Baron von Puleth - Schroeckhlich gut

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Dramatis Personae:

3.Tsa 1034 BF, Haus der Familie Schroeckh im Markt Sommerau

"Es ist bald ein Jahr her, Junkerin, dass ihr mir verspracht den Rücken freizuhalten gegen diesen Schuft, der sich Geldor von Kallerberg nennt.", eröffnete Felan das Gespräch in dem kleinen Kaminzimmer, nachdem ihm die Hausherrin Malvina von Schroeckh einen Becher Weins eigenhändig eingegossen hatte und er einen Schluck von diesem genommen hatte. Felan war heute mit nur geringer Bedeckung nach Sommerau gekommen und hatte sich selbst bei der Junkerin unter Travias Segen zum Abendessen eingeladen. Bei dem Mahl war wenig gesprochen worden, wobei Felan nur zu deutlich ein gewisses Unbehagen bei Malvina hatte erkennen können. Er hingegen hatte ein angeregtes Gespräch mit ihrem Sohn geführt und hatte auch mit ihrem Gatten, der sogar einst zusammen mit seinem Vater gegen die schwarzen Horden gefochten hatte, einige Worte gewechselt. Über den Rand seines Bechers sah er sie an, die ältere Frau mit dem immer noch glatten Gesichtszügen und dem vollem schwarzen Haar, in dem nur wenig grau zu sehen war und nur zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden war. Felan stellte den Becher auf ein rundes Tischchen neben seinem weich gepolsterten Sessel um eine Verbeugung anzudeuten.

"Und hiermit sollt ihr auch meinen wörtlichen Dank dafür haben, dass ihr damals so treulich der Baronie gedient habt, trotz der möglichen Konsequenzen, die sich für euch daraus hätten ergeben können."

"Ein Ritter handelt nicht danach, was sich für mögliche Konsequenzen für ihn ergeben können, sondern was ihm vor Praios und Rondra sein Stand für Pflichten und Tugenden auferlegt wurde. Zumal ich den Schurken nicht zu stellen vermochte, wie es meine eigentliche Absicht war."

"Wohlgesprochen, dennoch gibt es manchen, der den Ritterschlag erhalten hat und dennoch anders gehandelt hätte.", sagte Felan freundlich. "Und das ist anzuerkennen. Doch euch ist sicher bewusst, dass ich nicht nur gekommen bin, um euch zu danken. Wie ihr richtig sagtet treibt Geldor noch immer sein Unwesen in eurem Junkertum vornehmlich."

"Ihr wollt eure Hilfe anbieten?"

"Ich will meine Pflicht tun. Ich bin Baron. Ich BIN Baron.", wiederholte er den letzten Satz, als er merkte, dass Malvina etwas einwerfen wollte. "Ich weiß so gut wie ihr, dass sich Werdomar von Quintian-Quandt immer noch meinen Titel anmaßt, obwohl er keinen Handschlag dazu getan hat sich diesen zu verdienen oder in diesem Lehen die Ordnung wieder herzustellen. Aber was uns noch mehr trennt, als seine Anhängerschaft zu Geismar und meine zu Luidor: ICH bin hier und er nicht."

"Hochgeboren, wollt ihr mir drohen?"

"Keinesfalls. Ich drohe niemandem, der sich ehrenhaft verhält und sich über das gewohnte Maß hinaus dafür interessiert, was das Beste für die Baronie und damit ganz Hartsteen ist. Doch ich habe euch lange genug die freie Wahl gelassen. Ihr wisst so gut wie ich, dass ich es auf Dauer nicht dulden kann, will ich als Baron anerkannt werden, dass meine Junker mir nicht offiziell den Lehnseid leisten."

"So wollt ihr auf die gleiche Weise auch vor Lechdan treten, und seinen Eid fordern?", entgegnete sie ihm weniger trotzig als mit tatsächlicher Neugierde.

"Lechdan ist ein Fall für sich. Sollte er sich freiwillig bekennen werde ich es begrüßen. Doch ich kann nicht erwarten, dass er sich freiwillig gegen die Familie stellt. Letztlich bliebe mir nur ihn seines Lehens für entledigt zu erklären, was mir mehr schmerzen würde, als ihr euch vorstellen könnt. Und wenn er kämpfen will so werde ich mich stellen müssen. Doch mir geht es heute nicht um ihn, sondern um euch. Seid ihr für mich oder wider mich? Es kann kein Zaudern und Zögern mehr geben, zumal ihr wisst, dass es nur von Vorteil ist für mich zu sein. Ihr habt von der Neuaufteilung der Junkertümer profitiert, die Werdomar jederzeit, wenn er herrschen sollte rückgängig machen könnte."

"Und mein Vetter Owilmar hat auch profitiert und damit meine Familie, wollt ihr sagen."

Felan nickte. "Ihr seht, ich bin euch gut. Und bedenket welche Stabilität der Baronie es brächte und welch guter Einfluss dies auf ganz Hartsteen dies haben würde. Eure Familie und die meine...."

"Wenn ihr darin auf Horbald anspielt so sei euch gesagt, dass mein Bruder...nun eben oft reden wir nicht miteinander." "Jedes Wort ist Recht, das des Reiches altem Herzen seine Stärke zurückbringt. Seine Exzellenz wird ein Einsehen darin haben und eines Tages wird Geismars Herrschaft enden und Luidor wird sich ebenso seiner Freunde erinnern, wie ich es tue." "Es lockt mich weniger die Versprechungen, Hochgeboren.", entgegnete die Junkerin mit einem Lächeln, mit dem sie den jungen Baron bedachte. "Es lockt mich vielmehr eure, wenn ihr es verzeiht es so zu nennen, naive Romantik, die ihr in Bezug auf Reich und Grafschaft hegt. Man möchte meinen ihr wäret den Geschichtsbüchern früherer Tage entsprungen und der gute Kaiser Alrik selbst hätte euch den Ritterschlag gegeben."

Felan errötete ein wenig ob ihrer Worte, denn sie hatte tatsächlich seine jungenhafte Romantik erkannt, in der er nur zu gerne schwelgte. "Dann wisst ihr auch zu schätzen was in alten Tagen Recht und Sitte war und es dort besser bestellt stand um alles und ganz sicher um unser Land."

"Dem kann ich nicht widersprechen. Es sei. Hochgeboren, ich werde euch den Eid leisten, denn wahrlich der Krämer Herrschaft zu Feidewald hat Hartsteen kein Glück gebracht. Unter Thuronia mochte man noch Hoffnung haben, doch es wird Zeit, dass wieder alter Frieden herrscht und wir neu errichten statt einzureißen. Stabilität wollt ihr? Das verspreche ich euch. Doch eines lasst Bedingung sein.", sagte Malvina mit einem ernsten Gesicht zu Felan gewandt.

"Und die da wäre?"

"Bringt zusammen mit mir Kallerberg zu Fall. Sein Ende soll ein neuer Anfang sein für diese Baronie."

"Es sei, Junkerin, es sei wie ich es versprach meine Pflicht zu tun!", sprach Felan laut, erhob sich aus seinem Sessel und hielt ihr den ausgestreckten Arm zum Handschlag hin, den Malvina ergriff um die Hand zu ergreifen.