Der Plan des alten Löwen - Totgesagte leben länger

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Überdiebreite, 12. Praios - 1036 BF

An diesem wunderschönen Tag im Praios ist auf den Straßen von Überdiebreite viel Volk unterwegs. Die einen sind auf den Weg in Richtung Osten, die anderen sind auf den Weg in Richtung Westen. Eine Brieftaube flog über den Ort und bemerkte in einem letzten Augenblick einen Luftzug über sich. Instinktiv kippte sie nach links ab und ließ sich fallen. Diese Manöver überraschte den Raubvogel, so das seinen Angriff nicht mehr korrigieren konnte und an seinem Opfer vorbeiflog. Die Taube ihrerseits beeilte sich Höhe zu verlieren um zwischen den Bauten der Zweibeiner Schutz zu finden. Viel Zeit hatte sie nicht, denn der Raubvogel würde bald zukehren. Die Brieftaube nahm als Deckung das erstbeste Haus und suchte sich eine Nische. Zu ihrem Glück war die Nische frei und so konnte sie sich erst einmal ausruhen und abwarten, bis der Raubvogel aufgehört hatte sie zu suchen. Nicht weit von ihrem Standort war ein Fenster geöffneten. Aus diesem Fenster heraus klangen einige aufgeregte Stimmen.

„Herr von Binsböckel; ich weiß nicht wer, die Nachricht von meinem Tod der Baronin geschickt hatte. Ich fühle mich sehr lebendig und habe vor es noch eine Weile zu bleiben.“

„Ratsherrin Pfannenschmidt; ihr durftet meine Frage, warum ihr am Leben seid, nicht falsch verstehen. Ich bin froh darüber, das ihr am Leben seid. Wir hatten eine glaubhafte Nachricht erhalten, dass ihr ermordet worden seid.“

„Was habt Ihr jetzt vor?“

„Es ist zu spät, sich jetzt auf den Weg zu machen und der Baronin hinterher zu reisen. Ich nehme mir ein Zimmer im „Ochsen“. Heute werde ich mich noch ein wenig umhören. Vielleicht kann ich etwas hier in Erfahrung bringen, wer hinter der falschen Nachricht steckt.“

„Dann wünsche ich euch viel Glück, obwohl ich nicht glaube, dass ihr Erfolg haben werdet!“

„Vielen Dank, Ratsherrin, die Zwölfe mit Euch“

„Die Zwölfe auch mit Euch und grüßt die Baronin von mir, wenn ihr sie seht.“

Als Albin Binsböckel das Haus verließ, bemerkte er nicht, dass er dabei beobachtet wurde, und dieser Beobachter ihn heimlich verfolgte.

Der Beobachter wiederum merkte nicht, dass er seinerseits beobachtet wurde.

Die Nacht war bereits hereingebrochen, als Albin sich auf den Rückweg zu seinem Gasthaus aufmachte. Er hatte sich umgehört. Keiner konnte ihm sagen, wer die falsche Nachricht von dem Tod der Ratsherrin nach Leustein geschickt hatte. Frustriert über das Ergebnis seiner Nachforschungen freute er sich auf ein kühles Bier, bevor er sich zu Bett begeben würde. Er war so in seinen Gedanken versunken, dass er nicht bemerkte, wie sich Schritte schnell näherten. Ehe er reagieren konnte, merkte er, wie sich eine Schlinge um seinen Hals legte und zugezogen wurde. Dabei wurde er in die Nebengasse gezogen. Verzweifelt versuchte er sich zu befreien. Es gelang ihm nicht. Albin kämpfte verzweifelt gegen seinen Angreifer an um seinen Hals wieder frei zu bekommen. Langsam machte sich der Luftmangel bemerkbar und seine Abwehrbewegung wurden immer schwächer. Bald würde ihn ewige Nacht ummanteln.

Doch Boron hatte beschlossen, ihn noch nicht zu sich holen. Albin merkte, wie der Druck um seinen Hals nachließ und herrliche frische Luft seine Lungen füllten. Er befreite sich vollends von der Schlinge. Dann blickte er auf. Eine Person lag ein bis zwei Schritt von ihm entfernt auf dem Boden. Über ihn beugte sich eine Frau, die ihn durchsuchte. Albin versuchte sie anzusprechen, doch es kam nur ein Krächzen aus seinem Hals. Die Frau schaute in Richtung Albin und legte ihren rechten Zeigefinger auf ihren Mund. Dann beeilte sie sich mit der Durchsuchung. Albin sah, wie die Frau aus einer Tasche von dem Mann eine Münze fand, sie sich kurz anschaute und dann einsteckte. Dann winkte sie Albin kurz zu, stand auf und verschwand in der Dunkelheit. Albin konnte nicht genau erkennen, was es für eine Münze war, aber es war kein Geldstück gewesen. Nachdem Albin sich ein Stück weit erholt hatte, stand er auf um die Stadtwache zu holen.