Oldebor von Weyringhaus

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Namen und Anrede:
Titulatur:
Ew. Hochwohlgeboren; altertümlich: Edelhochgeboren
Stand und Lehen:
Stand:
Hochadel
Lehen:
Burggraf zur Raulsmark (seit 993 BF)
Daten:
Alter:
66 Jahre
Tsatag:
2. Rah 974 BF
Geburtshoroskop:
Marbo, Simia, Simia, Stute
Familie:
Geschwister:
Odelinde (Symbol Tsa-Kirche.svg970 BF-Symbol Boron-Kirche.svg973 BF), Oldebor (Symbol Tsa-Kirche.svg2. Rah 974 BF), Olorande (Symbol Tsa-Kirche.svg979 BF-Symbol Boron-Kirche.svg993 BF)
Kinder:
Roban (Symbol Tsa-Kirche.svg22. Ron 999 BF), Sigman (Symbol Tsa-Kirche.svg22. Ron 999 BF), Orlan (Symbol Tsa-Kirche.svg16. Eff 1003 BF), Ondinai Arnagunde (Symbol Tsa-Kirche.svg16. Eff 1003 BF), Ulinai (Symbol Tsa-Kirche.svg12. Eff 1006 BF), Lassan (Symbol Tsa-Kirche.svg9. Phe 1008 BF)
Ehegatte(n):
Merisa von Weyringhaus-Rabenmund (Symbol Travia-Kirche.svgunbekannt-unbekannt)
Erscheinung:
Augen:
braun
Haare:
braun, grau durchsetzt
Hintergründe:
Kurzbeschreibung:
ein freundlicher Diplomat und ehrlicher Makler, der mit nahezu allen Adligen des Reiches verwandt oder verschwägert ist
Besonderheiten:
Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familie Weyringhaus sind sprichwörtlich: es gibt wohl kaum eine Familie, mit der Oldebors Kinder, Neffen oder Cousins nicht verheiratet oder sonst versippt wären...
Briefspiel:
Ansprechpartner:
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Burggraf zur Raulsmark
Coris von Weyringhaus
Burggräfin 975 BF-991 BF
Wappen Familie Weyringhaus.svg
Oldebor von Weyringhaus
Burggraf seit 993 BF
Wappen Familie Weyringhaus.svg

"Wenn der Burggraf eintritt, verstummen die Verschwörer."
- Praiodan von Luring, Staatsrat Garetiens

Der Burggraf von Kaiserlich Raulsmark stammt aus einem alten Adelsgeschlecht, er selbst ist ein gestandener Mann von über sechzig Götterläufen. Die Ehe mit seiner Gattin Merisa von Weyringhaus-Rabenmund ist von Tsa gesegnet: acht Kinder sind daraus entsprungen, davon einmal Zwillinge und einmal gar Drillinge. Sechs haben das Erwachsenenalter erreicht: Sigman, Roban, Ondinai, Orlan, Ulinai und Lassan.

Als Burggraf - Anrede: Ew. Edelhochgeboren - ist Oldebor nominell kaiserlicher Vogt und somit für die Kaiserstadt und deren Umland (vor allem nördlich von Gareth) verantwortlich. Er hat lange gebraucht, sich in diese Rolle hineinzufinden: als blutjunger Abgänger der Kriegerakademie zu Wehrheim musste er im letzten Regierungsjahr Kaiser Retos plötzlich dieses Amt übernehmen, nachdem seine Mutter Coris von Weyringhaus auf Maraskan einem Attentat zum Opfer gefallen war. In dieser Zeit stand ihm vor allem Answin von Rabenmund zur Seite, der auch die Eheschließung Oldebors mit Merisa arrangierte.

Erstmals eigene Sporen konnte sich Oldebor in der Ogerschlacht im Jahre 10 Hal verdienen. Der Hieb einer Ogerkeule zertrümmerte ihm jedoch das Knie - eine Verletzung, die ihm noch jahrelang zu schaffen machte. Fortan nahm er größeren Anteil an den Angelegenheiten der Politik und der Verwaltung. Lange Jahre stand er dabei in dem Ruf, zu weich und zu wenig entscheidungsstark zu sein. Einzige Richtschnur schien die unbedingte Loyalität zur kaiserlichen Familie: der gutmütige Spott des damaligen garethischen Kanzlers Praiodan von Luring ("Wenn der Burggraf eintritt, verstummen die Verschwörer") ist in Garetien bekannter als der Wappenspruch "Wachend, nicht weichend". Schon Oldebors Mutter war eine enge Vertraute Kaiser Retos gewesen: voller Zorn über den "Tag der Schande" enthielt sie den Kaiserzwillingen über drei Jahre den Zehnt vor - was bei Hofe wohl niemand bemerkte -, um sodann Reto bei seiner Thronbesteigung den gesamten Betrag auf einmal auszuzahlen.

Tatsächlich geschah es selten, dass der Burggraf eine an ihn herangetragene Bitte eindeutig abschlägig beschied. Erst allmählich stellte die vermeintliche Schwäche sich als Stärke heraus. Ein "Nein" ist von Oldebor noch heute kaum einmal zu hören, denn eine Ablehnung ist eher als ein "Ja, aber" formuliert. Das Ergebnis nach über dreißig Götterläufen solch vorsichtigen Taktierens ist erstaunlich: es gibt im gesamten Königreich Garetien so gut wie keinen Adligen, der sich als sein Feind betrachten könnte. Vielmehr wird Oldebor selbst in heikelsten Angelegenheiten gern als Mittler zwischen gegnerischen Parteien verwendet. Meistens lädt der Burggraf dann ausgewählte Personen zu einer Runde Boltan ein; aus unverfänglichen Plaudereien beim Kartenspiel werden dann allmählich konkretere Verhandlungen. Wegen seiner Verdienste um eine Versöhnung zwischen den darpatischen Häusern Rabenmund und Bregelsaum verlieh ihm das Erhabene Paar der Travia-Kirche sogar das Amt des Hohen Mediators im "Orden zur Mahnung an die Blutnacht zu Rommilys" - die orangefarbene Schärpe trägt Oldebor mit Stolz.

