Auf den Spuren des entrückten Königs Alrik - In den Gassen Rashduls

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29. Rahja 1034 BF in Rashdul

Der Sand reiselte unweigerlich durch das Stundenglas. Larona, Edorian und Alissa begaben sich auf die Straßen und Märkte Rashduls.

Sichtlich genervt von den tagelangen Verhandlungen mit Krämern, Dieben und sonstigem Gesindel brachen sie erneut auf, um endlich mehr in Erfahrung zu bringen. Denn das einzige was sie bisher gelernt hatten war das Wort Bakschisch.

Es schien in den tulamidischen Landen ein sehr beliebtes Wort zu sein, denn ohne dieses Bakschisch war niemand bereit auch nur ein bißchen aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Larona merkte lapidar an. "Gleich kommt wieder einer und streckt die Hand aus." Während Edorian mit einem Lächen auf den Lippen fortfuhr. "Bakschisch? Das ist halt ein phexgefälliges Fleckchen Dere hier. Ich weiß garnicht, was ihr habt, man muss sie auch verstehen: So viele hungernde Kinder, schwangere Ehefrauen und kranke Mütter, wie sie hier haben und gleich jeder einzelne von ihnen!" Der Zynismus der letzten Worte war überdeutlich.

Bewaffnet waren sie mit einer Abschrift des tulamidischen Märchens gingen sie weiter durch die Gassen und Hinterhöfe. Vielleicht hatten sie dort mehr Glück. Ihr hoffen sollte gehört werden, denn ein handelswilliger Marktschreier konnten ihnen weitere Auskünfte geben - gegen Bakschisch natürlich.

Mit diesen Informationen machte sich die drei auf den Weg zum nahegelegenen Marktplatz. Denn dort wollten ihre Gefährten bei süßen Datteln und tulamidischen Wein auf die warten. Phexische Tugenden waren den Rittern zu wider und so genossen sie die Zeit unter Palmwedeln.

Larona stapfte voran, mit einem Wink begrüßte sie Iralda und Felan, die sie erblickte, scheinbar hatte sie das Kommando an sich genommen. Edorian schlenderte hinterher, um sich dann neiderzulassen und einige Notizen in das kleine Büchlein zu machen, das er überallhin mitnahm; wie er es so ziemlich nach jedem Ausflug, jeder Begegnung und jeder anderen irgendwie interessanten Begebenheit zu tun pflegte.

Alissa folgte ebenfalls, während ihr Blick hin und wieder zu den gut duftenden Marktständen wich und dort verharrte. Der Herr hinter dem Stand kam ihr bekannt vor. Die Baronin blieb stehen und fokussierte den in einfacher Kleidung gewandeten Herren. Als sich ihre Blicke trafen drehte er um und verlies eilends die Szenerie.

Larona, die das Augenspiel beobachtete nahm ihre Füße in die Hand und sprintete dem Flüchtigen hinterher. Doch auch dieser schien bemerkt zu haben, dass sein Versteckspiel aufgeflogen war und er rannte durch Marktstände und riß diese um.

Die Tauristar versuchte die Hindernisse zu umlaufen oder über sie zu springen. Es gelang ihr, kostete aber Zeit.

Edorian blickte aus seinem Buch hoch und versuchte sich ein Überblick über die Lage zu verschaffen, während Berulf, Linnert, Nerea, Leuward, Iralda, Felan und die Knappen an ihm vorbeiliefen und Alissas Fingerzeig folgten. "Nanu was haben die denn?" Im ersten Augenblick war Edorian sichtlich verwirrt, wie immer wenn er beim Schreiben gestört wurde. Mit fragendem Blick musterte er Bruder Yerodin, der sich unterdessen zu ihm gesellte gesellte.

Dankraul, der ebenfalls hinterher folgen wollte, wurde erbost von dem Wirt aufgehalten und zum Zahlen aufgefordert.

Der Mann, dem Larona folgte entfernte sich vom Marktplatz und lief ein Viertel mit kleineren Gassen. Überall hing Wäsche von den Leinen und die Tauristar fühlte sich sichtlich unwohl in dieser Gegend. Daher wartete sie ab, bis der Rest aufgeschlossen hatte.

Sie begaben sich in die vor ihnen liegenden Gassen. Wo es sonst immer alles von lauten Getöse überdröhnt wurde war es auf einmal boronstill.

Felan zog seine Waffe und die anderen taten es ihm gleich. Sie stellten sich in Formation und tasteten sich langsam in das Wirrwarr der Gegend vor.

Hinter einer Straßenecke sah der Baron von Puleth einen Schatten und schritt schnellen Schrittes voran, als ein Magier sich in seinen Weg stellte und mit dem Finger auf ihn deutete und eine Formel sprach.

Der Hartsteener Ritter taumelte umher und hielt sein Schwert, als wäre er erblindet stochernd in die Richtung des Feindes. Leuward und Iralda näherten sich geschwind ihrem Freund und umstellten ihn schützend, während Linnert und die anderen an ihnen vorbeirasten.

