Deutung von Ardos Traum - In Kressenburg

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20. Tsa 1040, Burg Kressenburg, Baronie Kressenburg

Mit einem erschrockenen Keuchen erwachte Ardo aus dem Schlaf. Der Platz im Bett neben ihm war leer stellte er in einem kurzen Moment erschrocken fest, bis ihm wieder einfiel warum. Seine Gemahlin lag ein paar Räume weiter im Wochenbett, wo sie vor zwei Nächten ihre Tochter zur Welt gebracht hatte.

Im Dunkel der Nacht tastete sich der Baron seinen Weg zum Fenster. Er öffnete die hölzernen Läden und sog die kalte Nachtluft in seine Lungen. Ardo war hellwach und doch konnte er sich an jede Einzelheit seines Traumes erinnern. Das Madamal versteckte sich hinter ein paar Wolken, doch das diffuse Licht reichte aus um das Schlafgemach spärlich zu erhellen. Der Keilholtzer ging zu dem Bärenfell, welches ihm als Bettvorleger diente und spähte darunter. Da war nur der nackte Steinboden, so wie es immer gewesen war. Keine Spur von der Falltür, die sich in seinem Traum just an jener Stelle befunden hatte. Er hätte auch nicht gewusst wo eine solche Falltür hinführen sollte. Darunter lagen andere Räume, Gästegemächer, der Rittersaal, aber mit Sicherheit nichts was an die Bauernkate aus seinem Traum erinnerte. Eine Wendeltreppe zu einem Raum mit Backsteinmauern hatte er auch noch nie auf seiner Burg gesehen, obgleich sie den Legenden zufolge ihren Ursprung in der bosparanischen Besiedlungszeit hatte.

Ardo ließ seinen Blick durch den Raum schweifen bis er an dem großen geflammten Zweihänder über dem Kamin hängen blieb. ‚Flammenschlag’, dachte er. Die Stele in seinem Traum hatte das Symbol einer Flamme getragen. Sein eigener Kopf hatte frisch abgetrennt vor der Stele gelegen und ihn mit purpurnen Augen angesehen. Und gesprochen hatte der tote Mund zu ihm. Nur ein Wort. Doch das war ihm durch Mark und Bein gegangen. Korgond.

Der Baron kleidete sich an und ging in sein Arbeitszimmer. Nachdem er ein paar Kerzen entzündet hatte, durchsuchte er die Papiere die in den Truhen und Regalen entlang der Wand gesammelt waren, bis er schließlich fand was er suchte. Das Pergament zeigte eine Abschrift der mystischen, vermutlich trollischen Landkarte des zentralen Kaiserreiches, welche fast auf den Tag genau zwei Götterläufen auf der Burg Bogenbrück entdeckt worden war. Dort war er zum Herz der Herzen erkoren worden, zum Ersten unter Gleichen im Orden von Korgond. Zu gerne hätte er sich an Leobrecht gewandt. Der alte Ritter war wohl am besten mit den Mythen um das legendäre Korgond vertraut und hätte Ardo sicherlich weiterhelfen können. Doch war er schon vor Wochen zu einer unbestimmten Suche in den Reichsforst aufgebrochen und Ardo hatte seitdem nichts wieder von seinem Freund gehört.

Ein anderer Name fiel ihm ein. Bishdaryan von Tikalen. Der freundliche und aufgeschlossene Diener Bishdariels war ihm von den Ereignissen auf Bogenbrück im Gedächtnis geblieben. Das Boron-Kloster Krähenklamm war sicherlich deutlich schneller zu erreichen als Perricum, aber ein unbestimmtes Bauchgefühl sagte Ardo, dass der Weg in die entfernte Reichsstadt der richtige wäre. Schnell setzte er ein paar Schriftstücke für seinen Vogt auf in denen er einige Anweisungen für die Wochen die er voraussichtlich unterwegs sein würde erteilte.

Als der Morgen graute begab er sich zu seiner Gemahlin um sich von ihr und den Kindern zu verabschieden. Praiadne war wie er wartet alles andere als begeistert, dass Ardo gleich nach der Geburt seiner jüngsten Tochter auf unbestimmte Zeit abreisen würde. Doch als er ihr von seiner Vision erzählte nahm sie es götterergeben hin, wenn es ihr dadurch auch nicht leichter fiel. Auf der Kressenburg war man lange Abwesenheiten des reisefreudigen Barons gewohnt und so bedurfte es nur weniger Worte um alles zu regeln. Ardo hatte beschlossen, nur seinen Knappen Phexian von Heißwassern mitzunehmen. Sie würden die ganze Zeit auf Reichsstraßen reisen und Ardo erwartete nicht auf Schwierigkeiten zu treffen.

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Texte der Hauptreihe:
K2. In Kressenburg
20. Tsa 1040 BF zur morgendlichen Firunstunde
In Kressenburg
Ardos Traum

Kapitel 2

Addendum
Autor: Keilholtz