Angespült - Aufbruch in den Wald

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Perrinmarsch, 13. Rondra 1042BF, 12:50 Uhr

Mit einem großen Satz sprang erst der junge Adjutant, Elian Nabhahat mit der hässlichen Gesichtsnarbe vom voll besetzten Beiboot der Admiral Dozman ans Ufer, bevor er seiner Kommandantin half wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Gefolgt von dem Offizier aus der Zollstation, der mittlerweile einen wehrfähigen Eindruck machte.

“Habe ich das gerade richtig gehört? Ihr habt die Spur bereits gefunden, Can?
Das ist ja großartig. Ich würde vorschlagen wir sollten in Anbetracht der Tageszeit keine Zeit verlieren und direkt aufbrechen.”

Bestürzt blickte der schnauzbärtige Mann zur abgesetzten Frau, mit deren Ankunft er offensichtlich noch nicht gerechnet hatte.
Ohne den erschrockenen Blick zu bemerken, wandte die sich an den Ritter.

“Wie viele Schmuggler können wir erwarten, Bärfried?”

“Wenn man alle Boote voll besetzt, passen dort um die 15 Frauen und Männer hinein, aber den Hinweisen nach zu urteilen müssen wir mit nicht mehr als 10 rechnen. Eines der Boote scheint schon eine ganze Weile unbenutzt - gar vernachlässigt - zu sein. Nichts mit dem unsere Truppe hier nicht fertig werden kann.”, mit einem zuversichtlichen Grinsen legte er seinem Waffenknecht die Hand auf die Schulter, der blickte nur grimmig und nickte knapp während er seinen Waffengurt richtete.

“Hörst du, Elian, so hört sich ein schneidiger Lagebericht an. Da kannst du dir noch was abschauen.”, der Angesprochene nickte nur während er den lockigen Kopf sinken ließ.

“Kann es losgehen oder müssen wir noch auf jemanden warten?”
Der Ritter schien vor Übermut förmlich zu sprühen.

“Unsere Gruppe ist zumindest komplett. Mehr als wir sechs kommen nicht mit in das Lager. Das sollte als glaubwürdige Gesandtschaft der Sonderflottille jedoch mehr als ausreichen, bei dieser Indizienlage.”

Die Frau mittleren Alters suchte kurz die Umgebung nach der auffälligen Gestalt des nebachotischen Spurenlesers ab, konnte ihn aber nicht finden. “Jetzt kommt doch mal her, Can. Wir wollen hier gerade unser Vorgehen besprechen. Ihr habt eure Arbeit doch bereits hervorragend erledigt. Keine Zeit um noch nach Pilzen zu suchen.”

“Pilze? Hier? Wohl nur stinkände Sumpflinge. Ihr seid wahrlich eine Kuli’närrin, aber ich werde Euch einmal auf Gut Schönbarthaim laden, da könnt Ihr von mir lärnen was gute Speisän sind.
Aber ärstmal erledigen wir hier Eure Arbeit, maine Freunde. ” mit einer leichten Verzögerung kam aus der Ferne die Antwort und kurz darauf schälte sich das breite Lächeln des Junkers unter einem ebenso breiten Schnauzbart aus dem unwirtlichen Dickicht.

“Nun, uns anzuschleichen müssen wir schonmal nicht probieren.”, stellte Bärfried mit einem amüsierten Blick in den Wald fest.

Um diese Aussage noch zu unterstützen sprang er einmal kurz auf der Stelle und erzeugte mit seiner Plattenrüstung einen fürchterlichen Lärm.

Mit einem verständnisvollen Nicken zu dem näherkommenden Can gewandt, setzte er fort: “Aber das ist uns doch ohnehin lieber, habe ich nicht Recht? Der Herrin Rondra sind schleichende Kämpfer ein Gräuel.
Und außerdem: Wer in der gerechten Sache unterwegs ist, braucht sich nicht zu verstecken.”

“Jaja, Ruhm und Ehrä und das ganze Zeug. Wir ziehen hier nicht gegen die schwarzen Horden ins Feld, vergässt das nicht. Das sind ein paar dahergelaufene Schmuggler.
Eine echte nebachotische Schelle wird da schon raichen.”, leicht genervt vom Pathos des leidenschaftlichen Rüstungsträgers nahm der Junker seinen Platz in der Runde ein und zwirbelte seinen Bart zwischen den Fingerspitzen.

“Und wenn schon. Verbrecher sind Verbrecher und Recht muss Recht bleiben. Wir werden uns dem Feind offen entgegenstellen und den Erben des Barons zurückbringen. Wohlan, so zeigt uns, wo geht es lang?”

“Nichts lieber als das, Ritters’mann.”, entgegnete der Nebachote mittlerweile wieder betont selbstsicher.

Nach einer etwas zu langen Pause in der er das Walddickicht zu sondieren schien, setzte er sich gemächlich in Bewegung.