Angespült - Rückkehr an den Darpat I

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Lebhafter wurde es auf Gut Schönbartheim.

Mit dem Verschwinden der Trauer des Junkers schien auch die bedrückende Stille über dem Gut zu verschwinden. Lebhafter und geschäftig wurde es, stürzte sich Can doch ganz in seine neue Idee, seine Arbeit. Er ließ Bildhauer an sein Gut kommen, die meisten aus der Umgebung von Schönbartheim, doch manche kamen zum Teil gar von über den Grenzen der Baronie herbei. Gleichzeitig ließ er Materialien kommen, um mit dem Bau der Statue zu beginnen. Schwarzer Marmor. Allein dies kostete schon ein kleines Vermögen und mit der eigentlichen Arbeit war noch gar nicht angefangen worden. Aber niemand stellte die Wünsche und Forderungen des Junkers in Frage, auch Maia nicht. Zu froh war sie darüber ihren Gatten wieder voll so einer Lebensfreude zu sehen. Can öffnete die Fenstertüren zum großen Balkon der an ihr Schlafzimmer angrenzte. Maia saß in einem Stuhl in eine dünne Sommerdecke eingewickelt und lesend vor ihm und schaute hoch. Es war ein angenehmer Mittag und sie mochte die leichte Kühle die der Wind mit sich brachte. „Maia, hiar bist du ja, ich häb dich schon gesucht.“

Sie lächelte und klappte das Buch zu. „So groß ist unser Gut doch nun äuch nicht, du hättest rufen können Liebstär.“

„Ähm... ja, das wäre vermutlich die beste Idee gewesen… Egal, ich muss für ain päär Tage weg Maia, ich habe da noch aine Idee für die Statue und das muss ich schnell erledigen.“

„Noch aine Idee? Was ist dir in den Sinn gekommän?“ fragte Maia.

„Ein Wasserbecken, ain Basson um den Sockel der Statue, gefüllt mit Wasser aus dem Dar'pat. Ich… Ich hab die lätzten Nächte wieder öfter vom Dar'pat geträumt. Aber es waren nicht die Alpträume wie sonst, kaine wogenden Wellen, ärsaufänden Pfärde, zersplitternden Schiffe und schraiende Soldaten. Nein der Dapart ist ruhig, ich stehe am Ufär und dann… erhebt sich eine Statue unseres Sohnes aus dem Wasser. Äs muss das bedeuten Maia, es muss!“ Er schaute ein wenig zerknirscht drein. „Oder ich werde ainfach nur verrückt auf meine alten Täge.“

„Das glaube ich nicht, Can, ich dänke äs ist ein Wink des Herren Borons und seinär jungen Schwäster, sie möchten dir etwas sagen, dir einen Weg äufzeigen, folge dem Weg.“

Das zerknirschte Gesicht des Junkers verwandelte sich schlagartig in ein Lächeln. „Wirklich? Meinst du? Dann mache ich mich gleich auf den Weg…“ er zögerte Kurz „dann musst du hier ja aber alles alleine bewerkstelligen.“

Sie grinste, stand auf und stemmte die Hände in die Hüften. „Das wäre ja nicht däs erste Mäl oder Can?“ Sie zwinkerte ihm zu und nahm dann seine Hand. „Gäh ruhig ich schaff das hier schon, aber nimm Masala und Khajid mit, du solltest nicht älleine raisen. Es sind zwar sichäre Straßen, aber Geäindel gibt es sogar dort.“

„Ha! Die sollen es nur versuchen, irgändwo in mir steckt immer noch ein nebächotischer Krieger, auch wenn er sich gut verstäckt hat.“ Grinsend beugt er sich zu Maia vor und gibt ihr einen langen Kuss. „Danke, was würde ich nur ohne dich tun.“

Ein paar Stunden später waren die Vorbereitungen für die Reise abgeschlossen. Sie wollten schnell und mit leichten Gepäck reisen, Maia ließ es sich trotzdem nicht nehmen eine Flasche schweren dunklen Rotweins in die Satteltasche ihre Gatten zu packen. Dann machte sich die Gruppe bestehende aus dem Junker Can und zwei seiner Leibwächter, Masala und Khajid auf Pferden in Richtung Graulsfurt auf.
Maia schaute der Gruppe, die sich langsam vom Gut entfernte, vom Haupteingang aus hinterher. Komm wohlbehalten wieder, ich hoffe du findest endlich was du suchst liebster. Dann drehte sie sich Richtung Eingang und ging hinein. Als erstes würde sie ein paar der Bildhauer die wenig von ihrem Geschäft verstanden nach Hause schicken. So sehr sich ihr Gatte doch bemühte, einen besonders guten Geschmack hatte er in diesen Dingen immer noch nicht.