Der Burggraf hört sich gerne reden - verfügt aber über genügend Selbstironie, um diese Eigenschaft zum Gegenstand eigener Scherze zu machen: "Ihr seht mich sprachlos. Schaut genau hin, das ist ein seltener Anblick". Dass er seine gefürchtet langen (aber selten langweiligen) Ansprachen mit der Wendung "Ich will nicht viele Worte machen, aber ..." einleitet, ist inzwischen über die Grenzen des Königreiches hinaus bekannt und wird von anderen Rednern gerne als Anspielung verwendet. Seine Leidenschaft für das Boltanspiel zeigt sich auch anderer Stelle: sämtliche Pferde aus den Weyringhausschen Stallungen sind passend zur Fellfarbe nach Spielkarten benannt - ein Rappe kann Erz-Acht heißen, ein Schimmel Eis-Fünf.

Mit den Veränderungen, die durch das Jahr des Feuers kamen, hat sich der Burggraf nur mühsam arrangieren können. Die Einrichtung des Rates der Helden ist ihm ein besonderer Dorn im Auge. Nach einer Zeit des Zweifels ist Oldebor aber nun gewillt, diese Herausforderung anzunehmen und seinen Nachfolgern die Raulsmark als ein wohlbestelltes Feld zu hinterlassen. Was früher undenkbar war, ist auf dem Kronrat auf der Kaiserpfalz Weidleth im Jahre 1032 BF geschehen: der Burggraf hat sich erstmals bei einer politischen Entscheidung öffentlich gegen die Kaiserin gestellt. Mit den Worten "Kaiserliche Majestät, ich bin Euer getreuer Vasall und gewissenhafter Berater", gab er seine Stimme bei der Wahl des Reichscronanwaltes für Godefroy von Ibenburg-Luring und damit gegen Rohajas Kandidaten ab. Dass er seitdem offen ausgetragene Konflikte nicht mehr scheut, bewies er auch im nächsten Jahr: auf dem Hoftag zu Perricum schloss er sich der Klage der albernischen Familie Arodon an und verlangte die postume Verhängung der Acht über Lupold von Greifenberg wegen feigen Mordes an Baronin Macha von Weidenau - der Gattin von Oldebors zweitem Sohn Roban.

Seit dem Jahreswechsel 1035/1036 hat er überdies - wohl zum ersten Mal in seinem langen Leben - einen erklärten Feind: den intriganten Pfalzgrafen Parinor von Borstenfeld. Es ist schwer auszumachen, ob diese tiefe Abneigung auf der vom Pfalzgrafen inszenierten Entführung von Oldebors Sohn Sigman (die letzteren überdies die linke Hand kostete) beruht - oder nicht mindestens ebenso darauf, dass Parinor seinen hohlen Triumphzug ausgerechnet auf den Stufen des Klosters St. Parinor begann. Dieses Kloster ist von einem Ahnherrn Oldebors gestiftet worden - und noch heute wird jeder Traviabund der Familie Weyringhaus in der dortigen Kapelle geschlossen.

Als einer von wenigen Adligen Garetiens wandte sich Oldebor gegen das Verbot der Nanduskirche. Bis heute setzt er diesen Beschluss nur buchstabengetreu um, aber kein bisschen mehr. Natürlich ist es den Geweihten verboten, in der Raulsmark zu predigen - aber wenn sie auf der Garether Stadtmauer stehen und ihre Worte an die Bewohner von Roßkuppel direkt zu ihren Füßen richten, dann kann das niemand unterbinden ...

Auf seine alten Tage scheint der Burggraf einen zweiten Frühling zu erleben. In einem Alter, in dem andere gemütlich im Schaukelstuhl vor dem Kamin sitzen, zieht Oldebor mit adligen Gefährten, die seine Söhne und Töchter sein könnten, auf Questen und Expeditionen aus. Selbst zu den Ferkinas im Raschtulswall führte ihn im Ingerimm 1037 BF der Weg von Perricum her. Dort verblüffte er Barbaren und Adlige (und womöglich gar sich selbst), als er vor aller Augen eine Ziege opferte - und anschließend ihr Blut von der Klinge des Opferdolches leckte. Da die Mission letztlich ihr Ziel erreichte, betrachtet der Burggraf diese Handlung als eine zwar ungewöhnliche, aber erfolgreiche Ausprägung seiner diplomatischen Ader.

Die Sommermonate verbrachte Oldebor bis zum Jahr des Feuers auf seinem nunmehr fast völlig zerstörten Landschloss Rohalsweil. Nunmehr lebt er ganzjährig in der Villa Geldana, seiner Neu-Garether Residenz nahe dem Kaiserpalast. Den Stammsitz der Familie, Gut Weyring in Roßkuppel, hat er seinem ältesten Sohn Sigman überlassen.

(O. Baeck)

Briefspieltexte mit Oldebor von Weyringhaus

als Mitwirkender