Angespült - Ankunft auf Burg Trollwacht

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Burg Trollwacht, Baronie Zackenberg, Rondra 1042 BF:

Die Sonne schien und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Die zwei Reiter hoch zu Ross ritten in die Burg ein. Der Hintere hatte das Banner der Familie Hardenstatt in der einen Hand, einen weiß grünen Waffenrock - auf dessen Brust das Wappen Hardenfels prangerte - übergezogen und einen Streitkolben an seinem Gürtel hängen. Seine braune Lederhose steckte in hohen schwarzen Stiefeln und hob sich kaum vom Fell seines Pferds ab. Sein Gesicht schien vom Wetter gegerbt und das dünne Haupt- und Gesichtshaar hatte graue Strähnen, sein Blick war hart und durchdringend.

Doch der Mann, der vor ihm ritt, schien umso strahlender zu sein. Sein Körper ganz in Stahl gehüllt, auf Hochglanz poliert und die Sonne spiegelnd, saß aufrecht und straff im Sattel. Über den Oberkörper trug er ebenfalls einen weiß grünen Waffenrock, auf dessen Brust das Wappen der Familie Hardenstatt aufgestickt war. An seiner Seite hing ein Kurzschwert und an der Satteltasche steckte ein Anderthalbhänder. Der Kopf des ersten Reiters steckte in einem Schaller der den Blick auf sein Gesicht verdeckte. Alles in allem sah er aus, wie ein Ritter der aus den alten Erzählungen entsprungen war. Als wäre er das fleischgewordene Abbild eines dieser glänzender Rittersleuten. Und auch das weiße Pferd schien ebenjenen Vorlagen gerecht zu werden. Das Fell war sauber, die Mähne gepflegt. Ein makelloser Ritter und sein treues Pferd, gefolgt von seinem treuen Waffenknecht. Gemeinsam würden sie viele spannende Abenteuer erleben, arme Bauern vor bösen Strauchdieben retten, Jungfrauen in Nöten in Sicherheit bringen. An all dies musste man unweigerlich denken, wenn man die beiden Reiter sah.

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Die beiden blieben im Hof der Burg stehen und schwangen sich von ihren Pferden, wobei erst der zweite Reiter abstieg, das Banner in eine Vorrichtung an seinem Sattel und half dann dem ersten Reiter von seinem Pferd, der - kaum war er unten - den Anderthalbhänder aus der Satteltasche zog und ihn sich auf den Rücken schnallte. Unterdessen hatte sich schon eine kleine Gruppe von Gesindel im Innenhof zusammengefunden und blickten interessiert zu den beiden Reitern.

Zwei Burgwachen traten zu ebenjenen und fragten was ihr Begehr und Namen sei. Daraufhin zog der Reiter in stählerner Rüstung seinen Schaller ab, klemmte ihn unter seinen linken Arm und zum Vorschein kam das markante Gesicht des Erstgeborenen von Wolfhelm von Hardenstatt. Sein blond weißes, schulterlanges Haar wehte leicht in einer Brise Wind umher und umspielte sein freundlich strahlendes Gesicht mit der auffälligen schwarzen Lederklappe über dem linken Auge, welches ihn eindeutig als Bärfried von Hardenstatt identifizierte. Dann sprach der zweite Reiter, der sich rechts hinter Bärfried aufgestellt hatte mit einer kratzenden, alles durchdringenden Stimme:"Dies ist Bärfried von Hardenstatt! Erstgeborener des Wolfhelm von Hardenstatt, seines Zeichens Herr über die Ritterherrschaft Hardenfels! Unser Erscheinen wurde angekündigt! Der hohe Herr ersucht um eine Audienz bei seinem Baron und Schwertvater, seine Hochgeboren Zivko von Zackenberg-Bennstedt!" Bärfried neigte seinen Kopf etwas, um eine Verbeugung anzudeuten und blickte dann lächelnd zu den beiden Wachen. "Seine Hochgeboren der Baron verweilt zurzeit nicht hier! Aber seine Gemahlin, ihre Hochgeboren von Bennstedt und seine Tochter, ihre Gnaden von Zackenberg erwarten euch, edler Ritter!" Und mit diesen Worten drehten sich die Wachen um und liefen in das Innere der Burg hinein. Bärfried und sein Waffenknecht taten es ihnen indes gleich, während zwei Knechte die Pferde der Reiter versorgten.

