Blutige Spuren - Dunkle Schatten

Aus GaretienWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zu Rommilys, an einem unbekannten Ort

»Diese verfluchte Blutnacht führt uns alle noch ins Verderben, wenn das so weitergeht!« Der Vogtvikar schimpfte, während er die Hände unter seinem Umhang zu Fäusten ballte – so heftig, dass die Fingerknöchel weiß anliefen. »Erst wird Schwester Alruna aus dem Leben gestoßen, um dann die Schuld später bei ihren Kindern zu suchen. Das verstehe wer will, aber ich nicht! Das kann nicht Phexens Wille sein!«

Der Novize schwieg betroffen, die Hände unter der grauen Kutte verborgen, nicht richtig wissend, was er darauf erwidern sollte. Selten hatte er den Vogtvikar derart zornig erlebt. Andererseits war etwas derartiges in den wenigen Jahren, die er nunmehr unter den Fittichen des nächtlichen Gottes verbracht hatte, auch noch nicht vorgekommen.

»Es mag ja sein, dass es das ein oder andere schwarze Schaf unter den Aschenfeldern gibt, aber das muss nun wirklich nicht sein!« Wütend hieb er mit der Faust auf den Tisch.

Wortlos ließ sich der Voktvikar schließlich in einen Stuhl sinken. Man mußte etwas unternehmen! Sicherlich waren die Garden schon informiert; es ging das Gerücht, das alle Nachkommen Alrunas festgesetzt werden sollten. Ausgerechnet ein derart der Phexkirche nahestehendes Haus mußte nun in einen solchen Schlammassel geraten. Noch vermochte jedoch niemand zu sagen, wohin die Dinge sich entwickeln mochten, und so galt es, erst einmal Ruhe zu bewahren und dafür zu sorgen, dass man auf alles vorbereitet war. Die übrigen Schritte würden sich von selbst ergeben, und wenn der Herr Phex selbst Ihre Schritte lenken würde.

»Sorge dafür, dass die Brüder und Schwestern zu Gareth über die Ereignisse in Kenntnis gesetzt werden. Sie werden wissen, wo sich Alrunas Tochter derzeit befinden mag; immerhin gehört sie zu unseresgleichen, wenn ich recht informiert bin. Damit soll für den Anfang genügend getan sein, der Herr Phex möge das weitere fügen.«

Mit einem Wink bedeutete der Vogtvikar dem Novizen, sich zu entfernen. Dieser verneigte sich kurz, verließ das Gewölbe und tat wie ihm geheißen.