Die Schlacht der Drei Kaiser - Teil 10

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Die Schlacht der drei Kaiser – Epilog

Garetien:Kaiserstadt Gareth 18. Phex 1028 Nimmgalf von Hirschfurten erwachte mit pochenden Schmerzen im ganzen Leib. Er konnte sich vor lauter Verbänden und mit Bandagen fixierten Gliedmaßen kaum rühren. Eine Frau, die eine weiße Schürze umgebunden hatte, kam zu ihm. Jetzt erst realisierte er, dass er sich in einem Lazarett befinden musste. „Wo… wo bin ich?“ sagte er leise. Ihn schmerzte jede kleine Bewegung seines Körpers.

„Ihr seid in Gareth, Meilersgrund. Ihr habt mehrere Tage lang im Koma gelegen, Hochgeboren“, antwortete die Frau, deren Alter Nimmgalf kaum einschätzen konnte.

Jedoch kam ihm ihr Gesicht vage bekannt vor.

„Sagt, kenne ich Euch?“ „Das solltet Ihr schon selbst beurteilen können“, erwiderte sie, während sie ihm mit einem feuchten Tusch die Stirn tupfte. Nimmgalf dachte nach. „Habe ich euch nicht schon mal im Gefolge der Fürstin Irmegunde gesehen?“ Ein Schatten huschte über das schöne Gesicht der Frau. „Ja… das kann sein“, entgegnete sie. „Ich war die Hofdame ihrer alltraviagefälligen Durchlaucht.“

„Ihr ward …?“ Die Frau blickte ihn traurig an, und er verstand. „Oh… es tut mir leid.“ Jetzt erinnerte er sich auch wieder an ihren Namen. Es war Morgause von Rabenmund-Weltengrund, die erste Hofdame Fürstin Irmegundes, die bei der Schlacht um Rommilys gefallen war. Offenbar erhielt er durch sie eine bevorzugte Behandlung bei der Wundversorgung, ohne den Grund dafür zu kennen.

„Viele gute Menschen mussten in der letzten Zeit ihr Leben lassen – dies ist euch erspart geblieben, Hochgeboren, obwohl es lange Zeit so aussah, als ob ihr eure letzte Reise über das Nirgendmeer antreten würdet, wie schon so viele vor euch.“

„Habt … habt Dank für eure Fürsorge!“ Er schwieg eine Weile, offenbar hatte er großes Glück gehabt, noch am Leben zu sein. Mit einem Mal fielen ihm die letzten Augenblicke der Schlacht der drei Kaiser wieder ein.

„Rohaja!“ rief er – und versuchte sich ruckartig aufzusetzen, doch ein jäher Schmerz zwang ihn wieder in die Rückenlage. Er stöhnte kurz auf. „Die Königin… ich… wo ist… was ist ...“

„Morgause beruhigte ihn: „Die Königin lebt. Ihr konntet sie vor dem Drachen retten – wenn auch nicht ganz unverletzt.“ „Was?...“ „Ich möchte nicht darüber sprechen“, erwiderte sie streng.

„Aber sie lebt!“ flüsterte Nimmgalf erleichtert. „Den Göttern sei Dank.“ „Manche halten Euch für einen Helden, Hochgeboren!“ Nimmgalf lächelte schief. Ein schöner Held war er – er konnte froh sein, nicht doch noch nachträglich wegen Reichsverrates verurteilt zu werden.

„Und was ist mit denjenigen, die auf Answins Seite standen?“ fragte er die Frau. „So weit ich weiß, soll dies von Fall zu Fall entschieden werden. An Eurer Stelle würde ich mir aber nicht allzu große Sorgen machen – die Königin weiß Tapferkeit sehr wohl angemessen zu vergelten.“

Eine Weile schwiegen sie. Nimmgalf beobachtete sie dabei, wie sie ihm einen Verband wechselte. Offenbar war sie recht geschickt im Versorgen von Wunden.

„Wie bin ich hierher gekommen?“ fragte er schließlich. „Ihr wurdet ohne Bewusstsein von einigen eurer Leute hierher gebracht. Auch euer Pferd wurde gefunden – ein prächtiges Tier, das muss man Euch lassen. Ich habe mit dem Tierpfleger gesprochen. Die Bolzenwunde war nicht so tief – es wird sich sicher bald von seiner Verletzung erholen.“ Nimmgalf war erleichtert das zu hören. Wenn er wieder einigermaßen auf den Beinen wäre, würde er sich angemessen für die aufopferungsvolle Pflege der darpatischen Edeldame bedanken. Nach dem Tode der Fürstin würde sie sicherlich jede Hilfe gebrauchen können.

„Ihr müsst nun ruhe finden – Nimmgalf von Hirschfurten! Ihr habt vieles durchgemacht und es wird noch einige Zeit dauern, bis ihr wieder genesen seid. Bis dahin schont eure Kräfte und macht euch nicht allzu viele Sorgen. Ich sprach mit einem Eurer Männer von der Reichsforster Liga: die meisten der Soldaten sind noch am Leben und sie sorgen für eure Sicherheit – auch im Hinblick auf eine gewisse Person in Leihenbutt.“

Nimmgalf blickte sie erstaunt an. Offenbar war diese Frau bestens über ihn informiert. Morgause bemerkte seine Verwunderung und lächelte sanft. „Seid ganz unbesorgt! Von nun an geht es mit euch wieder bergauf. Ich spüre es.“

Nimmgalf verzichtete darauf, sie nach ihren Informationsquellen zu befragen – wahrscheinlich hätte er ohnehin keine konkreten Angaben erhalten. Er legte sich in eine einigermaßen bequeme Position und ließ seine Gedanken über all die vielen epochalen Ereignisse des Jahrs des Feuers schweifen. So vieles war geschehen – und so manches davon würde noch ein Nachspiel haben. Doch in naher Zukunft zeichnete sich nun bald schon ein über allem anderen stehendes Ereignis ab, welches Nimmgalf um keinen Preis der Welt verpassen wollte: die Kaiserkrönung Rohajas von Gareth!

ENDE

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Texte der Hauptreihe:
K1. Teil 1
K2. Teil 2
K3. Teil 3
K4. Teil 4
K5. Teil 5
K6. Teil 6
K7. Teil 7
K8. Teil 8
K9. Teil 9
K10. Teil 10
16. Phe 1028 BF zur abendlichen Firunstunde
Teil 10
Teil 9

Kapitel 10

Autor: INa