Drinnen in der Burg im Saal wo sie hingeführt wurden, kündigte ein Mann die Eintretenden an. "Der hohe Herr Bärfried von Hardenstatt! Erstgeborener des Wolfhelm von Hardenstatt, seines Zeichens Herr über die Herrschaft Hardenfels!" Bärfried und sein namenloser Begleiter traten ein und damit vor das Mutter-Tochter-Gespann und knieten sich vor die Damen hin, wobei die stählernen Platten Bärfrieds durch die Halle schallten, als sie auf den steinernen Boden trafen. Der Waffenknecht kniete rechts, etwas hinter Bärfried und beide hatten ihre Häupter tief geneigt. Geduldig warteten sie bis man ihnen erlaubte sich wieder aufzurichten. „Erhebt Euch“, die feste Stimme der Baronin hallte etwas nach, „mit großer Freude gewähren wir Euch traviagefällige Gastung in unseren ehernen Hallen. Der ehrenwerte Schwertsohn meines Gemahls aus dem edlen Geschlecht derer von Hardenstatt sei uns stets willkommen.“

Die beiden Ankömmlinge blickten zu den beiden Frauen auf. Die Ältere trug ein hochgeschlossenes Kleid in Brauntönen, umrahmt von einem breiten Kragen. Ihr Haar war streng nach hinten zu einem Dutt gebunden und von grauen Strähnen durchzogen. Die Gesichtszüge der Gemahlin des Barons vom Zackenberg wirkten etwas verhärmt, doch strahlten ihre grünen Augen Güte und Wahrhaftigkeit aus. Bärfried wusste, Baronin Efferdana war eine Landesmutter, die hart aber gerecht war.

Orlana, die drittgeborene Tochter von Baron Zivko, war das genau Gegenteil ihrer Mutter. Ihre weichen Gesichtszüge mit den vollen Lippen und dem wachen Blick strahlten eine Weiblichkeit aus, die selbst durch die kurzgeschorenen, schwarzen Haare nicht ansatzweise gemindert wurde. Wie so häufig trug sie einfache Kleidung, nur durch wenige praiosgefällige Symbole verziert. Die prächtigen Ornate, wie sie die anderen Prälaten der Kirche des Götterfürsten zur Schau trugen, suchte der Betrachter bei Orlana vergebens. Sie war eine Götterdienerin des Volkes.

„Edler Ritter und treuer Freund unserer Familie“, erhob nun wieder Efferdana ihre Stimme, „Euer Wunsch ist es, Euren Schwertvater zu dienen. Dem sei gewährt! Euer Herr wünscht, dass Ihr seinen Sohn Orwin nach Perlenblick geleitet, auf das mein Gemahl seinen Sohn wieder auf den Pfad der Tugend führen werde.“

„Doch seid gewarnt“, erhob nun ihre Gnade Orlana ihre Stimme, wobei Bärfried einen Anflug eines Lächelns bei der Geweihten zu erkennen glaubte, „mein Bruder ist ein Tunichtgut vor dem Herren. Er wird auf der Reise Eure volle Aufmerksamkeit brauchen.“ Bärfried blickte Orlana etwas verwirrt an, fing sich aber schnell wieder und fokussierte dann wieder die Baronsgemahlin.

Efferdana warf ihrer Tochter einen strafenden Blick zu und wandte sich dann wieder zu den Gästen. „Hoher Herr Bärfried von Hardenstatt, wollt Ihr Eurem Baron Folge leisten und tun was Euch geheißen?“

Mit voller Überzeugung schlug Bärfried seine rechte Faust gegen die Brust und beschwor förmlich:"Wenn dies der Wunsch meines Barons ist und ich Ihm so am besten dienen kann, so sei es!" Bärfried nickte überzeugt und strahlte dabei, als hätte man ihm die Bewachung eines der Reichsinsignien übertragen. "Ich werde seine Hochgeboren, den Baronet von Zackenberg, sicher und wohlbehalten nach Burg Perlenblick zu seinem Vater bringen, Ihr habt das Wort eines Ritters!" Bärfried verbeugte sich abermals tief und seine Stimme war voller Tatendrang. Seine erste Aufgabe für den Baron hatte er sich zwar anders vorgestellt, aber er würde sich nicht beschweren. Er sah es als einen guten Einstieg, sollte er sie zufriedenstellend abschließen - und das stand für ihn außer Frage - würden sicherlich weitere, ruhmreichere Aufgaben auf ihn warten. Das Gesicht von Bärfrieds Begleiter schien indes wie versteinert, weder blinzelte er, noch zeigte er sonst eine Regung. Lediglich als Bärfried sich verbeugte tat er es ihm nach.