Die Schwingen des Heros oder: Hadrumirs Wacht beginnt

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Das gesellschaftliche Gareth bereitet sich auf eine neue Opernsaison vor. Nach dem Fiasko der Oper „Mutter und Wolf“ in der Spielzeit 1040/41 hat Maestro Tsaducchi Roverte ya Sfighio zwei Jahre an seiner großen Korgond-Oper gearbeitet.

Gareth Am 23. Travia 1043 BF wird es soweit sein: Die neue Oper des Maestros Sfighio wird im Hof des Schlosses Sonnentor uraufgeführt werden. Dass er sich für das Thema Korgond so viel Zeit gelassen hat, nimmt wenig wunder, ist doch das Auftauchen des mystischen Ortes mitsamt seiner in Garetien Fuß fassenden Ritter- und Herrscherphilosophie ein komplexes Ereignis. Dieses lässt sich schon in Prosa schwer fassen, deuten und darlegen. Um wie viel schwieriger wird da die dramatische Bearbeitung sein, selbst wenn die künstlerische Freiheit die eine oder andere Unebenheit glätten kann.

Der ‚Herold‘ hat versucht, im Vorfeld mehr als den Titel der Oper in Erfahrung zu bringen, ist jedoch diesmal nicht so erfolgreich wie gewohnt. Der Grund hierfür ist, dass unser theaterkundiger Gesprächspartner uns seit Monaten nicht zur Verfügung stand: Niemand Geringeres als Seine Hochwohlgeboren Barnhelm von Rabenmund selbst hat dem Autor dieses Artikels üblicherweise über die bevorstehenden Opernproduktionen seines Hofstaates unterrichtet und mit Expertenwissen über die kompositorischen, musikalischen und dramatischen Kniffe des Maestro Auskunft gegeben. Der Markvogt aber ist seit Einrichtung der Brachenwacht – für deren dramatische Bearbeitung sich Maestro ya Sfighio gerüchteweise auch schon interessiert – nur noch selten und in kleinem Kreise aufgetreten. Den Sommer verbrachte er zurückgezogen auf Sonnentor, wohl kaum um den Fortgang der Opernproben zu studieren, denen er nicht einmal beigewohnt haben soll, sondern wahrscheinlich, weil die Zeitläufte die politische Zeit des Mächtigen zu sehr beanspruchen. Das Barnhelm von Rabenmund schwer krank sein soll, entbehrt jedenfalls allen anderen Gerüchten aus Sonnentor.

Nun zur Oper. Dem schweren Stoff rückt der Maestro zu Leibe, indem er ihn personalisiert in den Griff bekommt. Hierzu spielen die Tatsachen dem Künstler in die Hände, denn mit dem neuen Wächter Korgonds – Hadrumir von Schwingenfels – hat das Königreich ja tatsächlich einen bekannten Streiter der Natterndorner Fehde, einen vornehmen Vertreter des Standes und einen verdienten Recken des tobrischen Feldzuges an den Mythos Korgond abgegeben. Hinzu kommt die Ironie, zu der die Geschichte bekanntermaßen seit jeher eine Begabung besessen hat, dass Hadrumir nicht nur Schwingenfels heißt, sondern nun auch das legendäre Schwert Schwingenrauschen führen wird. Die ganze Oper soll sich nun also um den Helden – „Heros“ –Hadrumir drehen, wobei nicht in Erfahrung zu bringen war, ob tatsächlich das Natterndorner Vorleben des Pulether Kronvogtes ebenfalls im Libretto stehen soll.

Ein Wort noch zu den Darstellern: Sfighio verzichtet nur ungern auf seine Bühnenhelden, weshalb es den kundigen Kenner nicht überrascht, dass Malvolio della Gozzi mit seinem Heldentenor den Hadrumir singen wird. Auch Alrik Phexhuber und Barjed de Pertakis sind gesetzt, ihre Rollen mit den Namen „Eboreus“ und „Emmeran“ aber inhaltlich nicht zu entschlüsseln. Irionya dell' Anzani gestand dem Autor dieses Artikels, dass auch sie Teil des Ensembles sei und eine „anbetungswürdige Duridanya“ singen werde. Was das bedeuten soll?

Am 23. Travia werden wir es wissen. Wer an diesem Abend nicht auf Sonnentor ist, braucht sich den Rest des Jahres auf dem Garether Parkett nicht blicken zu lassen, zumal der Rumor geht, Markvogt Barnhelm wolle seinen Maestro auf der Bühne besonders auszeichnen.

Jagodar von Galothini