Abseits des Göttlichen

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Die meisten der Edlen und Adligen, die sich heuer in das liebliche Perricum aufmachen, reisen nach Rahjashain, das die Nebachoten Rashia'Hal nennen, um dort das »Fest des Lebens« zu feiern. Dieser Göttinnendienst ist ein großes Ereignis sowohl für den Ort der drei göttlichen Schwestern Tsa, Peraine und Rahja, als auch ein Fest der Reinigung für seine Teilnehmer, die im Herbst des Jahres noch einmal vor dem Winter ihr Leben und ihre Götterfurcht von allem Frevelhaftem reinwaschen wollen.

Gleichwohl zieht es auch den ein oder anderen nach Rashia'Hal, der mit seinem Besuch ganz derische Angelegenheiten verbindet. Das hat an diesem Ort schon Tradition – nirgendwo sonst im südlichen Garetien gibt es einen ähnlich geeigneten Ort, an dem sich Gegner und Feine zusammenfinden könnten, um im Perricumer Schwitzbad über ihre Differenzen zu sprechen – oder sie schlicht zu ignorieren und die Freuden der Göttinnen zu genießen.

Zum »Fest des Lebens« reist heuer auch Garetiens Staatsrat Praiodan von Luring an, der bekanntermaßen wenig übrig hat für »schlüpfrige Feiern« und »enthemmte Orgien«, wie er sich laut seinem Secretair ausdrückte. Er kommt wahrscheinlich vielmehr, weil er politische Größen wie den neuen Grafen Geismar II. von Quintian-Quandt oder den Al'Haresh hier anzutreffen hofft, mit denen er auf neutralen und geweihtem Grund nicht nur aktuelle Fragen der Politik, sondern auch grundsätzliche politische Erörterungen angehen wird. So zieht es wie den Staatsrat so einige zum »Fest des Lebens«, die abseits des Göttlichen den Ort und den Anlass nutzen wollen, um mit Freund und Feind ganz und gar Derisches zu besprechen.

Jagodar von Galothini