Auf den Spuren des entrückten Königs Alrik - Mhanadital

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7. Praios 1035 BF

Der Kampf mit den Magiern war kräftezehrend gewesen, doch da sie ihn erfolgreich bewältigt hatten, ohne größere Verluste zu erleiden, war auch die Stimmung entsprechend gut. Die Herrin Rondra führte ihren Schwertarm gegen die hinterlistige Magie, wie der Baron von Puleth weitschweifig deklamierte, und tatsächlich gelang es ihm damit in ihnen so etwas wie eine erfreulich große Zuversicht zu wecken. Zu dem die spärlichen Informationen des Tulamiden ihnen etwas mehr über ihre Verfolger verraten hatten und sie sich nun besser auf diese Einstellen konnten, sie waren nicht allein auf dieser Suche, das war eine wichtige Erkenntnis. Nur Edorian von Weidenhoff wirkte etwas unruhig. Zum einem störten ihn die schon beinahe hesindefrevlerischen Deklamationen des Barons zunehmend, als gäbe es nicht auch im Adel schwarze Schafe, viel mehr war er jedoch wegen der Worte des Tulamiden besorgt. Zu wem würde Hesinde halten?

Larona merkte aber an, daß die Magier ihnen wohl noch weiterhin auf den Fersen sein würden, und so trieb Iralda die Gefährten immer weiter an, so wollte sie lieber einen weiteren Kampf mit ihnen vermeiden, als darauf zu hoffen, dass die göttliche Leuin ihnen erneut bestehen würde. Je größer der Vorsprung wäre, den sie durch ihre Eile herausholen könnten um so besser. Und so überzeugte Iralda den Schallenberger davon, dass es nicht besser wäre sich dem Feind in einem offenen Kampf zu stellen und zu überwinden (noch dazu, da der Gegner über Magie verfügte und sie nur von Glück reden konnten, daß diese nicht ihre starken Zauber bei ihrer ersten Begegnung mit ihnen gesprchen hatten). Dies veranlasste den Baron tagelang zu einigen launische Bemerkungen, dass Kaiser Alrik sich sicherlich gestellt hätte, bis Edorian daraufschließlich mit der Entgegnung antwortete: "Kaiser Alrik hätte auch Hofmagier gehabt die ihm bei einem solchen Problem unterstützt hätten!" Wofür er die Dankbarkeit der restlichen Gefährten erntete und woraufhin Felan nur noch wortlos vor sich hin brummelte.

Sie brachen in Rashdul am Mhanadital auf und folgten weiter ihrem Weg - gen Norden. Dabei versuchten sie so gut als möglich Geschwindigkeit mit einer offensichtliche Probleme mit den örtlichen Stämmen umgehenden Route zu verbinden. Dazu reiste die Gruppe entlang des Flusses, was jedoch mit teilweisen unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden war, wie nächtlicher Mückenschwärmne und einem Vorfall, bei dem beinahe ein Pferd von einem Wasseruntier verschlungen worden wäre. Die Sonne hingegen wurde immer stärker, zumindest kam es den Nordländern so vor. Praios hatte wahrlich eine besondere Art seinen Segen über sie auszugießen, wobei manch einer sich bereits wünschte er wäre nicht gar so freigiebig mit seiner Gabe. Iralda kämpfte mit der drückenden Hitze und dem drohenenden Sonnenstich und musste mit einer kühlenden Salbe behandelt werden, während die Ritter nach und nach mehr ihrer Rüstungsbestandteile ablegten, da die Hitze sonst kaum erträglich war. Felan von Schallenberg wurde beinahe in seiner Rüstung gekocht, bevor er sich bereit fand auf die geschmiedeten Plattenbestandteile seiner Rüstung zu verzichten und lediglich sein Kettenhemd anzubehalten und den Helm erst in einer Kampfsituation aufzusetzen. Solange trug er ein schlichtes weißes Leinentuch über dem Kopf, damit nicht die Praiosscheibenstrahlen ihm die Kopfhaut verbrannte.

Nur Tage später erreichten sie den Zufluss von Gadang und Mhanadi. Sie hatten Samra erreicht, doch von ihren Verfolgern fehlte jede Spur. Keiner konnte sagen, ob dieses ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war, da nicht gewiß war, ob es ihnen nicht gelungen sein mochte sie durch zauberische Mittel zu überholen oder ob sie gar die Verfolgung ganz aufgegeben hätten. Ihr Weg führte an den Ruinenfeldern von Zhamorrah vorbei, hinein in die Stadt. Am dortigen Perainetempel hielten sie an, denn der Göttin Segen konnte ihnen sicherlich behilflich sein. Die Geweihten der Göttin des Ackerbaus und der Heilkunst gewährte ihnen Zuflucht. Dankend nahmen sie dieses Angebot an und verbrachten eine Nacht in den Tempelanlagen, denn sie waren nach der sonnigen Reise durchaus der Heilung bedürftig. Jedoch mit Erschrecken mussten sie festzustellen, dass die Magier bereits hier gewesen waren.

"Euer Gnaden Perishan, wir danken Euch von ganzem Herzen, dass ihr uns die Möglichkeit gabt bei den Gaben Travias und Peraines hier zu nächtigen und uns zu erholen. Ein Novize machte beim Frühstück eine Bemerkung, die uns ein wenig beunruhigte. Der Junge deutete an, dass vor einigen Tagen eine Gruppe Magus die Stadt erreichte..." Iralda wollte noch weiter ausholen als die Geweihte ihr ins Wort fiel. "Oh ja Euer Hochgeboren, impertinente, arrogante Großstädter. Sie nahmen in Samra Vorräte auf und entwendeten einige Maultiere, dabei haben sie den alten Anand wahrlich übers Ohr gehauen - nicht annähernd feqzgefällig." In den Augen Perishans sah Iralda eine Wut aufkommen, die sie bisher bei der gutmütigen Dame nicht vermutet hatte.

Iralda die interessant zuhört setzte noch einmal nach. "Ihr erwähntet einen Namen, Anand. Ein Händler?" Perishan schüttelte den Kopf. "Ein Kundschafter und Karawanenführer. Er führt seine Maultiere, besser gesagt führte sie in die Gor und begleitete dabei Glücksritter - so wie ihr es seid. Doch haben diese Gelehrten ihn seiner Tiere und seines Sohnes beraubt, der sich lieber durch ein paar Versprechungen leiten ließ und seinen Vater hinterging. Ach eine traurige Geschichte."

"Könnt ihr ihn uns vorstellen, vielleicht kann er uns helfen und wir ihm seine Maultiere zurückbringen...", entgegnete Iralda.