Der Okam Awahr

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Der Okam'Awahr war der sechste Korosan. Seine Arme waren lang, seine Schritte trugen ihn leicht, seine Muskeln stark, sein Geist fest, sein Schlag tödlich - aber sein Herz, das wurde schwer wie der Gigant selbst. Als er stritt gegen die Mogule, war er gefangen mit den Seinen in einer Klamm, sein Rückzug vereitelt, da es ihm befohlen war die Flucht der Menschen die vor den Plagen davoneilten zu decken.

Da bedrängten Ihn die Feinde, wie die Heuschrecken ein reifes Feld. Und so sprach Okam'Awahr, dass er hier entweder sterben soll für Nebachot oder unbesiegbar sein soll für alle Zeiten. Das vernahmen die heiligen Streiter der Schlachten. Sie zürnten ihm nicht, sondern lauschten seinem tödlichen Atem, sie hörten die Schreie seiner Feinde, sie sahen sie fallen und mehr denn zuvor nachrücken.

Da fiel Okam'Awahr als letzter unter den Seinen durch eine Lanze, die ihm das Herz durchbohrte. Die Plagen setzten den armen Menschen die da flohen nach und töteten alle, wie auch die Kinder Okam'Awahrs.

Der Herr der Schlachten zürnte ob der Schlacht mit seiner Mutter, er wollte nicht wahrhaben, dass der Kampf zwischen Magier und Mogulen so einseitig war, da stieg er hinab auf das Feld in der Klamm zum Leichnam von Okam'Awahr, besah ihn sich und wirkte sein Wunder.

Er nahm ihm sein zerschmettertes Herz und heilte es mit Asche, Blut, Leid, Hass, Trauer, Zorn, Kälte, Wahn und Verzweiflung. Da sprang Okam'Awahr wieder auf seine Beine. er fühlte weder Glieder-Schmerz noch Pein in seinen Wunden - er empfand noch die Gaben des Kors.

Okam'Awahr lief den Plagen hinterher und zerschlug sie alle, trank ihr Blut und aß in seinem Wahn ihr Fleisch. Fortan war Okam'Awahr der größte Kämpfer, ein eiserner Feldherr, so groß, dass der Sultan ihn selbst fürchtete. Okam'Awahr aber kannte keine Furcht mehr, er kannte nur noch den Hass und den Zorn, der am größten war auf sich selbst.

Nach neun Jahren, als kein Herr der Mogulen sich mehr wagte Okam'Awahr anzugreifen dauerte Okam'Awahr sein Leben. Seine Pein in seinem Geiste war so groß, sein Wissen um seine Kälte so stark, dass er begriff, dass er nur noch ein Werkzeug der Schlachten und Kämpfe war. Alles hatte er verloren, Vieh, Heim, Familie nichts war mehr lebenswert, nur noch der Tod erstrebenswert.

Da nahm er die Stücke seines immer noch blutenden Herzens zusammen und begab sich zur Wandelbaren und immer Jungen, auf dass er sein Leben zurückerhalten könne. Doch die Priesterinnen waren nicht in der Lage sein zerstörtes Herz zu heilen und ihm ein neues Leben zu schenken. Da flehten sie zur Herrin, denn es dauerte sie, dass der Okam'Awahr so leiden musste. Die Herrin des Wandels aber sah die Kerben, die der Blutsäufer in die Seele des Orkam'Awahr geschlagen hatte und nahm auch den Schatten des Kor wahr, der immer noch auf dem größten Helden aller Zeiten war. Und da seine Leiden sie anrührten schickte sie Botschaft, dass sie zwar sein Leid nicht ungeschehen machen und sein Schicksal nicht lösen könne, dass sie ihn aber zurückführen könne auf das Rad der Wandlungen, auf dass er ein zweites Mal geboren werde. Und sie wolle ihm versprechen, ihn zu begleiten in allem Übel, auf dass es ihm gelingen könne, irgenwann das Los, das ihn getroffen, abzustreifen.

Doch er müsse wissen, dass sein Leben, so lange die Verwandlung währe, überschattet sei von Leid und Schmerz und Blut, Leid, Hass, Trauer, Zorn, Kälte, Wahn und Verzweiflung seinen Weg begleiten würden, obwohl sein Geschick ihn zum Helden jeder Schlacht machen werde. Und dies würde mehr als ein Leben lang dauern.

Der Orkam'Awahr jedoch, dem selbst die zukünftigen Prüfungen der Herrin süßer erschienen als seine Gegenwart, willigte ein. Und so beugte sich die Herrin herab und küsste ihn, auf dass er in einem späteren Leben endlich Erlösung erlange und Frieden finde.

Vorgetragen am Lagerfeuer des Adelstreffens in Rashia'Hal