Das Große Kabinett - Ein Wechsel des Gefechtsfeldes

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Dramatis personae:


Das große Kabinett auf Auenwacht, Abend des Erdtages

"Ach, hier bist du!" Leodane von Firunslicht trat auf die Mauer hinaus, auf der ihr Gatte in die eintretende Dämmerung hinausstarrte. Unten lag der Tjostplatz, der zu dieser Stunde weitgehend verwaist war. Nur einige unermüdliche bereiteten sich auf den morgigen Finaltag vor. Doch dafür schien der bereits ausgeschiedene keinen Blick zu haben, sondern ihn grüblerisch in weite Ferne gerichtet zu haben. Seine Gemahlin trat neben ihn und berührte ihn leicht am Arm. "Heda, was ist? Du siehst unzufrieden aus." Leichter Tadel lag in ihrer Stimme. "Darfst du das denn sein?"

Aldron atmete einmal tief durch. Dann antwortete er: "Ich habe mich umgehört. Offenbar scheinen nicht soviele der Anwesenden überzeugt davon zu sein, dass Perricum die Spitze des Widerstands gegen Haffax bilden sollte, wie seine Erlaucht vorab urteilte. Ich überlege, ob ich mir dies alles noch weiter antun muss." Es war kein Geheimnis, dass in ihm kein Herz für höfisches Parkett und Politisieren schlug, auch wenn er darin nicht völlig hilflos war. Immerhin hatte er es geschafft, eine breite Front gegen die Ambitionen der Reichsstadt Perricum zu formieren. "Vielleicht sollte ich es Mühlingen, Keres, Schwingenfels und Leuenwald gleichtun und erklären, dass ich nicht mehr zur Verfügung stehe. Sowohl Wulf als auch der Reiffenberg haben mich schon gebeten, mich für sie auszusprechen. Mir ist es einerlei - beide haben das Zeug dazu, diese Aufgabe zu stemmen."

Leodane legte ihre Hand auf seinen Arm und musterte sein wie stets recht unbewgeliches Gesicht. "Aber war es dir nicht auch wichtig, dass jemand Ortskundiges befiehlt? Und was ist mit dem Markgrafen?" Ihr Gemahl hob die Schultern und schnaubte kurz. "Er hat keinen Grund, unzufrieden zu sein. Ich habe mich drei Tage lang abgemüht auf einem Schlachtfeld, dass eher seines ist. Und was die anderen beiden angeht ... Wulf war bereits in den Zacken und Reiffenberg kennt sich zumindest im Gebirge einigermaßen aus. Ich werde mit ihnen zusammenarbeiten können und sie nicht um mich herumkommen; Perricums sechs Regimenter bleiben immerhin unter meinem Kommando."

Leodane nickte leicht. "Verstehe. Du bist also eigentlich zufrieden, willst aber eigentlich auch nicht das Schlachtfeld räumen, bevor der Kampf vorbei ist. Richtig?" Aldrons Stirnfalte vertiefte sich einen Augenblick, während er über das Gesagte nachdachte, dann knurrte er. "Es liegt mir nicht, hinzuwerfen. Das sollen andere tun." Leodane mußte schmunzeln. Auch sie hatte die Geschichte um den Ablauf des Rücktritts gehört und gelesen. Vergnügt schlug sie darauf vor: "Vielleicht solltest du dann einfach eine andere Stoßrichtung wählen, wenn du in die eine Richtung nicht weiter kommst. Ich habe dir doch erzählt, das Balrik bevorzugen würde, wenn der Luring Staatsrat würde. Und nach deinem Gespräch mit der Burggräfin von Ochsenblut habe ich mich einmal umgehört, wie der Rest des Zedernkabinetts es sieht. Offensichtlich hat er dort generell breiten Zuspruch."

Der Heermeister Perricums überlegte kurz und sinnierte dann: "Wulf sprach ebenfalls nur gut von ihm. Und er hat recht, der Name Luring hat einen guten Klang. Sollte Horulf so geschnitzt sein wie sein jüngerer Bruder, dann ist er vielleicht der rechte Mann, um das Königreich nach all den Querelen wieder stark genug zu machen, um an der Seite der Marken in die Schlacht zu ziehen." - "Siehst du. Wenn du dich also nicht weiter darum kümmern musst, Marschall zu werden, dann wirf dein Gewicht für Horulf von Luring als Staatsrat in die Waagschale. Das ist nicht gering, denn du bist wahrlich bekannt inzwischen, hast einen guten Ruf und den Vorteil des eigentlich Unbeteiligten. Von wenigen Neidern abgesehen wirst du viele offene Ohren finden. Und deine Position unter den Perricumern könnte einige von diesen ebenfalls mitziehen."

"Und was haben wir davon?", fragte Aldron mißtrauisch. "Ich gebe dir recht, aber ich kenne dich: Dir geht es nicht um Horulf, zumal Garetien nicht Perricum ist." Leodanes Augen blitzten. "Nun, wie gesagt, er hat breiten Zuspruch im Zedernkabinett. Wenn du dich offen an die Seite der Burggrafen stellst, wird das deinem Ansehen bei ihnen nicht schaden. Außerdem wird sich auch Horulf daran erinnern, wer seine Erhebung gestützt hat. Der Streitziger wird darüber hinwegsehen, dass du aufgrund deiner Versprechungen dem Reiffenberg gegenüber nicht in sein Lager gewechselt hast, und Keres, dass seine Mühen um deine Erhebung vergeblich waren. Und wie du schon sagtest: Er ist einfach der richtige Mann für die Aufgabe."

Aldron nickte und sah einmal noch hinüber auf den Tjostplatz. "Ich bin froh, dass morgen Abend alles vorbei ist und wir uns einfach wieder auf einen Krieg vorbereiten können, das wohl. Also, lass uns festlegen, wie wir diesen einen Tag noch herumbringen." Er bot ihr seinen Arm, sie legte ihre Hand hinein und ließ sich wieder zurück ins Innere des Schlosses führen.

GG&P-Con 2012 Garetien-, Greifenfurt- und Perricum-Con 2012

Dieser Artikel verweist auf die Handlung des GG&P-Cons 2012.