Der Plan des alten Löwen - Wir sind Quenja Bibernell

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Brauntal – Rahja 1035 BF

Das Haus lag am Rande des Ortes. Es war der örtliche Schuster. Ein älterer Mann ging dort seinem Gewerbe nach und verschaffte ihm und seiner Frau ein bescheidenes Auskommen. Beide lebten alleine. Das Schicksal wollte es, dass sie ihre Kinder überlebt hatten. Kriege und Krankheiten hatten sie ihnen genommen. Die Flucht vor den Schergen der schwarzen Lande nahm ihre letzten Ersparnisse und spülte sie nach Brauntal. Trotz alledem ging es ihnen gut. Die Baronin hatte seinen Meisterbrief anerkannt und es war im sogar möglich Lehrlinge zu unterweisen. Erleichtert wurde ihm sein Leben durch einige versteckte Zeichen an der Haustür und einigen anderen Orten am Haus, die dem Kundigen verrieten, dass dieses Haus unter einen besonderen Schutz stand. Ein Einbrecher, der den Fehler machte und sich nicht über die örtlichen Gegebenheiten informierte, trieb am nächsten Tage kopfunter den Fluss hinunter. Das Diebesgut fand das Ehepaar in einem Sack auf dem Küchentisch, zusammen mit der Bestellung für ein Paar teure Schuhe sowie eine ordentliche Anzahlung. Sie waren nicht die einzigen Bewohner im Haus. Beide wussten das. Sie waren wahrscheinlich die einzigen Einwohner im Ort, die ihre Haustüren unverschlossen lassen konnten; und sollten! Der Keller bestand nicht nur aus einem Raum. Hinter einer Geheimtür verborgen befanden sich zahlreiche Räume und Gänge. Die Konstruktion war uralt; wahrscheinlich erbaut vor dem Fall Bosparans. Erkennbar war, dass Magie im Spiel war, als diese Räume gebaut wurden. Das dieser Keller durch Magie errichtet wurde, war möglicherweise der Grund, dass nicht der übliche „Kellergeruch“ oder die Feuchtigkeit die man normalerweise erwartet. Einige Räume hatten sogar Kamine, die normal funktionierten. In einem dieser saß ein Frau vor dem Spiegel und machte sich gerade fertig, ihr normalerweise gut aussehendes Äußere den hiesigen örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Eine zweite Frau betrat den Raum, ihr Äußeres war der Frau vor dem Spiegel nicht unähnlich.

„Sei gegrüßt kleine Schwester, wie ist es gelaufen!“

Wie immer, ärgerte sich die Neuankömmling über die Begrüßung. Sie war nur deswegen die Jüngere, weil der tulamidische Medicus sie vor ihr aus dem Bauch ihrer Mutter geholt hatte.

„Ganz gut, ich konnte den Einsatz verdoppeln“

„Wer war alles da gewesen?“

„Wie immer, halt, wir hatten einen neuen Mitspieler“

„Und hast du ihn kräftig ausgenommen?“

„Nein, nicht wirklich. Er spielte falsch und das sehr gut!“

„Das bedeutet, ihr beide habt euch das Geld der anderen aufgeteilt?!“

„Nein so war es nicht. Das Ganze war sogar sehr merkwürdig.“

„Inwiefern?“

„Der Mann spielte mit frisch geprägten Dukaten, das war das Eine. Das Andere war, dass er neben dem Kuckuck der Baronin jede Menge Geld verlor und kurz nach ihr aus der Runde ausschied.

„Das mit den frisch geprägte Dukaten muss nichts zu sagen haben und kann auch die Gedanken in eine falsche Richtung führen. Konntest du ihre Schuldscheine aufkaufen?“ „Auch da war mir der Mann zuvorgekommen. Er zahlte sogar das eineinhalbfache und überbot mich damit. Später, als ich in einer Pause zum Abort ging, sah ich beide im Gastraum zusammen, wie sie sich trotz ihrer Verluste prächtig amüsierten. Als ich ging erfuhr ich vom Wirt, dass auch beide ein Zimmer hier im Gasthaus genommen hatten.“

„So schnell, nun wir haben jetzt Rahja, aber ich hatte nicht gedacht, dass sie es so nötig hatte.“

„Ich denke, es war auch ein wenig Alchemie hier im Spiel. Sie machte so auf mich den Eindruck.“.

„Wo ist mein Nesthäkchen?“ fragte eine ältere Frau die gerade den Raum betreten hatte.

„Sie verspätet sich wie immer,“ antworteten die beiden Schwestern im Chor.

„Wie war es in Bitani gelaufen ?“ fuhr die ältere Frau fort.

Während die Eine am Spiegel ihr Äußeres vervollständige und somit vom Gesicht her der Älteren Frau gleich aussah, dass man sie trotzt ihres Altersunterschied für Schwestern halten konnte, warf die Andere der älteren Frau ein Beutel mit Münzen zu.

Quenja, ehe ich die Geschichte noch ein drittes Mal erzähle ...“

„Ja, ja schon gut!“ antwortete Quenja. „Warten wir auf eure kleine Schwester“

Wie auf ein Stichwort, betrat eine weitere ältere Frau die Quenja, bzw. der jungen Frau am Spiegel so ähnlich sah, dass ein Beobachter der erst jetzt hinzugekommen wäre, sie für Drillinge halten konnte.

„Hallo mein Nesthäkchen“ begrüßte Quenja und die beiden Schwestern die Neuankömmling

„Nennt mich nicht so. Nur weil mich dieser tulamidischen Quacksalber als letzte aus deinem Bauch geholt hatte, bin ich genauso alt oder so jung wir ihr“ und schaute dabei ihre beiden Schwestern und ihre Mutter an.

„Ich habe auch keine Zeit. Ich muss mich für Torben zurechtmachen. Ich treffe ihn gleich und so wie jetzt aussehe, nichts für ungut Mutter, kann ich ihn nicht unter die Augen treten. Außerdem habe ich Neuigkeiten. Ach ja wie war eigentlich dein Spiel? “

Die Angesprochene wiederholte für die beiden Neuankömmlinge ihre Geschichte.

Währenddessen entfernte die zuletzt Reingekommen ihre Verkleidung.

Dann sagte sie, nachdem die Geschichte geendet hatte,

„Das ist ja interessant. Wie ihr wisst, war ich auch in Bitani als Quenja wegen einer anderen Sache dort war. Dabei habe ich etwas interessantes mitbekommen, genauer gesagt...“, sie hielt kurz inne und rief „Samtpfote, komm bitte, es gibt da etwas, was du uns mitteilen musst!“