Auf verschlungenen Pfaden - Neue Aufgaben

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Kloster St. Theria, 1.Praios.1038:

Prisca lehnte an der Mauer und musste sich erst mal sammeln und Luft holen.

Wie hatte sie hier nur hinein geraten können? Wieso hatte sie nicht abgelehnt?

Sie wollte den Posten doch gar nicht. Aber die Äbtissin hatte sie nur sehr scharf angesehen und gesagt: „Ich gehe davon aus, dass du deinen neuen Posten gut ausfüllen wirst. Schwester Janea hat sich jetzt lange genug gegen die Nachfolge gewehrt und dich als Schreiberin ausgenutzt. Ich habe beschlossen, dass sie ab jetzt andere Aufgaben wahrnehmen sollte, gerade weil sie in letzter Zeit immer vergesslicher wurde. Sie war nicht einverstanden und hat uns plötzlich verlassen und ich gebe zu - es gab einen Streit deswegen. Aber das hat nichts mit dir zu tun.“ Prisca hatte geschwiegen und genickt. Was hätte sie auch sagen sollen? Das sie mehr wusste? Oder mehr vermutete? Erstmal bedankte sie sich nur höflich und ging hinaus. Wie immer blickte die Tempelvorsteherin der jungen verschlossenen Frau nach und musste lächeln. Wobei sie war nicht verschlossen, sie öffnete sich nur nicht jedem sofort.

Prisca ging als Erstes zu dem kleinen Geheimfach in ihrem neu zugeteilten Wirkungsbereich. Sie verschloss die Tür, vergewisserte sich, dass wirklich niemand sie sehen konnte und öffnete es.

Sie hatte so gehofft es wäre nicht mehr da. Aber es war noch da. Obwohl die junge Pröbstin, die den Posten nun keine volle Stunde hatte nichts dafür konnte hatte sie ein schlechtes Gewissen. Sie betrachte das Geld argwöhnisch. Sollte sie es melden?

Sie wollte Schwester Janea nicht in Verruf bringen. Ihre Vorgängerin hatte durch eine Krankheit lange nicht schreiben können. Ihre Hand- und Fingergelenke waren angeschwollen und hatten sich verformt, und so musste man schon geraume Zeit eine Nachfolgerin suchen. Für die Übergangszeit war sie eigentlich nur die Schreiberin gewesen, da sie eine schöne Handschrift hatte. Denn eigentlich war Ihre Aufgabe den Kindern lesen, schreiben, ein wenig Grundbildung beizubringen und das Skriptorium zu verwalten. Sie war gern nur Schreiberin gewesen, denn bei der Arbeit selbst war vor allem ihr Gedächtnis und außerdem ihre äußerlich ruhige Art sehr von Nutzen gewesen. So hatte sie den einen oder anderen groben Fehler verhindert und dabei vor allem nie ihre Vorgängerin beschämt. Prisca wusste, das Kloster war finanziell ausreichend abgesichert. Aber was sie an Gold haben sollten und was sie wirklich da hatten stimmte nicht überein. Sie hatte noch niemandem verraten, dass es mehr war als da sein sollte. Wesentlich mehr. Doch sie wusste nicht woher es kam und in der Unordnung der alten Papiere konnte sie auch schlecht was finden. Schwester Janea hatte ein riesiges Chaos hinterlassen. Bevor sie irgendwem irgendwas verriet, wollte sie alle Fakten zusammen getragen haben, wollte die Wahrheit herausfinden und später konnte sie es immer noch melden.

So hatte sie als erstes die Barschaft an einem anderen Ort untergebracht der ihr sicher erschien und nur noch ein kleines Handgeld im Schreibtisch.

Finanzen, Wirtschaft, Verwaltung des Hofes. Eine große Aufgabe würde man denken, vor allem wenn man neu war und auch Prisca dachte auch nur: „So viel Verantwortung wollte ich nie in meinem Leben.“. Aber zaudern half ja auch nicht.

Prisca holte tief Luft und fuhr fort, sich einzurichten.

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Texte der Hauptreihe:
K1. Auf verschlungenen Pfaden - Neue Aufgaben
1. Pra 1038 BF
Auf verschlungenen Pfaden - Neue Aufgaben

Kapitel 1

Auf verschlungenen Pfaden - der Garten
Autor: Aurora