Gesindehaus. Er wird einige Tage auf der Burg bleiben. Bis zu seiner Abreise wird er sich um das Tier kümmern, damit es sich eingewöhnt. Sieh zu, wo du ihn sonst noch gebrauchen kannst."