Baron von Puleth - Auf dem Weg nach Bärenau

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Dramatis Personae:

17.Peraine 1033 BF, Reichsstraße von Kaiserhain nach Süden

Mit wehenden Wimpeln ritt die Streitmacht des Barons von Puleth die Reichsstraße hinab. Grün und Gold leuchteten die Farben der Familie Schallenberg, vermischt mit dem Weiß der Baronie Puleth. Er hatte in Kaiserhain aufgeräumt, die Macht des Landolf von Kallerberg und seiner Spießgesellen endgültig gebrochen und sie selbst schmorten nun in einem finsteren Keller, wo zuvor ihre Opfer geschmachtet hatten. Die feindlichen Söldner waren entweder erschlagen oder in die Wildermark geflüchtet, doch ihre Zahl derart dezimiert, dass vorerst keine Gefahr von ihnen ausgehen mochte.

Zwar lauerte immer noch Geldor im Süden, doch er würde später gefasst werden und warten müssen, bis Felan von seinem Kampf zurückgekehrt wäre, den er für die junge Iralda, Baronin von Bärenau, auszufechten versprochen hatte. Sie würde eine würdige Verbündete sein im Kampf für ein starkes und geeintes Hartsteen und hatte sich ihre Hilfe durch ihre Lauterkeit und die Tapferkeit ihres angehenden Verlobten Wolfaran von Ochs verdient. Nichts desto trotz hoffte Felan bald zurückkehren zu können und endgültig reinen Tisch machen zu können.

Während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen fasste ihn Leuward, der neben ihm ritt, am Arm. Er blickte auf und sah dem stumm ausgereckten Zeigefinger Leuwards nach und erblickte einen Reiter der von einem seitlichen Feldweg eilends auf sie zuhielt. Er schien nur mit Leder gerüstet zu sein, über das ein roter Wappenrock mit schwarz-weißem Wappen zu erkennen war. Stolzenfurt, schoss es Felan durch den Kopf und legte die Hand auf die Klinge, da er wusste, dass die Stolzenfurter Gefolgsleute Graf Geismars waren, des Feindes seines eigenen Grafen. Doch in respektvoller Entfernung bremste der Reiter sein Roß und hob grüßend die Hand, so dass Felan erleichtert die Hand vom Schwert nahm.

"Die Zwölfe zum Gruße! Gehe ich recht in der Annahme die Ehre zu haben seine Hochgeboren Felan von Schallenberg vor mir zu haben?", rief der junge Reitersmann ihnen entgegen, während er sein Pferd zügelte.

Felan hob ob der offensichtlichen Anerkennung seines Titels als Baron von Puleth durch den Stolzenfurter die rechte Braue. Er war von Graf Luidor zum Baron ernannt worden, während Graf Geismar seinen Vetter Werdomar zum Baron ernannt hatte. Wenn ein Stolzenfurter ihn derart ansprach, war das für Felan ein deutlich überraschender Weg.

"Die Zwölfe mit euch, und ja so ist es, Herr Ritter. Aber mit wem aus der ehrenwerten hartsteenischen Familie Stolzenfurt habe ich das Vergnügen?", antwortete Felan mit einer respektvollen Entgegnung.

"Haldan von Stolzenfurt, werde ich geheißen, Ritter Hartsteens bin ich und sonst nichts."

"Ein Ritter Hartsteens zu sein ist dieser Tage mehr Ehre als manch ein Baron oder Graf von sich behaupten kann zu besitzen. So seid mir nochmals gegrüßt, Ritter Haldan. Doch seid ihr wohl kaum in eilender Geschwindigkeit zu mir geritten um höfliche Grüße auszutauschen.", lächelte Felan, als er mit Freuden auf die Ehrhaftigkeit Haldans reagierte, mit der dieser den Titel eines Ritters hervorhob. "Was ist es, das ich für euch tun kann? Denn das es etwas ist sehe ich an eurem Gesicht."

"Es ist etwas, das mich schämen lässt den Namen Stolzenfurt zu tragen und da ich von euren Taten und eurem aufrichtigen Willen gehört habe im Gegensatz zu Werdomar wahrlich für diese Baronie zu streiten habe ich mich entschlossen zu euch zu kommen und euch zu bitten mich anzuhören und den Namen meiner Familie zu reinigen, in dem ich vor Praios und Rondra Zeugnis ablege von dem, was ich weiß."

Felan unterdrückte ein Schmunzeln, ob des ob zwar ehrlich scheinenden Lobs, das sich aber gleichzeitig recht überhöht anhörte. "Wie ihr seht sind wir selbst in Eile, doch da ich euer Anliegen als wichtig einschätze möchte ich euch einladen uns zu begleiten, wobei ihr selbst entscheiden mögt, ob ihr uns bis zum Ende begleiten mögt. Ihr seht aus wie ein wahrlicher Ritter und daher gehe ich davon aus, dass ihr keine Hinterlist in eurem Herzen tragt."

"Das will ich tun, Hochgeboren, und schwöre euch, dass nur mein Wille zu Ritterlichkeit und Ehrfurcht vor den Göttern mich lenkt."

"Dann seid uns als Reisegefährte willkommen und erzählt uns, was euch belastet." Felan machte eine einladende Handbewegung und Haldan ließ sein Pferd zwischen Leuward und Felan einlenken. Felan gab das Signal und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Gleich als sie wieder angeritten waren begann Haldan zu erzählen und Felans Blick verfinsterte sich mit jedem Augenblick mehr, doch schien kein Zorn auf den jungen Ritter zu seiner Seite gerichtet zu sein.