Das Recht des Älteren - Falsche Freunde

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Dramatis Personae

Burg Luringen, Rondra 1035 BF

Wenig später, Nimmgalf hatte gerade ernst mit Odo und Horulf ausgiebig über die neue Situation in Reichsforst gesprochen, trieb ihn ein menschliches Bedürfnis zum Abort. Von diesem zurückkehrend erhaschte Nimmgalf unfreiwillig ein Gespräch, das unter Dregos Freunden Erlenfall, Galothini und dem Bürgerlichen Langenlob geführt wurde. Die drei hatten sich in einen Alkoven nahe der Tür zurückgezogen und konnten nicht sehen, dass Nimmgalf dort verharrte.

„Nimmgalf, dieser … Er hat Drego regelrecht gedroht: Hüte dich vor falschen Freunden! Oder so ähnlich. Mit so was hat er ja Erfahrung, der feine Herr Baron. Hat er nicht durch die Machenschaften seiner früheren Gattin die Herrschaft in seiner ursprünglichen Baronie verloren? Wie hieß die noch gleich? … Leihenglut … Leichenblut…?“ Die Kerle grölten regelrecht, während Nimmgalfs Kiefer zornig mahlten. Seine Hand ballte sich zur Faust, doch er tat nichts. Noch nicht. „Leihenbutt!“, antwortete einer der drei, „so hieß das Land. Hirschfurten ist auch einfach zu leichtgläubig. Außerdem wird er noch lernen müssen, dass Ratschläge nur gewollt sind, wenn sie auch gefragt werden! Kommt, lasst uns jetzt saufen und fressen, der Graf zahlt alles!“ „Das würde euch wohl so gefallen! Doch eure unverschämten Worte sollen nicht unbeantwortet bleiben!“ rief Nimmgalf und trat den Dreien entgegen. Auf seiner Stirn war eine kräftige Zornesfalte zu sehen. Die drei Männer wirkten ertappt und sichtlich überrascht. Emmeran von Erlenfall fand als erster die Worte wieder und versuchte gleich zu beschwichtigen: „Euer Hochgeboren, was können wir für Euch tun? Wünscht Ihr noch ein Bier?“ „Ich fordere Satisfaktion!“ zischte Nimmgalf eiskalt. Seinem Tonfall zufolge meinte er es bitter ernst. Rudon Langenlob schien an seiner Seite nach etwas zu tasten, doch Jagodar kam zu sich: „Wenn unsere leichtfertig gesprochenen Worte Euch gekränkt haben sollten, dann bitte ich Euch um Pardon. Es lag uns fern Euch zu beleidigen.“ „Bitte nehmt unsere Entschuldigung an, es soll nicht wieder vorkommen“, fügte Emmeran aalglatt an.

Eine zeitlang herrschte Stille. Nimmgalf ließ seine Blicke langsam von einem zum anderen wandern. In Ihren Minen war keinerlei Aufrichtigkeit zu erkennen. Zu gerne hätte er diesen drei Schergen – sofern überhaupt satisfaktionsfähig – ihre Unverschämtheiten mit scharfem Stahl ausgetrieben, aber um die Feier nicht gänzlich ruinieren war er gezwungen, nun gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

„Wohlan, Entschuldigung akzeptiert!“, knurrte Nimmgalf schließlich. „Doch ich rate Euch, es nicht zu weit zu treiben. Noch ist Drego nicht der Graf, nur der Regent an des Grafen statt. Und ich werde ihn genauestens beobachten. Und euch ebenfalls.“ „Selbstverständlich, Hochgeboren!“ antwortete Junker Emmeran und verbeugte sich leicht. Nimmgalf hatte genug gehört. Er wandte sich daraufhin um und verließ die Feier.

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Falsche Freunde

Kapitel 4
« Der Sohn des Grafen Rückkehr nach Luring »
Briefspiel in Reichsforst
Zeit: 20. Eff 1035 BF
Autor: Nimmgalf (+ BB)
Wappen Grafschaft Reichsforst.svg Rohajas Regierungszeit
20. Eff 1035 BF - Festakt zur Amtseinführung Dregos von Luringen auf Burg Luringen
Wappen Grafschaft Reichsforst.svg