Bugenhogs Pläne - Verdammte Politik

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Burg Aldengrund, 19. Rondra 1035 BF

Felan war erst wenige Tage wieder in seiner Baronie und er genoß die Kühle, die in den Mauern der Burg Aldengrund herrschte. Auch wenn es draußen warmer Rondra war so war es kein Vergleich zur glühenden Hitze der gorischen Wüste, in der er sich noch kurz zu vor aufgehalten hatte und aus der er eine tief gebräunte Farbe mitgebract hatte. Seine Gattin Jalga hatte ihn derenthalben liebevoll als "ihren mohischen Ritter" willkommen geheißen. Nun jedoch saß er in seinem Lehnsessel in seiner kleinen Bibliothek, trank aus einem Weinkelch und schien etwas in Gedanken versunken, während seine Frau gleich neben ihm ihre Laute stimmte.

"Hast du es eigentlich gehört?", sagte Jalga plötzlich und ließ die Hand vom Lautenhals sinken.

"Hm? Was gehört?", merkte Felan auf.

"Na du weißt es sicher noch nicht, aber letzten Monat hat Selinde von Stolzenfurt geheiratet. Das fiel mir nur gerade ein."

"Die kleine Schwester vom guten Haldan? Na dann meinen Glückwunsch. Sie ist versorgt und er kann sich nun vielleicht aufraffen selbst auf die Suchezu gehen.", meinte Felan pragmatisch. "Und vielelicht hat er Glück und findet eine so schöne, geistreiche Frau und treusorgende Mutter wie ich es tat." Fügte er lächelnd hinzu und legte seine rechte Hand streichelnd auf ihre Linke.

"Ach Du.", wehrte Jalga lächelnd ab. "Aber du weißt ja auch nicht wen sie geheiratet hat."

"Und wen hat sie..."

"Parinor von Borstenfeld.", antwortete sie auf seine nicht völlig ausgesprochene Frage.

"Ach, heiliger Nadrian. Das arme Kind. Der ist doch mindestens dreissig Götterläufe älter als sie. Und außerdem ein intrigantes und egoistisches Schwein, wenn du mich fragst. Ich will gar nicht wissen wo der überall seine schmutzigen Finger mit im Spiel hat. Aber das ist Familienpolitik."

"Ja, sie wird es nicht leicht haben. Aber nach allem was ich hörte und wo du Familienpolitik sagst hat vor allem ihr Onkel dabei die Finger im Spiel gehabt das mit einzufädeln."

"Ihr Onkel? Wer ist das?"

"Bartel Helmdahl von Stolzenfurt. Dieser Turnierritter."

"Ach, das ist doch ein Sighelmsmärker, nicht wahr? Tja, nach allem was ich von dem weiß wird der Haldan, sollte der was dagegen gehabt haben, auch leicht um den Finger gewickelt haben. Die Frage ist nur: was hat der davon?"

"Ja, darüber ist man sich allgemein nicht im klaren."

"Nun. Etwas gutes wird sicher nicht dabei herauskommen. Einen Hochzeitsgruß hast du aber sicherlich versendet?"

"Ja, das habe ich. Und ein kleines Präsent." Felan schnaubte. "Ich hoffe das war nicht zuviel des Guten. Der Borstenfeld ist ohnehin schon zu reich. Und ein Ritter ist er auch nicht."

"Nein, ein Ritter war der nie und wird er auch nie werden."

"Ich werde Haldan von Stolzenfurt einen Brief schicken. Mir passt es nicht wenn dieser Bartel mit dem Borstenfeld paktiert. Und wenn ich auch Bocksbert aus dem Weg habe so sitzt mir immer noch dieser Travian in Wilderhain als sprichwörtlicher Dorn in der Seite. Ich muss mich seiner Loyalität versichern, ohne dass er es als Beleidigung auffasst. Verdammter Orkendreck!", fluchte er verärgert, da seine entspannte Stimmung sich so verdunkelt hatte, und übersah geflissentlich Jalgas gerunzelter Stirn bei dem schmutzigen Fluch. "Und ich hatte so gehofft dass mir diese Politik eine Weile erspart bliebe."

"Das tut mir leid, Felan, aber ich fürchte Politik ist derzeit der schwerste Gegner mit dem Reich und Kaiserin zu ringen haben. Der Kelch kann also kaum an dir vorrüber gehen."

Felan brummelte nur etwas ungehalten bevor er sich verständlich artikulierte. "Du hast natürlich Recht. Und bevor ich diesen Haderlumpen das Feld überlasse will ich lieber mit der Keule dreinschlagen. Und eines sage ich dir: es wird einen Tag geben da werden all diese falschen Nattern aus Hartsteen vertrieben sein. Mögen sie Quintian-Quandt, Borstenfeld, Helmenstein oder sonst wie heißen. Dann wird einem Göttergericht gleich das Urteil gefällt und dann ist Schluß mit dieser unsäglichen Politik!"

Jalga schüttelte nachsichtig lächelnd den Kopf, womit sie die eine oder andere Sorgenfalte verbarg. Felan war ein liebevoller Gatte und guter Ritter. Aber seine naiven Vorstellungen würden ihn noch mal in ein früh erstrittenes Grab bringen. Und was würde dann aus ihr und den Kindern nur werden? Wahrlich, verdammte Politik.

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Texte der Hauptreihe:
K3. Verdammte Politik
19. Ron 1035 BF zur mittäglichen Traviastunde
Verdammte Politik
Schmutziges Gelächter

Kapitel 3

Autor: Lichtbote