Bund von Ochs und Bär - Hinterhältiges Biest

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Tag des Namenlosen 1033 BF, Kaiserstadt Gareth

Der schwarze Nachthimmel lag wie eine schwere Bürde über der Kaiserstadt Gareth. Die dunklen Gassen waren fast menschenleer, denn kaum ein götterfürchtiger Bürger traute sich in den Namenlosen Tagen sein Heim zu verlassen.

In einem zwielichtigen Hinterhof stieg eine zierliche Gestalt in dunkler Kleidung mit einem Trauerschleier vor dem Gesicht eine Treppe hinunter und betrat ein Kellergeschoss. Das Innere des Raumes war nur diffus belichtet und in den Regalen und auf den Tischen stapelten sich Waffen verschiedenster Gattungen und Machart.

Von weiter hinten betrat ein schmieriger Gesell den Verkaufsraum. „Seid gegrüßt edle Dame, ich habe Euer Kommen erwartet.“

Die elegante Frau schritt auf den Tisch zu und nahm einen Dolch in ihre zarten Hände und ließ in spielerisch durch diese hindurch gleiten. Von hinten hörte sie noch ein „Vorsicht!“, als scharfe Klingen blitzschnell an den Seiten dieses unscheinbaren Dolches ausklappten.

„Huch.“ Entfleuchte aus ihrem Mund und sie legte diesen Trickgegenstand beiseite. „Ihr solltet vorsichtig sein, wenn ihr hier etwas anfasst. Es könnte sich als etwas entpuppen, was ihr nicht erwartet.“, sprach der stämmige Mann mittleren Alters und näherte sich der Dame.

Diese faltete anmutig ihre Hände ging weiter zu einem großen Waffenständer auf dem eine Turnierlanze aufgelegt war. „Aha, ein solches Stück hatte ich Euch zur Ansicht dagelassen.“ Sie schaute hinter dem Schleier verborgen zu ihm auf. „Meine Bestellung, wie geht es mit ihr voran.“

Ein widerwärtiges Grinsen fuhr über sein Gesicht. „Hohe Dame, dass ist eine der möglichen Varianten und nicht das Stück, welches ihr uns übergabt.“ Interessiert trat die Edeldame näher. „Wirklich, es sieht täuschend echt aus...“

Der Mann trat an das vordere Teil der Lanze und nahm die Lanzenspitze ab. „Wir verstehen etwas von unserer Arbeit. Ihr müsst uns nur noch mitteilen, wie ihr den Kopf gestalten wollt. Gift?“

„Nein, auf keinen Fall. Gift geht zu schnell.“ Erwiderte sie empört und nahm sich ein gebogenes Eisenstück aus einer Holzkiste. „Was ist das?“

Durch sein Lächeln gewährte er Einblick in sein faulendes Gebiss. „Wenn ihr Euer Opfer sehr hasst und ihm eine äußerst schmerzhafte Wunde verursachen wollt, die nur ein exzellenter Medicus zu heilen vermag, dann solltet ihr diesen Widerhaken wählen.“

Ihr Wangenknochen verzogen sich nach oben, so dass er davon ausgehen konnte, dass sie hinter dem Schleier lächelte. „Eine Perfekte Spitze! Vortrefflich! Wisst ihr, eine Frau, der alles genommen wurde, und die sich nun an eine andere Person versklaven musste, um nicht unterzugehen, ist zu allem bereit. Ich sinne auf Rache vor diesem hochnäsigen Adelspack mit dem ochsenschwanzlangen Stammbaum, die mir den Einsatz der letzten Götterläufe – mein Lebenswerk - zerstörten.

Sie ließ ein Säckel voll Gold auf den Tisch fallen. „Euer Handlanger wird die Sache übernehmen?“ Er nickte. „Ich werde die Lanze vollenden und er wird diese entsprechend einsetzen. Macht Euch keine Sorgen.“