Angespült - Die Verhandlung

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Schmugglerlager in der Perrinmarsch, 13. Rondra 1042BF, 17:45 Uhr

Bärfried setzte bereits zum Reden an, als seine Begleiterin antwortete.

Yanda von Gerben, Wächterin vom Darpat und Kommandantin der Sonderflottille Flußwacht.
Ich bin hier um dem Schmuggel Eurer Bande ein Ende zu bereiten.”

“Oh ist das so? Also ist die alte Mira wohl endlich ihrer Krankheit erlegen.
Wie dem auch sei.
Sehr erfreut.”, seine Augen funkelten seine Gegenüber an.

“Die ritterlichen Tugenden gebieten es mir Euch mitzuteilen wer Euer ehrloses Leben beenden wird!
Mein Name ist Bärfried von Hardenstatt!
Erstgeborener des hohen Herrn zu Hardenfels, Wolfhelm von Hardenstatt!
Ich bin ein Ritter des Mittelreichs!”
Bärfried spieh die Worte förmlich aus.

“Eine… interessante Truppe habt ihr da zusammengewürfelt, Kapitänin. Wenn ich mich nicht irre, war der beleibte Nebachot der Junker von Schönbartheim, nicht war?
Ich will mich natürlich auch noch Vorstellen.
Mein Name ist..
Alrik..
Hüttenwald und ich habe etwas, dass ihr braucht und ihr habt etwas das ich nicht will.
Ich denke daraus lässt sich ein Geschäft machen.“
Der Zopfträger legte eine Kunstpause ein, bevor er sich demonstrativ zum Baronet umwandte.
„Um nicht weiter um den fetten Adelsspross herumzureden.
Ich gebe euch den Baronett und die Schmuggler die draußen herumlaufen und ihr gebt mir und Hanzo einen Vorsprung von einer Nacht.”

“Ha! So weit kommt es noch, dass wir einem elendigen Verbrecher, der die Dreistigkeit besitzt einen Adligen als Geisel zu nehmen und nun als Ware zum Feilschen gebraucht, die Absolution zu erteilen, nur weil er scheinbar auf den Kopf gefallen ist.”, durch die aggressiven Schwertbewegungen des Ritters drückte sich auch das von Hanzo geführte Messer tiefer in die Halsfalten des Jungen, wobei dieser merklich zitterte.

“Ihr versteht mich völlig falsch, edler Ritter! Ich will keine Absolution von Euch.
Gebt uns nur eine Nacht Vorsprung und dann könnt ihr uns verfolgen, ein Kopfgeld auf uns aussetzen oder was euch sonst noch so einfällt.
Ich will nur Chance und ein Mörder bin ich EIGENTLICH auch nicht.”, man merkte dem Anführer seine Verhandlungssicherheit an, die wirklich kaum Risse trug. Er machte das sicher nicht zum ersten Mal.

Yanda spürte, dass die Stimmung Bärfrieds noch weiter zu kippen drohte.
Wenn sie nicht schnell einschritt, würde dieses Haus zu einer Schlachtbank werden.
Der Ritter in seiner massiven Eisenrüstung würde dabei vielleicht glimpflich wegkommen, alle anderen, sie und den Baronet eingeschlossen, allerdings nicht.

So wandte sie sich an Bärfried: “Geschätzter Ritter des Mittelreichs.
Ich denke diese Situation erfordert Fingerspitzengefühl.
Ich verstehe Euch und euren Wunsch diesen Ratten das Handwerk zu legen mehr als Ihr Euch vorstellen könnt, aber ich befürchte dies ist weder der Ort noch der Zeitpunkt dafür, zumindest wenn wir hier kein Gemetzel anrichten wollen.
Bedenkt doch mal was hier los wäre, wenn ihr voranstürmtet!”

Der Anführer der Schmuggler nickte überschwänglich mit dem Kopf und kam aus dem Grinsen schon gar nicht mehr raus.
Sein Gehilfe jedoch konnte sich wohl nicht so ganz entscheiden ob er auch grinsen oder in Panik ausbrechen sollte und so zierte nur eine seltsame Grimasse sein Gesicht, während sich dicke Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten.

