Aus den Tiefen des Waldes - Ein Ritt zu zweit

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Auf der Reichsstraße östlich von Bitani, Baronie Linara, Mitte Praios 1043 BF

Allessandrian war sehr überrascht gewesen, als die Baronin verkündet hatte nur mit ihm nach Silz reisen zu wollen. Auch Arik wirkte mehr als nur enttäuscht, doch folgte er ohne ein Widerwort den Anordnungen seiner Herrin.

So ritten die beiden also schweigend, Seite an Seite, die Reichsstraße gen Hirschfurt entlang. Diese Momente der Zweisamkeit zwischen Knappe und Schwertmutter hat es so schon lange nicht mehr gegeben – besonders seit der Geburt der beiden Mädchen.

Nachdenklich schaute er zu der junggebliebenen Baronin hinüber. Er wusste nicht warum sie nach Silz ritten. Tahl hatte nur immer etwa von 'Die Gräfin hat gerufen' gefaselt. Mehr kam nicht über ihre Lippen. Allessandrian wusste auch, dass Tahl seit den Namenlosen Tagen nicht gut schlief. Wegen der Mädchen? Oder steckte da mehr dahinter?

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„Es ist manchmal schwer etwas in Worten zu erklären!“, unterbrach Tahl die Stille. „Deswegen bin ich auf deine gestellten und nicht gestellten Fragen nicht näher eingegangen. Wie du bereits gemerkt hast, reisen wir, ohne unsere Farben zu tragen, nur zu zweit. Ich hielt es für besser, unauffällig die Gräfin aufzusuchen. Das sind nicht die einzigen Gründe. Die Nachricht, die ich erhalten habe war…, aber dass wirst du beizeiten selbst sehen und dann für dich behalten solange die Gräfin nichts Anderes mitteilt.“

Leicht erschreckt über das plötzliche Ende der Stille, das ihn aus seinen Gedanken riss, reagierte Allessandrian zuerst nicht. Sein Blick ruhte auf seiner Schwertmutter und Lehrmeisterin.

„Wie werde ich das ungesehene selbst sehen, das unhörbare selber hören können?“

„Ich werde dir den Weg weisen, wie du durch Mandra jemanden etwas mitteilen kannst ohne Worte zu verwenden und dass über viele Meilen reicht, wenn du stark genug bist.“

Allessandrian hörte aufmerksam zu.

„Die Magier nennen es 'Elfen, Freunde hört den Ruf, den ich still im Geist erschuf.' Das kann man ziemlich wortwörtlich nehmen. Du vermittelst keine Worte, sondern Gedanken auf diesen Weg. Allerdings, wenn du eine Botschaft auf diese Weise überbringst, kann jeder, der diese Gabe beherrscht, diesen Ruf vernehmen, auch wenn er deiner Sprache nicht mächtig ist. Deswegen bin ich mit dir alleine gereist, denn solange du noch unerfahren mit dem Umgang bist, können deine Gedanken für jeden, der diese Gabe beherrscht eine offene Schriftrolle sein.“

Tahl holte kurz Luft und setzte fort „Die bessere Nennung wäre gewesen, 'Elfen, Freunde, Jeder, Feinde die es können, hört den Ruf, den ich still im Geist erschuf.' Ich kann dir dazu eine Geschichte erzählen, welche Folgen das haben kann, wenn man nicht daran denkt. Aber mach dir keine Sorgen. Wenn du diese Gabe besser beherrscht, wirst du in der Lage, nur denen deine Gedanken mitzuteilen, die du tatsächlich erreichen möchtest.“

„Und die, die kein Mandra haben?“ fragte Allessandrian

„Mit genügend Erfahrung wirst du in der Lage sein, auch jemanden deine Gedanken mitteilen, der über kein Mandra verfügt.“ beantwortete Tahl die Frage. Dann fuhr sie fort: „Wir werden am Abend uns einen abgelegenen Lagerplatz suchen, wo wir keinen stören und ich dir den Weg weisen werde.