Des Vaters Sohn - Abschiedsgeschenk

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Am frühen Abend des 30. Rondra 1036 BF: Baronie Hirschfurten, auf der Burg Klingenhort in der Ritterherrschaft Bornhelm

Gerrik Langmann hatte sich gerade einen Becher verdünnten Wein eingeschenkt und eigentlich vorgehabt Listen, die Vorräte des nächsten Mondes betreffend, noch ein letztes Mal zu prüfen, als es heftig an der Tür klopfte. „Ja, Bitte?“ sagte er und richtete seinen Blick auf den Eingang. Die Tür wurde rasch aufgestoßen und sein Sohn Ernhelm kam mit besorgtem Gesicht ins Zimmer gestürzt.

„Vater, er schickt nach dir, es sei dringend, wirklich dringend!“ Nach einer kurzen Pause sagte er mit Verzweiflung in der Stimme: „Ich glaube fast, es geht zu Ende mit ihm Vater...“

Bei diesen Worten sprang Gerrik auf . Er beachtete den Becher Wein gar nicht den er beim hastigen Aufstehen umgestoßen hatte und verließ so schnell er nur konnte den Raum in Richtung der Gemächer seines Herren.

„Herr, geht es euch nicht gut? Ernhelm war so besorgt, ich fürchtete schon...“ Gerrik wurde unterbrochen.

„Beruhige dich mein guter, hol etwas zum Schreiben und auch das Siegelwachs“, sagte der Alte, mit für ihn ungewöhnlich schwacher Stimme. Der alte Ritter lag in seinem Bett auf viele Kissen und Felle gestützt, damit er ein wenig aufrechter saß. Sein Gesicht war schmerzverzerrt während, er sprach. „ Hast du alles? Gut. Dann schreib auf:“

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Erst als Gerrik die letzten Buchstaben zu Papier gebracht hatte realisierte er, was dieses Dokument für ihn bedeutete. „ Aber mein Herr... das... ich meine...“, stotterte er.

„Ich meine es so wie es da steht“, unterbrach ihn der Ritter erneut, „und nenn mich nicht Herr, ich verdanke dir und deiner Familie sehr viel, also ist es durchaus angebracht. Du warst ein guter Freund meines Sohns und auch nachdem Irme gestorben war, habt ihr mir stets gut gedient und euch um den vor Trauer wahnsinnigen alten Ritter gekümmert, von deinen tadellosen Diensten als Haushofmeister ganz zu schweigen.“ Die letzten Worte waren mehr gehustet als gesprochen, doch als der Hustenanfall vorbei war sprach er weiter: „ So, und nun gib mir die Feder, damit wir hier endlich fertig werden.“, sagte er keuchend.

Gerrik tunkte den Federkiel in das Tintenfässchen und reichte sie seinem Herrn. Mit einigen Schwierigkeiten kritzelte der alte Mann schließlich leise fluchend seinen Namen auf das Papier, die Gischt in seinen Gliedern machte es ihm nicht leicht die Feder überhaupt zu halten.

„Geh nun“, sagte er nachdem er für einige Augenblicke vor Schmerz die Augen geschlossen hatte, „du kannst das Siegel auch später darunter setzen. Ich möchte allein sein.“

Gerrik wollte grade die Tür hinter sich schließen, als er aus dem Bett des Ritter noch ein leises „Mach mich Stolz, Sohn“, vernahm.

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Texte der Hauptreihe:
K1. Abschiedsgeschenk
30. Ron 1036 BF zur abendlichen Tsastunde
Abschiedsgeschenk

Kapitel 1

Eine Aufwühlende Nachricht
Autor: Theo