Angespült - Die Spurensuche

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Perrinmarsch, 13. Rondra 1042BF, 12:25 Uhr

Mit einem Krachen ließ Bärfried das ramponierte Holzboot wieder in das Uferschilf fallen.

Drei weitere Boote dieser Art konnte er bereits in der näheren Umgebung ausfindig machen.
Eine Jagd auf lichtscheues Gesindel das war ganz nach Bärfrieds Geschmack. Zufrieden lächelte er schon siegessicher vor sich her.

“Das Boot muss hier schon länger liegen als die anderen beiden. Mindestens eine Woche, vielleicht mehr. Der Boden ist schon ganz ausgedörrt.” Die selbstsicher wirkende Einschätzung des Ritters wies auf eine umfassende Wildniskunde hin.

Der beleibte Nebachot war anscheinend einige Schritt entfernt im lichten Unterholz auf Spurensuche gegangen.
Es war bereits viele Götterläufe her, dass er das letzte mal irgendetwas nur anhand von Hinweisen am Boden durch den Wald verfolgt hatte und selbst damals gehört das Fährtensuchen in keinem Fall zu seinen Paradedisziplinen.
Dabei war es auch eher hinderlich, dass dieser Uferabschnitt und das angrenzende Waldstück von vermeintlichen Spuren nur so übersäht waren, diese Schmuggler mussten Stümper sein, dachte sich Can, solche Witzfiguren verdienten nichts anderes als den Nackenschlag eines Edelmannes.

In der Zeit in der sich Bärfried die Boote genauer angesehen hat, war sich der Junker bereits etwa ein halbes Dutzend mal sicher gewesen die richtige Spur gefunden zu haben. Aber in ihrer Trotteligkeit waren diese Leute genauso große Glückspilze, denn genau so oft wie er eine Spur verfolgt hatte, hatte sich diese aber bereits wenige Schritt später wieder verloren. “Hilf’ dir sälbst, dann hilft dir Pheqz… odär sain Humor.”, flüsterte Can vor sich hin.

Allerdings - er konnte sich nach der Schifffahrt und im Angesicht der Erkenntnisse seines wichtigtuerischen Begleiters nicht die Blöße geben mit leeren Händen dazustehen.

“Ich habe die Spur bereits gefundän. Sobald die Kapitänin zu uns stößt, können wir die Verfolgung der Unholdä aufnähmen.”, gab er in halblautem Flüsterton zum Ufer zurück.

Seine Suche setzte er jedoch unauffällig fort. Immer wieder fand er Hinweise auf einen Laufweg zwischen den grünen Farnen und Auengewächsen die sich mit zunehmender Entfernung zum Flusslauf immer mehr in den typischen Bewuchs eines schlammig, schlecht zugänglichen Auen- und Mischwaldes wandelten.

Bärfried blickte nur kurz in die Richtung Cans, nickte anerkennend und hob den Daumen nach Oben.

“Der alte Junker hat wohl doch bereits das ein oder andere Abenteuer hinter sich. Manchmal sollte man sich nicht vom ersten Schein trügen lassen.”, dachte sich Bärfried während er sich umblickte.