Danos letzter Ritt - Ritterschläge

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Liebster Dexter,

diese Zeilen gebe ich den Gefährten mit, die den Leichnam des Grafen, unseres Wohltäters, Beschützers und – ja, wir wissen es – Freundes heim bringen. ich hoffe, dass Dich dieser Brief erreicht und nicht zu sehr in Unruhe stürzt. Aber ich kann noch nicht so gleich heimkehren, wie ich es mir gewünscht hätte, nachdem Graf Danos gefallen ist. In de Rabenmark ist noch so viel zu tun – eine Antimagierin wie ich kann hier noch einiges Gutes tun. Und zwar Besseres, als den Sohn des Grafen zu beschützen.

Das wäre doch jetzt mein Auftrag: Graf Drego zu beschützen? Ich weiß nicht, wann ich dazu bereit sein werde. Seine Bande von Spießgesellen und Haderlumpen macht uns das Leben auf der Burg so schwer. Und er steht daneben und lacht und spendet Applaus. Ich glaube ja, er weiß es gar nicht besser. Ich habe mich hierzu mit der alten Yorla unterhalten. Sie ist ja auch tot, wie Du wissen wirst, wenn Du diesen Brief liest. Immerhin hat es auch den Scheupelburg getroffen; wie Du weißt, hasse ich ihn, seitdem er versucht hat, mich anzufassen, das Scheusal.

Wir haben eine gefahrvolle Reise hinter uns. Am schlimmsten war der Teil bis Warunk. Am Radrom haben wir vier Gefährten verloren, drei sind tot. Ich habe meine Kräfte dort vollständig verausgabt, aber erhole mich schnell. Es stimmt, was man hört: Die Träume, die man hier hat, wo früher der Schwarze Drache geherrscht hat, sind intensiv, oft grauenvoll und körperlich anstrengend. Ich schütze mich aber nicht extra. meine mentale Kraft sollte ausreichen.

Weißt Du noch: der Drache? Wir beide an der Trollpforte, die Schlacht tobte, und unsere vereinte Feuerlanze holte das Untier vom Himmel (bis es wieder aufstieg, das Monstrum). Das war der Beginn unseres gemeinsamen Weges – und er wird weitergehen, ich komme wieder.

Derzeit halten wir in Rabenfeld in der Rabemark. Es gab einen Streit mit irgendwelchen Rittern, ich glaub, es waren Darpatier, könnten auch Nordmärker gewesen sein (am Ende waren es womöglich Almadaner, ich weiß es nicht). Die beiden Knappinnen des Grafen waren hart angegangen worden, nachdem sie sich so tapfer durch die Schwarzen Lande gekämpft hatten. verspottet waren sie worden! Das wollten Schwingenfels und Hirschfurten nicht dulden. Zuerst hätten sie beide die fremden Ritter fordern wollen, doch dann hatte der alte Barnemund eine tolle Idee: Die beiden sind 20 Jahre alt, sie haben die härteste Knappenzeit hinter sich die sich denken lässt; in einem halben Jahr oder so hätte Ritter Danos sie eh zu Ritterinnen geschlagen; und ihr Schwertvater ist tot.

Da haben die beiden die jungen Frauen zu Ritterinnen geschlagen! Hirschfurten erhob die Bärenau, Schwingenfels die Kravetz. Beide waren danach satisfaktionsfähig und haben ihrerseits die frechen Ritter fordern können.

Das wären nicht Ritter Danos‘ Knappinnen gewesen, wenn sie es den beiden Schreihälsen nicht so recht gezeigt hätten!

Du siehst – wir gewinnen unserer traurigen Aufgabe sogar heitere Seiten ab. Graf Danos‘ Leichnam wird, wenn Du dies hier liest, bestimmt schon in der Gruft bei seinen Ahnen liegen. Seine Seele wird bei Rondra sein, sein Geist aber stets bei den Seinen.

Er soll in das Rondrarium eingetragen werden, sagt Seine Gnaden Torm Gerrichson. Er verlässt Graf Danos ebenfalls hier, um nach Perricum zu ziehen, wo er zu Neujahr das Buch Danos aufschlagen lassen will. Trautmann von Haderstein begleitet ihn dabei. Vielleicht wird Ritter Danos ein Heiliger? Oder war es vielleicht immer!

Ich bin bei Euch, bei Dir und unseren beiden Kindern. Gib Hamwiede und Idamil einen Kuss von ihrer abenteuerlichen Mutter, halte Dich von Rudon fern und grüße bitte auch Lechmin, die wahrscheinlich kaum zu trösten sein wird, und den kleinen Adhemar. Sag Vater Raulbrin, dass ich Madas Gabe nur für gute Zwecke gebrauche!

Ich liebe Dich, mein Flimmerchen!

Deine Gardel