Die Katastrophe (Al’Katas Pu’ranuth) – Das Ende ist der Anfang

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Triggerwarnung: Die Geschichte enthält explizite Passagen.

Baronie und Stadt Brendiltal, Stadtpalast des Barons, Ende Rondra 1039 BF

Mit weit aufgerissen Augen – die eben noch entrückt-lüstern blickten - starrte er seiner Gespielin entsetzt und voller Hass an. „Nein, nicht so.“ fluchte alles in ihm und er versuchte sich aufzubäumen und sich mit aller Kraft gegen die Schlechterin auf seinem Schoß zu stemmen, doch da war sein Körper bereits so schwach, dass jede Bewegung ihn nur noch weiter in die Starre drückte. Seine eigene Kraft zwang ihn in die Kissen. Er wollte der Buhle einen Fluch entgegen spucken, doch auch seine Zunge versagte ihm den Dienst und heraus brach sich nur unverständliches wenn auch nach Verachtung klingendes Gestammel. „Nicht so. Nicht ich. Dieser feige Sohn eines Borstenschweins.“ Auch das Denken fiel ihm immer schwerer, doch auch bei der Hexe auf ihm löste sich plötzlich alle Anspannung während ihr Schweiß auf ihn herab tropfe, welcher sich zuvor mit seinem verbunden hatte. Plötzlich wirkte sie wie ein verschüchtertes Kind, als sie merkte dass Eslam sich nicht mehr recht rühren konnte. Verstohlen sah sie zu dem Pokal rüber aus dem sie Eslam immer wieder spielerisch Wein eingeflößt hatte.

Ein Nicken, beschämt und voller Reue. „Ja, main großär Al’Shuar und Marben, dasz war äs.“, schluchzte sie, „Mit jeädem Tropfen von Radschas Härrlichkait brachtä ich Eich Eiräm Todt nähär. Ä…äs tut mir laid, oh ädlär Furst. Doch ich hat..tä kaina andärä Wahl, sie habän maina…Familiä…main ganszäs Läbän.“ Beschämt wandte sie sich ab, da sie dem verzweifelt-kämpferischen Blick Eslams nicht stand hielt, der sie trotz ihrer Geschichte immer noch verfluchte. Sie alle hätten Opfer zu bringen, dachte er dämmerig. Während sie sich voller Selbstekel von ihm schob, bäumte er sich noch einmal mit letzter Kraft auf um sie am Hals zu packen. Dabei erschrak sie so fürchterlich, dass sie einnäßte, hinten überfiel, schamvoll aufstand und sich zitternd in die Ecke stellte. Dabei beobachtete sie Eslam wie er wieder schwer atmend in die Kissen fiel, gebeutelt von seinem missglückten Angriff. Von seinem weichen Sterbelager aus starrte er das Häufchen Elend an, er konnte ihre Angst und ihre Reue beinahe riechen, doch Mitleid empfand er immer noch nicht, viel mehr fragte er sich wie dieser sog. Marschall es nur wagen konnte, IHN den großen Bannerheeren der Nebachoten so abzuservieren. Ohne Kampf, ohne Ehre, ohne Blut und Klinge. Nicht auf dem Feld wie es ihm und einem wahren Marschall gebühren würde. Dieser Hundeschänder war nur ein Spieler, ein Stratege, kein echter Krieger.

Doch offensichtlich kannte er Eslams Stärken, aber auch seine Schwächen. Bei diesem verschwommenen Gedanken verfluchte er sich selbst, dass er auf so einen billigen Trick herein gefallen war und dabei sah er hinüber zu seiner Gespielin und Mörderin, ein hübsches Ding und doch so grausam. Diese wollte sich langsam davon schleichen, als sie sich aus ihrer Angststarre löste, da sie merkte wie der Al’Shuar langsam wegdämmerte. Doch da brachen noch ein paar brüchige Sprachfetzen aus dem sterben Baron heraus und sie hielt erneut erschrocken inne: „Där Sch…Schand…marschall hat mir…ain An…gäbot gä‘macht und ich habä sähr…deitlich gä…macht was ich davoun…haltä. Doch main Volk, dain Volk, ist ain stolzäs Vol..k, an däm gänug Schandä…kläbt. Und du…du hast diesä gämährt…du bist schwach…Waib. Schwach wie ainst wir...allä. Du…bist nur där Botä ainäs Dämons…und als solchär wirst du in die Gä…schichtä aingähän, als das Waib wäl..chäs dän Mann gätetät hat, där…däm Mar’schall als ainzigäs die Stirn...bietän konntä, mit tausändän von Nebachosja,...die Schandä rainwaschänd. Dänn du wirst sä..hen, ich hattä Recht, där Dämon Haffax...wird hierhär kommän…und…und niemand wird Nebachot vor dem szwaitän Fall bä‘wahren,...dänn ich wärde nicht mehr da sain…und mit mir nie..mand…där daine teire..Familiä dann bäschutzt…dänn du hast ihnän...selbst das Mässär…ins Härsz gä...rammt, Dämonän…hurä, du…sollst nie…mals Vär…gäb…ungh…fin…dän………………..“, mit diesen Worten erschlaffte der Körper des großen Eslam von Brendiltal, auf dem Höhepunkt seiner Macht, abgöttisch geliebt und auf übelste verachtet - Marben von Brendiltal, Fürst der Bahr ai Danal und Al’Shuar der Nebachoten, Pulethaner, Veteran der Ogerschlacht und vieler weiterer Bedeutender Kriege, Freund des Heiligen Simold von Pfiffenstocks und des allweisen Al'Haresh, der die Nebachoten und Baburen wieder vereint hatte und mit den 9 Stämmen geritten war und dem tausende von Kiregern bedingungslos und todesverachtend gefolgt wären.

Die völlig eingeschüchterte Frau die fassungslos auf den toten Körper starrte und nun das Ausmaß ihrer Tat erst wirklich begriff, regte sich eine Ewigkeit nicht. Angewurzelt vor Angst und tiefer Selbstverachtung traf sie eine Entscheidung, ihrer Schande entsprechend. Sie trat hinüber an das Bett und trank die letzten Schlücke aus Eslams Pokal. Was hatte sie getan?, fragte sie sich immer wieder, während ihr Geist und ihr Körper abdrifteten und sie zuletzt nur noch das heftige Pochen an der Tür und die erkaltende Hand des Barons in ihrer wahrnahm.


Danke an Eslam für diesen wunderbaren Charakter.

 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Markgrafschaft Perricum.svg   Wappen Baronie Herdentor.svg   Wappen Stadt Brendiltal.svg  
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Autor: Jan