Der Prinz und das Land – Firun war mit uns

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Thronsaal der Hochnjerburg, Königlich Neerbusch, Ende Ingerimm 1041 BF:

Hell erleuchtet von unzähligen Fackeln wirkte der Thronsaal der Hochnjerburg so feierlich wie schon seit vielen Götterläufen nicht mehr. War es doch auch seit König Brin das erste Mal, dass wieder kaiserlich-königliches Blut die stolze Feste der garetischen Könige besuchte.

Das großfürstliche Fuchsrudel war nach den Ereignissen der Langen Jagd von Kaiserley auf Einladung von Kronvogt Leomar von Zweifelfels in das benachbarte Neerbusch gereist. Besonders die Knappen waren noch sichtlich aufgekratzt. Denn während der Jagd war nicht nur das Wild in großer Zahl erlegt worden. Nein, auch der versammelte Adel fühlte sich seines Lebens nicht mehr sicher, was schließlich mit Mord an dem Kaiserlichen Großjagdmeister Sigman von Lüstern seinen – in einigen Augen mehr oder weniger – tragischen Höhepunkt hatte. Wie es schien, hatten sich die ketzerischen Bekenner freien Zugang zu den Räumlichkeiten des versammelten Adels verschafft und mit mitunter erschreckend wahrheitsgetreuen Anklageschriften für Unruhe gesorgt.

Das Gefolge des großfürstlichen Prinzen Sigman Therengar von Gareth-Firdayon tat sich besonders dabei hervor den ketzerischen Umtrieben der Bekenner Einhalt zu gebieten und trotzdem auch noch auf der Langen Jagd firungefällig die Ehre des Prinzen zu verteidigen. Die Erfolge bei der Jagd – sowie auf Wild, als auch auf die Bekenner – sollten nun in einem angemessenen Rahmen zelebriert werden.

So versammelte sich der großfürstliche Prinz mit seinen Rittern und Knappen an einer großen, runden Tafel. An seiner Seite der Kronvogt, sowie Malwarth von Eslamsgrund. Auch Voltan von Heiterfeld, Selo von Pfiffenstock und Marnion von Sturmfels schwirrten wie immer im Dunstkreis des Prinzen.

Schließlich war es der Hausherr und Gastgeber, der als erster das Wort an die hier Versammelten richtete.

„Verehrte Freunde, wir haben uns hier versammelt, um unsere Erfolge während der Langen Jagd zu zelebrieren. Die skandalösen Ereignisse auf Kaiserley werfen – vor dem Land, Praios und seinen Geschwistern – ein schlechtes Licht auf Pfalz- und Markgräfin gleichermaßen. Beide waren nicht in der Lage den Schutz des Adels zu gewährleisten. Es bedurfte uns, die praiosgefällige Ordnung zu wahren. Doch möchte ich nicht viel palavern. Der großfürstliche Prinz möchte nun ein paar Worte an euch richten.“

Der Kronvogt nickte Sigman zu. Ein kurzer Blick des Prinzen huschte erst zu Malwarth, dann wieder zu Leomar. Schließlich erhob sich der Prinz und richtete das Wort an seine Getreuen.

„In dem Bewusstsein, vom Land erwählt zu sein, haben wir kein Wagnis gescheut, kein Zaudern hingenommen. Mit Leib und Seele haben wir im Dienste unserer Ehre gehandelt, wie es uns die Tugenden und unsere großen Ahnen lehren.

Mögen diese bei den anderen Lagern auch in Vergessenheit geraten sein, haben wir ein vollendetes Benehmen und vorbildliches Verhalten gezeigt, ihnen als Vorbild um sie zu erinnern. Kein schlechtes Wort kam über unsere Lippen, keine niederträchtige Tat. Auch dann nicht, als unser heiliges Banner entwendet wurde. Mit der Würde eines großgaretischen Ritters haben wir alle Widrigkeiten gemeistert.

Trotz aller Anfeindungen aus den anderen Lagern habt ihr mir die Treue gehalten, habt zu mir gestanden und meine Ehre durch tugendhaftes Verhalten geschützt. So ward ihr allen Anwesenden ein leuchtendes Vorbild. Der heilige König Alrik wäre nicht minder erfreut über solch Ritterlichkeit gewesen.

Ehrlos ist hingegen das Verhalten von Pfalzgräfin und Markgräfin zu nennen, die durch persönlichen Groll zerfressen, dem kaiserlichen und königlichen Blut meiner Person nicht den gebührenden Respekt entgegen bringen konnten. Dies zeigt, sie wandeln nicht auf den Pfaden des Tugendhaften und man muss Ihnen wieder den rechten Weg weisen um dem Haus Gareth, dem Land und den Göttern mit Leib und Seele dienen zu können.

