12 Finger Breit

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In den Tiefen der Helburg zur später Stunde.
Der Baron von Höllenwall war ungehalten, vor ihm lag ein Berg aus alten Dokumenten und Kontrakten, Schenkungsurkunden und schriftlich fixierten Privilegien. Und in nichts von alledem hatte er etwas gefunden, was ihm sein Ziel näher bringen würde. Dem Bau eines Tempels zu Ehren KOR!

Molinus von Helburg der Bücherwurm der Familie sichtete nervös weitere Unterlagen, seit seinem Scheitern auf der Suche nach dem legendären Löffel und der Nymer Chronik fürchtete er den Zorn des Barons, der immer unbändiger ausfiel. Doch Malepartus hatte es erstaunlich gelassen aufgenommen, und sich neuen Projekten gewidmet. Diese Gelassenheit schwand nun von Stunde zu Stunde wo sie zusammen tief in den geheimen Trakten der Helburg – Labyrinthe saßen und eine Lösung suchten.

Grund war zudem der handfeste Streit zwischen der Vögtin von Silvadon und dem Baron, da seine Gattin ihm klipp und klar mitgeteilt hatte das es in ihrer Vogtei keinen Platz für einen Tempel des KOR gäbe. Sie drängte eh den Galgenhof endlich aufzugeben oder ihn an eine andere Stelle zu verlegen. Auch in den anderen Vogteien seiner Baronie tat man sich erstaunlich schwer. In keinem der größeren Orte wollte man einen solchen Tempel haben, und die zur Verfügung gestellten Plätze missfielen dem Baron. Sich hinter die Gemahlin des Höllenwaller stellend fühlten sie sich stark genug seinem Anliegen nicht mit dem gebührenden Eifer nachzugehen. Darum würde er sich später kümmern, er wusste auch schon wie.

Aber der einbalsamierte Leichnam Irean von Gippelstein harrte einer würdigen Stätte, und die Korgoner begannen bereits zu murren, verehrten sie den Gefallenen doch wie einen Heiligen.
„Hmmmmmmmmmmmmmm.“
„Hmm, was?“
„Oh verzeiht Hochgeboren, ich bin … Moment … lasst mich … hab’s gleich … da … nein ... dort ... aha hier … interessant…“
Der Archivar rannte wie ein hektisches Hühnchen hin und her griff sich ein Pergament, dann wieder ein anderes, nahm sich eines der Götterzehntbücher, dann wieder ein anderes, und ignorierte dabei den Höllenwaller, als wäre er gar nicht anwesend. Er war sichtlich in seinem Element.
Malepartus riss sich zusammen, er kämpfte gegen seinen aufkeimenden Zorn an, doch Molinus war wie ein Bluthund auf der Spur, und so würde er ihn jagen lassen.
Dann raffte er einige Dokumente zusammen, eines der schweren Zehntbücher der Nymer, welche allesamt auf die Hel verbracht worden waren, und kam mit leuchtenden Augen auf den Baron zu.
„Hier ist es!“
„Hier ist was?“, die Gereiztheit des Höllenwaller‘s war nicht zu überhören, eigentlich. Doch Molinus bemerkte nichts.
„Seht, da ist die Schenkungsurkunde an die Rondrakirche aus den rohalschen Zeiten, und hier die Bestimmung seitens des damaligen Barons von Nym über eine Nutzungsüberlassung folgender Rechtmeilen Landes um den Tempel herum, welche das Dorf Grummbusch zu pflegen hat. Wiewohl nur eine Nutzungsüberlassung, gekoppelt an der Bedingung das die Kirche der Herrin Rondra den Tempel auch unterhält und ihre Priester zu den Hochfesten die Götterdienste abhalten.“
„Weiter.“
„Nun eure Vögte haben kein passendes Land, jedoch der Tempel der Herrin Rondra.“
„Die Knappenkuppel?“
„Ja diese, aber auch noch ein wenig darüber hinaus. Immerhin ist KOR Teil der Kirche der Herrin Rondra, und somit könnte dieses Gelände auch für ihn genutzt werden. Die Art der Nutzung ist nicht festgelegt, somit können auch Gebäude errichtet werden. Und es ist über einem Götterlauf kein Hochdienst im Rondratempel mehr zelebriert worden.“
„Die Rondrianer haben unseren Vorschlag abgelehnt, aus ihrem Tempel ein Haus KORs zu machen, ihr erinnert euch. Und das Gebäude und somit das Land gehört ja nun einmal diesen Rondrioten.“
„Das ist der springende Punkt!“
„Hmmm?“
„Das Gebäude gehört ihnen, und exakt 12 Land drum herum?“
„12 was?“
„Genau das ist nicht festgelegt. Der landläufigen Meinung nach sind es 12 Schritt, es könnten aber auch Meilen sein, oder…“
„Weniger!“, brüllte Malepartus triumphierend, nun hatte er verstanden.
„Sehr gut gemacht, setzte alles Notwendige auf, ich werde Magnata unterrichten alles in die Wege zu leiten.“
„Wie immer stets zu Diensten!“

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7. Phe 1039 BF zur abendlichen Perainestunde
12 Finger Breit

Kapitel 1

Ein Bau für Knochen und Blut
Autor: Malepartus