Doch war der Magier nicht alleine. Ihnen stellten sich mehrere Gesellen mit Krummsäbeln entgegen.

Während Felan, durch den Zauber geblendet, mit seinem Schwert um sich schlug, hatte seine Knappin alle Mühe ihn davon abzubringen und seine eigenen Leute damit zu verletzen. Letztendlich endete Felans Versuch seine Gegner zu treffen, als dieser eine Leine mit Wäsche durchschnitt und sich der hartsteener Baron darin so hilflos verwickelte, daß dieser sogar zu Boden stürzte.

Larona derweil hatte einen Gegner mit ihrem Stab von den Beinen geholt und eilte nun zum Baron um seiner Knappin zu helfen diesen aus den Gefahrenbereich zu ziehen.

Auch Linnert stellte sich dem Kampf und stand plötzlich einem mittelalten Mann mit Turban und Spitzbart gegenüber, der in ein gemusterten Kaftan gehüllt, dastand und eine Zaubergeste vollführte und ein tulamidisches Wort sprach. Und urplötzlich baute sich ein tosender Wall aus Winden auf, der den weiteren Weg durch die Gasse versperrte und Linnert, als er dagegenlief ein gutes Stück nach hinten warf. Direkt vor die Füße eines tulamidischen Hünen, der sofort mit einem Doppelkhunchomer auf ihn einhieb. Parieren konnte er den Schlag nicht mehr und so rollte er sich nur noch schnell bei Seite, so dass ihn der massige Zweihandsäbel nur streifte und nicht schwerer verletzte. Blitzschnell sprang der kleine Mann auf und machte ein paar Schritte zurück, der Hüne folgte ihm, genau das war sein Plan, denn hinter ihm verjüngte sich die Gasse zusehends und als der Große den Kleinen vor ihm mit einem erneuten Schlag attackierte prallte dessen breite Klinge gegen die Wand und der Tulamide liess die Klinge beinahe fallen. Diesen Moment nutzte Linnert und schlug dem Gegner die Waffe vollends aus der Hand, stellte sich darauf und und deutete dem Angreifer zu verschwinden, was dieser auch tat. Linnert wandte sich dann wieder seinen Gefährten zu um diesen zur Hilfe zu eilen.

Edorian und Yerodin hatten inzwischen zu den anderen aufgeschlossen. Wieder stand Yerodin dabei und hatte seine Waffen noch nicht gezogen, hielt sein Schild mit dem Ordenswappen aber schützend vor sich und versucht eine Seite abzudecken, sofern einer der Südländer des Hinterhalts versuchte sie zu umstellen. Doch bisher sah er sich nicht veranlasst, seinen Rabenschnabel zu ziehen. Edorian stand mit gezogenem Dolch hinter ihm, wirkte aber doch recht froh darüber, die Aufmerksamkeit keines der Tulamiden auf sich gezogen zu haben.

Währenddessen spurtete der kleine Linnert an ihm vorbei, direkt an die Seite Nerea von Streitzigs, die gerade einen weiteren Magier zurückdrängte und ihm somit von einem Zauber abhielt, dabei bewegt sie sich aber merklich langsam,anscheinend hatte ein Zauber sie schon getroffen, so dass sie auf den Säbelschwinger in ihrem Rücken nicht mehr reagiern konnte und Linnert ihr durch eine knappe Parade einen weiteren Schlag in die Seite ersparen konnte. Der Turbantragende Mann vor ihm war nicht sonderlich groß, doch überragte Linnert trotzdem um einen Kopf und hatte drahtige, muskulöse Arme die trotz dessen flinke, schnelle Hiebe ausführten. Doch der Ochsenbluter nutzte seinen vermeintlichen Nachteil geschickt aus und duckte sich immer wieder unter den Hieben des Tulamiden hindurch. Dieses Spiel trieb er eine Weile, bis er deutliche Müdigkeitserscheinungen bei seinem Gegner bemerkte. Dann war seine Zeit gekommen. Und mit zwei, drei schnellen Finten, wobei er selber nur einen nur noch minder harten Schlag einstecken musste, schickte er den Mann auf den Boden und setzte ihm triumphierend die Klinge an den Hals.

Der Magier mit dem Nerea sich noch beschäftigte, hatte dieser doch noch einen verzweifelten letzten Zauber entgegengeworfen und sie ebenfalls geblendet und war dann getürmt.

Und während die restlichen Gefährten noch damit beschäftigt waren den lautstark Magie im allgemeinen und diese Magier im speziellen verwünschenden Baron von Puleth zu schützen, zogen auch die letzten Angreifer ab. Vielleicht warteten sie nur auf eine bessere Gelegenheit. Der einzige der dageblieben war lag vor dem kleinen Ochsenbluter auf dem Boden und wagte nich aufzustehen. Linnert funkelte ihn und gab dann der Runde bekannt: "Ich habe einen."