Bekennt euch, Frevler – Es kann euch alle treffen

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Waldsteiner Grafenhof, Gut Grafenruh, Ingerimm 1041 BF:

Es herrschte große Aufregung innerhalb der Mauern des weitläufigen Gutes, denn diese gar schreckliche Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Adligen der Grafschaft Waldstein. In den Fluren und Parkanlagen sah man einzelne Höflinge wie sie miteinander tuschelten, einige waren gar drauf und dran in Panik abzureisen und sich auf ihre heimatlichen Schollen zu flüchten.

Mit wallender Robe schritt der Hofkaplan Gutfried von Weißenstein den langen Gang zu den Räumlichkeiten des Seneschalls entlang. Seine Stirn warf tiefe Falten. Ihm entgegen gelaufen kamen die sonst so gefassten Hofdamen Mechtessa von Luring-Cronenfurt und Andarya von Windenstein-Windenbrück.

„Hochwürden“, die Stimme der erste Hofdame Mechtessa klang nahezu verzweifelt, „ was hat das alles zu bedeuten?“

„Haben uns die Götter verlassen?“ Die krächzende Stimme Andaryas kroch dem Hofkaplan tief unter die Haut.

„Meine Kinder, verzagt nicht, der Götterfürst ist mit uns und wird uns beschützen“, hastig wandte sich Gutfried von Weißenstein ab, „ich muss nun leider weiter. Kommt alle zahlreich zu meiner Predigt zur zweiten Praiosstunde.“

Der Praetor der Praios-Kirche war sichtlich erleichtert, als er endlich vor der hölzernen Tür stand. Drinnen warteten bereits drei Personen auf ihn. Seneschall Coswin von Streitzig saß an seinem Schreibtisch, neben ihm stand Landrichterin Yalagunde von Zweifelfels. Am Fenster, mit dem Rücken zu ihm gedreht, konnte er den Hofmagier Horbertus Mistrian Gehrendieck erkennen. Ausgerechnet der Elfenmagier, dachte sich der Hofkaplan, der Tag war doch schon schlimm genug.

„Wir haben uns hier versammelt“, erhob der Seneschall seine Stimme, „um den niederträchtigen Mord an Maline von Hohentann zu besprechen.“

„Ja, ich hörte davon.“ Der Hofkaplan war immer noch etwas außer Atem. „Gibt es schon nähere Informationen darüber wer es war?“

„Die gibt es“, ohne sich zu zu den anderen umzudrehen, hatte der Hofmagier das Wort erhoben. „Es waren die sogenannten Bekenner!“

„Wie es scheint, hatte die Baronin von Schwanenbruch einen Drohbrief, um nicht zu sagen eine Anklageschrift, erhalten. Wenige Tage später war sie tot. Als Zeichen hinterließen die Ketzer eine Wachskerze.“

„Ist der Inhalt des Briefes bekannt?“, wollte der Hofkaplan wissen.

„Nein, den hat die Baronin verbrannt. Sie hatte jedoch ihrem Sohn und Erben von jenen Brief erzählt, wie er uns berichtete.“ Der Seneschall schien wenig erbaut zu sein. Zu viele Unklarheiten rankten sich um den Mord an Baronin Maline und doch sorgte diese Schandtat für blankes Entsetzten und panikartige Reaktionen innerhalb des Adels.

„Ich werde mit meinen Brüdern und Schwestern die Waldsteiner Lande durchkämen und jeden dieser götterlosen Ketzer zur Strecke bringen. Die Nächte werden taghell vom Lodern der Scheiterhaufen sein. Darauf könnt Ihr Euch verlassen!“ Auch das heilige Feuer im Herzen des alternden Praioten loderte wieder wie in Jugendtagen. Der Hofkaplan war fest entschlossen diesem ketzerischen Treiben den Garaus zu machen.