Orwin selbst war gänzlich verstummt und blickte hilfesuchend zwischen Bärfried und Yanda hin und her.

Der Ritter selbst knirschte mit den Zähnen und ohne den Kopf von den Schmugglern zu wenden sprach er: “Menschen die meinen sie könnten sich über die Gesetze, Adel und die Götter stellen sind mir zuwider und es widerstrebt mir mit jeder Sehne auch nur einen Schritt weit zurückzugehen.
Der Herr PRAios und die Herrin RONdra wollen Ordnung und derjenige der gegen diese Ordnung verstößt gehört seiner gerechten Strafe zugeführt!” Und um seine Worte zu unterstreichen hob er die Spitze seines Anderthalbhänders in die Richtung des Bandenführers, welcher mit affektiert erhobenen Armen am Tisch saß.

Yanda verdrehte innerlich die Augen, sie hatte es hier wohl mit einem Idealisten erster Güter zu tun, der bereit war sehenden Auges hier ein Blutbad anzurichten das eines Kor-Geweihten würdig war.

Plötzlich kam ihr eine geniale Idee.

Sie atmete noch einmal tief ein und aus, räusperte sich und ging dann einen kleinen Schritt näher auf Bärfried zu.

“Ihr selbst seid doch ein zwölfgöttlicher Ritter.
Euch sind also ALLE der Zwölf heilig und ihr versucht nach den Prinzipien der Götter zu leben. Und damit müsst ihr euch auch an die Tugenden von Phex halten!
Und was lehrt uns Phex?”
Yanda sprach einfach weiter, ohne eine Antwort des Ritters abzuwarten, der jedoch wurde immer hellhöriger je mehr seine Begleitung sprach. “…dass es manchmal auch andere Wege als die des Stahls gibt!
Und wenn man bei einem Geschäft nicht sofort mit der ganzen Beute aus der Sache geht, heißt das noch lange nicht, dass man sich den Rest nicht noch im Nachhinein holen kann!”

Yanda hoffte, dass der Blondschopf ihr folgen konnte und auf ihre Idee mit phexens Tugenden einging.
Bärfried selbst dachte kurz nach, schien im Kopf einige Dinge abzuwägen.

“Seht es als eine Art Investition. Wir bekommen die Hälfte jetzt und die andere Hälfte holen wir uns später.”

Er blickte kurz zu Yanda, dann zu seinem Schutzbefohlenen und dann wieder zu den Schmugglern.

Sein Auge verengte sich und seiner Stimmlage ließ sich entnehmen, dass er nicht gänzlich damit zufrieden war was er jetzt sagte:
“Nun Ihr habt wohl Recht.
In dieser Situation muss ich vielleicht dem Wege des göttlichen Fuchses folgen und mein Schwert senken um keine Unschuldigen zu gefährden.
Aber ich schwöre Euch...”, und damit blickte er den Schmuggleranführer an, “...ich werde dabei sein, wenn man Euch Eurer verdienten Strafe zu führt!
So lasst seine Hochgeboren frei und ihr könnt wie Ratten ins Unterholz verschwinden!”

Bärfried ließ sein Schwert etwas sinken und funkelte die Schmuggler böse an. Der Angesprochene und sein Handlanger entspannten sich, der eine kaum merklich, der andere voller erleichterter Freude.
Nachdem einige Rollen Büttenpapier mehr oder minder unauffällig im inneren des leichten Mantels des Anführers verschwanden erhob sich der Zopfträger und beide bewegten sich, den Baronet noch im Schlepptau, in Richtung eines alten schäbigen Teppichs an der Wand, der so schien als würde er dort zum Trocknen hängen.

“Dann haben wir ein Geschäft im Sinne des glücklichen Fuchses, auf euer praiosgefälliges Ehrenwort, da verlasse ich mich drauf.
Die Weisheit der göttlichen Schlange leite euch…” und während der Bandenanführer noch ein paar miese Vergleiche bezüglich der anderen Götter ersann, stieß sein Handlanger den Baronssohn fort und beide verschwanden blitzschnell hinter dem Teppich.

Dumpf hörte man wie ein Riegel aufgeschoben wurde, bis sich kurz darauf schnelle Schritte entfernten.