Bekennt euch, Frevler - Mit zwei Ohren

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Stadt Breitenbruck, 6. Ingerimm 1041 BF, später am Abend:

„Die Situation,“ dozierte die Greifin, ohne auf den Knappen zu achten, „läuft langsam aus dem Ruder.

Ad primo haben wir da die Bekenner, angeführt von einem Burschen namens Nazarius, augenscheinlich der Kopf der Verschwörung und Anstifter, wenn nicht gar Ausführer von zwei Morden, die auf lächerliche Anschuldigungen von Verbrechen folgen, ausgeführt in unterschiedlicher Weise, immer jedoch gekennzeichnet durch einen am Tatort hinterlegten Kerzenstummel.

Nun. Ich habe den Hund von der Kette gelassen. Die Zeit wird zeigen, ob dies hilft.“ Das Gesicht der Greifin verdüsterte sich, als sie fortfuhr: „Wenn wir Glück haben, trifft es die Pfalzgräfin oder das Kind.“ Irmenella stockte und bedachte den Knappen mit einem Blick wie ein Bannstrahl: „Das habe ich nie gesagt.“ Der verdatterte Bursche nickte wortlos, an den hölzernen Stuhl genagelt wie ein Schmetterling in einem Schaukasten.

„Ad secundo. Haben wir den Bannstrahl und die Geweihten des Götterfürsten, die Inquisitoren voran, die nichts unversucht lassen, die Bekenner aufzuspüren, zu richten und abzufackeln, während sie gleichzeitig von der Güte des Praios predigen.“

Kurz schoss dem Knappen durch den Sinn, dass er sich nicht sicher war, ob die Greifin dies ironisch meinte, und wieder verspürte er trotz aller schmerzenden Blessuren und Narben ein tiefes Glück, in Knappschaft des Koscher Erbprinzen zu stehen.