Großzügig haben wir mit den Gemeinen geteilt was unser war und uns die Sorgen und Nöte der armen Bäuerlein der Mark angehört. Es scheint ein Grund zu geben, warum gerade in der Mark die Irrlehren der Ketzer auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Nun heißt es wachsam sein!

Unser Stand legt uns die Pflicht auf, nach Höherem zu streben und jede noch so fordernde Situation mit Bravour zu meistern. Wir streben nach einem geeinten Herzen unter Führung des Hauses Gareth. Viel zu oft schon haben fremde Begehrlichkeiten an den großgaretischen Landen gezerrt und gezogen. Große Teile gar aus dem Leib herausgerissen. Es ist an uns, das Herz des Reiches wieder zu vereinen und unseren Kindern zu bewahren.

Auch die List ist eine großgaretische Tugend und so blicke ich mit großem Stolz auf unsere Knappen, die unter dem Mantel des Listigen, dem Wappentier meines Hauses und unsere Lande, wahrhaft großartiges vollbracht haben.

Doch trotz unserer mannigfaltigen Erfolge, ist es unsere Pflicht mit Demut auf das Geleistete zu blicken und dem Land, unserem Ursprung, zu danken. Sich prahlerisch auf unseren Lorbeeren auszuruhen ist unsere Sache nicht. Ein neuer Tag bringt neue Aufgaben, die es zu meistern gilt.“

Tosender wein- wie bierseliger Jubel brach aus, während eiserne Becher lautstark klappernd auf den eichernen Tisch hämmerten und unzählige Stimmen sich zu einem achtfachen „Viva Garetia!“ vereinigten.

Mit einer Handbewegung sorgte der großfürstliche Prinz erhaben für Ruhe, die Ereignisse auf der Großen Jagd hatten ihn wachsen lassen.

„Verehrte Freunde, Kaiserley hat gezeigt wie es um die großgaretischen Lande steht. Das Land braucht uns! Allerorten sind finstere Mächte am Werk, um unser Land, unsere Heimat, an den Grundfesten zu erschüttern. Wir sollten nicht dem Irrglauben erliegen, die Ketzer seien nun alle gerichtet. Nein, sie Saat ist gesät und sie wird auch bald in anderen Teilen unserer Lande aufgehen.

Daher rufe ich euch auf, folgt mir ein weiteres Mal auf eine Jagd – eine Jagd auf diese Ketzer. Lasst uns gemeinsam unser heiliges Land von diesem Geschwür befreien, so wie es der glänzende König Alrik getan hätte. Wer folgt mir?“

Ein Chor aus unzähligen Stimme donnerte ein achtfaches „Heil Prinz Sigman, heil Garetia!“ aus ihren Kehlen und der großfürstliche Prinz hatte seine Antwort. Erleichtert ließ er sich auf seinen Stuhl sinken. Dabei spürte er die Blicke von Leomar und Malwarth.

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Den weiteren Abend über wurde reichlich gespeist und getrunken. Es wurden Lieder gesungen und Verse vorgetragen, wie die der Heiligen Kvorvina. Außerdem wurden diejenigen Teilnehmer der Langen Jagd geehrt, die sich bei der Jagd besonders hervorgetan hatten, wie Bartel Helmdahl von Stolzenfurt, dessen Sohn Barduron, oder Herdan Alrik von Steinfels. Im unvermittelten Mittelpunkt stand hierbei aber Baron Felan Rondrik von Schallenberg, der bei der Jagd am erfolgreichsten war. Loblieder wurden über den tugendhaften Recken angestimmt und der großfürstliche Prinz holte den Baron, der ebenfalls ein großer Verehrer von König Alrik war und erst kürzlich zum Rudel zugestoßen war, an seine Seite – sehr zum Unbehagen vom Kronvogt und des roten Malwarth.

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Auch sollten sie Knappen nicht unerwähnt bleiben. Im Geiste der ritterlichen List hatten Iriane, Madalieb, Morgana, Obarin und Tawil Informationen auf der Kaiserpfalz gesammelt. Informationen über die Machenschaften der Bekenner, aber auch über die der anderen Lager. Mit einem schelmischen Lächeln blickte Selo von Pfiffenstock auf die Knappen. Welch Zier der großgaretischen Lande sie doch waren. Wie der großfürstliche Prinz – aber Moment, der war ja noch gar kein Knappe.

Der Blick des Barons ruhte nun auf den jungen Prinzen. 'So ansehnlich, charmant und redegewandt', dachte er msit breitem Grinsen bei sich – 'wie der Vater so der Sohn … Alarich musste seine Reden auch häufig lernen