Bekennt euch, Frevler – Mit den Waffen einer Frau

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Greifenfurt, Neue Residenz, 6. Ingerimm 1041 BF, abends:

Edelbrecht von Eberstamm griff nach der Steingutflasche, die auf dem Tisch vor ihm stand, und goss sich mit gehörigem Schwung den Becher voll. „Weiber! Irgendwoliebaberunsagbarlaunisch! Völlisch!“ Die Hand mit dem Becher wurde zur Bekräftigung ausladend herumgeschwungen und gab infolgedessen bereitwillig einiges von ihrem Inhalt ab. „Liescht den Brief un haut einfach ab. Schwanga wiese is! ‚KümmerdischumdieKinder‘. Als wennich das nisch eh täte. Umwemmadannfracht, obsesisch wirchlich ohne Bedeckung abmachen will…“Mit spitzen Fingern tastete der Erbprinz auf seine linke Wange, wo sich fünf zartgliedrige Finger sichtbar verewigt hatten. Das Mienenspiel zeugte dabei allerdings eher von verletztem Stolz denn von echten Schmerzen. Der Becher hob sich zum Mund, der Prinz schluckte kurz und hob dann irritiert die Brauen: „Nanü? Schon leer?“ Gerding von Karseitz blickte seinem Knappenherren dabei zu, wie er den Becher erneut füllte. Das würde eine lange Nacht werden.