Die Falle einer Ratte - Nachrichten aus Kressenburg

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Markt Kressenburg

"Diese garetischen Schwachköpfe! Im Finsterkamm lauert der Ork und die fangen an sich auf der Greifin Grund und Boden die Fehde zu erklären! Hat denn seine Liebden nichts dazu gesagt? Ein Skandal ist das sondergleichen! Und jetzt fangen sie gar an Söldner nach Osenbrück zu führen? Das hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben!"

Phexian von Kieselholm hatte sich in Rage geredet. Der alte Vogt von Kressenburg saß an seinem Schreibtisch der aussah als hätte er ebenfalls schon weit über sechszig Götterläufe gesehen und schaute den viele Jahre jüngeren neuen Baron mit hochrotem Kopf an. Beschwichtigend hob Ardo von Keilholtz die Hände. Er wusste nur zu gut um das Temperament des alten Kieselholmers und auch, dass es dessen Gesundheit nicht zuträglich war.

"Ich bítte Euch, ehrenwerter Schwertvater, es wird alles halb so schlimm sein wie es aussieht. Natürlich liegt Osenbrück gleich hinter der Grenze, aber es ist garetischer Boden. Dort können sie tun und lassen was sie wollen. Immerhin hat der Ritter von Zornesorden verhindert, dass die Fehde auf märkischen Boden ausgetragen wird und dafür sollten wir dankbar sein. Wir werden ein wachsames Auge haben, so wie immer. Nur müssen wir uns nun ebend ein paar mal mehr drehen um alles zu sehen. Früher war es nur der Ork im Westen und im Norden. Nun haben wir noch das Gesindel aus der Wildermark im Osten und die streitlustigen Garetier im Süden. Sicherlich stimme ich Euch zu, dass diese Reibereien mehr als unnötig sind, aber wenn seine kaiserliche Hoheit Prinz Storko schon nicht eingeschritten ist, wem außer der Kaiserin und den Göttern selbst stünde es zu ein Machtwort zu sprechen? Wir werden die Grenzen Greifenfurts sichern, so wie wir es immer getan haben. Ich werde einen Boten mit einer unserer Brieftauben zum Quastenbroicher schicken, damit er uns rechtzeitig warnen kann wenn sich bei ihm etwas tut. Zudem wird mein Großvater uns sicherlich eine Nachricht zukommen lassen, wenn sich die Söldner der Kressenburger Grenze nähern sollten."

Mit seiner entwaffnenden Unbeschwertheit schaffte es Ardo für den Moment den Altvogt zu beruhigen. Dieser fuhr sich grummelnd durch den Bart und fing wieder an durch die Unterlagen zu wühlen die er vor Ardos Eintreffen gesichtet hatte.

"Du magst Recht haben mein Sohn, aber die hätten das trotzdem anständiger lösen können. Glaube mir, es entsteht nichts Gutes daraus, wenn sich die Edlen des Reichen gegenseitig an die Kehle gehen. Was sind wir denn dann noch für ein Vorbild für den Pöbel? Praios hat uns nicht zu Herren gemacht, damit wir den Schutz von Land und Lehen vernachlässigen um uns der Streitsucht hinzugeben. Wo ist nur die gute alte Zeit hin, wo alle Streitfragen bei einer guten Partie Pöltjes geklärt werden konnten? Das Schwert sollte für den Ork aufgespart bleiben."

Schwer seufzend schob Phexian einen schweren Folianten über den Tisch, der die Abrechnungen des letzten Jahres enthielt. Drei Götterläufe war es her, dass Ardo seinen Ritterschlag erhalten hatte und als Hauptmann in die große Stadt gegangen war. Doch als neuer Baron war es an der Zeit sich wieder in die Verwaltung Kressenburgs einzuarbeiten. Und er würde dafür sorge tragen, dass es hier auch weiterhin so ruhig und beschaulich zuging wie es seit Generationen der Fall gewesen war.

"Lasst das jetzt ruhig meine Sorge sein, ehrenwerter Schwertvater. Das Wichtigste für uns ist im Moment bis zum Turnier die Abrechnungen für die Goldminen fertigzustellen. Der Parsenburger hat die Steuern ja immer gerne etwas eher um sie pünktlich nach Gareth schicken zu können. Ordnung muss ebend sein. Und wenn wir damit fertig sind schauen wir nach ob Euer Pöltjesarm schon eingerostet ist. Ich habe auf dem Konvent etwas kennengelernt, das ich unbedingt ausprobieren will. Krumm-Pöltjes, eine neue Mode aus dem Perricumschen. Ohne Frage recht ungewöhnlich, aber sie scheinen eine sehr interessante Flugkurve zu haben."